Piratenspaß mit Mathjes

Ahoi, liebes Publikum!

Musikalisches Piraten-Theater in der Stadtbibliothek Husum

Mathjes und sein seltsamer Steuermann Klaus
(c) Mathias Lück

Erst die verflixte Springflut, dann auch noch dichter Nebel! Wie soll Jungpirat Mathjes jetzt noch rechtzeitig zur Geburtstagsfeier seiner Tante erscheinen? Da war das Piratenabitur wohl eine der leichteren Prüfungen in seinem Piratenleben… Aber zusammen mit seinem „Mann“ im Ausguck, dem Papagei Eugen und dem seltsamen Steuermann Klaus, der schon auf echten Geisterschiffen mitgefahren ist, geht Mathjes unverdrossen in der Stadtbibliothek an Land und hat Geschichten und Lieder rund um die Piraterie im Gepäck: Warum mussten Piraten immer ordentlich sein, was machten sie bei Flaute gegen die Langeweile – und was sind eigentlich Flunkerfische?

Für Kinder ab 4 Jahren präsentiert Mathias Lück am Samstag, 18. November 2017, ab 15.30 Uhr am Bibliotheksstrand im Dachgeschoss sein musikalisches Mitmach-Theaterstück „Piratenspaß mit Mathjes“. Mutige „Eingeborene“ können dabei sogar an einem Piratenquiz teilnehmen und echtes Piratengold gewinnen.

Eintrittskarten sind zum Preis von 2 Euro in der Stadtbibliothek Husum erhältlich.

Die Aufführung dauert ca. 1 Stunde und findet im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen mit freundlicher Unterstützung der Nord-Ostsee Sparkasse statt.

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Filmtipp des Monats November

Joe, Willie und Al sind beste Freunde und Nachbarn und haben jahrzehntelang für die selbe Firma gearbeitet. Doch ihren Ruhestand können sie nicht wirklich genießen: Joe hat nur noch dreißig Tage Zeit, um die nächste Rate völlig überteuerter Zinsen zu bezahlen, weil sonst die Bank sein Haus pfändet. Willie braucht dringend eine neue Niere und vermisst seine weit weg wohnende Tochter und Enkelin. Der notorisch schlechtgelaunte Al ist insgesamt unzufrieden mit seinem Leben und wartet eigentlich nur noch auf das Ende.

Als plötzlich die Rentenzahlungen ihrer Firma ausbleiben und ausgerechnet die Bank, bei der alle drei Kunden sind, den Pensionsfond abwickelt, keimt kriminelle Energie auf. Anstatt zukünftig am Hungertuch zu nagen, möchten sie endlich ihr wohlverdientes Stück vom Kuchen abhaben – einen „Abgang mit Stil“ , inspiriert durch einen perfekt geplanten, unblutigen Überfall, bei dem Joe Zeuge wurde und von der Effizienz der Gangster schwer beeindruckt war.

Nach einer katastrophalen „Übung“ im Supermarkt steht für Joe und Willie allerdings fest, dass sie in Sachen Bankraub dringend Nachhilfe brauchen. Vielleicht hat Joes zwielichtiger Ex-Schwiegersohn ja die richtigen Kontakte? Für Grummler Al tut sich derweil überraschenderweise noch ein ganz anderes Schlachtfeld auf: die lebenslustige Annie hat eindeutig ein Auge auf ihn geworfen – wie soll er damit bloß umgehen?

Schon von Beginn an punktet „Abgang mit Stil“ mit lässiger Musik, Charme und Humor und teils grandiosen Szenenübergängen. Die Top-Besetzung (Michael Caine, Morgan Freeman und Alan Arkin in den Hauptrollen) spielt zum Niederknien und das pfiffige Drehbuch macht einfach rundum gute Laune.

Da geht beim Zuschauen im Herzen richtig die Sonne auf! Lassen wir doch passenderweise Al die Schlussworte übernehmen (sinngemäßes Zitat): „Irgendwas stimmt nicht mit meinem Gesicht. Ich hab‘ noch nie so viel gelächelt.“

Abgang mit Stil. USA, 2016. Regie: Zach Braff. Darsteller: Michael Caine (Joe), Morgan Freeman (Willie), Alan Arkin (Al) … 1 DVD (92 Min.) Ab 6 Jahren freigegeben.

Andrea Sondermann

Lesetipp des Monats November – Roman

Kate Mosse: Der Kreis der Rabenvögel. Roman. Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann.

Droemer (https://www.droemer-knaur.de), München 2017.

„Der Kreis der Rabenvögel“ von Kate Mosse
(c) Verlagsgruppe Droemer Knaur

Wenn Sie manchmal das Gefühl haben, es regnet in unseren Breiten einfach zu häufig, dann ist es Zeit für den großartigen neuen Roman „Der Kreis der Rabenvögel“ von Kate Mosse.

Die düster-spannende Geschichte um die junge Contantia Gifford spielt an der stürmischen Küste von Sussex, im Jahre 1912. Connie, wie sie genannt wird,  lebt mit ihrem trunksüchtigen Vater, einem einst berühmten Tierpräparator, in völliger Zurückgezogenheit in einem abgelegenen Landhaus, mitten im  sumpfigen Marschland. Die Menschen in dieser einsamen Gegend sind Niederschläge gewöhnt. Doch in diesem Jahr sind die Wetterverhältnisse besonders übel. Die Wege sind überflutet, es regnet, es stürmt, es gießt, es gewittert. Eines Morgens findet Connie eine Leiche im Schlick. Hatte ihr Vater die Hände im Spiel?

Seit einem schweren Unfall fehlt der jungen Frau jegliche Erinnerung an ihre eigene Kindheit. Doch langsam, in kurzen, beunruhigenden Sequenzen, suchen sie die Erlebnisse von einst sie wieder ein. Nach dem Fund der toten Frau und der unheimlichen nächtlichen Versammlung in der Dorfkirche, die Connie heimlich beobachtet, verschwinden innerhalb weniger Tage auch noch vier Männer, lauter ehrenwerte Herren der Gesellschaft. Auch von ihrem Vater fehlt jede Spur. Als die unerschrockene Connie mit Hilfe des jungen Harry Doyle den düsteren Geheimnissen auf die Spur kommt, gerät sie selbst in große Gefahr.

Vorhänge zu, Heizung hoch drehen oder Kamin anfeuern und dem Heulen des Sturms lauschen, das sind die richtigen Zutaten, um dieses Buch richtig zu genießen.

Hedda Jensen

 

Schriftwelten

Husumer Schulen stellen in der Stadtbibliothek aus

Die Ausstellung Schriftwelten zeigt inspirierende Arbeiten der Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen in Husum, die auf vielfältige Weise zu dem Thema „Schrift“ und „Buch“ im Kunstunterricht gearbeitet haben.

In der Ferdinand-Tönnies-Schule entstanden zum Beispiel Textcollagen aus Zeitungen und Zeitschriften, die Arbeitsweisen von Herta Müller nachempfunden sind, oder Transferarbeiten bei denen Texte mit Acrylfarben auf Holz übertragen wurden.

In der 11. Klasse der Theodor-Storm-Schule haben Schülerinnen und Schüler Buchobjekte gestaltet, indem sie eine Geschichte verbildlicht oder eine Verfremdung vorgenommen haben, die auf die Literatur Bezug nimmt. Zu „Romeo und Julia“ z.B. wird die bekannte Balkon-Szene mit Figuren, Balkon und Brunnen im Buch nachempfunden.

Das Thema „Liebesbriefe“ wurde ebenfalls in der TSS kreativ bearbeitet. Zunächst wurden Briefe in „Geheimschrift“ (Sütterlin) geschrieben, anschließend Bilder zum Thema (Briefe lesen und schreiben) von Vermeer van Delft betrachtet, nachinszeniert und fotografiert.

Im Kunstprofil der Hermann-Tast-Schule entstanden kalligrafische Übermalungen von Körperfotografien, die an Tätowierungen erinnern, und eine Art Verschmelzung von Innen- und Außenwelt zeigen.

Die faszinierende Welt der chinesischen Kalligrafie war Unterrichtsthema in der Gemeinschaftsschule Nord, von der auch Collagen und Linolschnitte gezeigt werden.

Die Stadtbibliothek bietet diesen facettenreichen Arbeiten in der Ausstellung Schriftwelten den perfekten Raum, ein Besuch lohnt sich.

Die Ausstellung läutet für die Stadtbibliothek ein besonderes Jahr ein: Im November 2017 gibt es seit 125 Jahren in Husum eine Öffentliche Bücherei – weitere Veranstaltungen zu diesem Jubiläum sind für das kommende Frühjahr geplant.

Die Eröffnung der Ausstellung „Schriftwelten“ findet am Donnerstag, den 02.11.2017 um 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek Husum, Herzog-Adolf-Str. 25, statt. Interessierte sind herzlich willkommen!

Zu sehen sind die Werke der Schülerinnen und Schüler vom 02.11.2017 bis einschließlich 30.01.2018 während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek.

Lesetipp des Monats Oktober – Bilderbuch

Doro Göbel, Peter Knorr: Die Flussfahrt. Eine Wimmelbilder-Geschichte.

Beltz & Gelberg (http://www.beltz.de), Weinheim 2017.

„Die Flussfahrt“ von Doro Göbel und Peter Knorr
(c) Beltz & Gelberg

Käpt’n Kate und ihre Mannschaft machen mit einer bunten Mischung von Passagieren einen Tagesausflug auf der MS Luise. Ganz ohne Text, nur in herrlich detailreichen wimmeligen Zeichnungen, in denen sich neben der aufregenden Fahrt mitsamt einem Waschbären als blindem Passagier noch unzählige weitere kleine und große Geschichten verbergen: zum Beispiel die Reinigungsfirma, die ihrem ausgebüchsten Maskottchen nachjagt, ein übermütiger Motorbootfahrer, eine clevere Geschäftsidee nach einem Tomaten-Unfall und eine Flaschenpost, die schließlich ans Ziel kommt, entwickeln sich über mehrere Seiten hinweg. Für andere kleine Geschichten reicht schon ein einziges Bild (mein Favorit: die beiden Kinder, die beim Urlaub auf dem Bauernhof ein Schlammbad in der Schweinesuhle nehmen).

Auch nach mehrmaligem Anschauen lässt sich noch immer Neues und Überraschendes im Buch entdecken, so dass beim Betrachten richtige Schatzsucher-Stimmung aufkommt. Eigentlich schade, dass die Flussfahrt am Abend schon zu Ende ist …

Doro Göbel und Peter Knorr haben sich mit ihrem preisverdächtigen neuen Wimmelbuch wieder einmal selbst übertroffen: Bei dieser genialen Schiffsreise gehen Jung und Alt gern mit an Bord!

Andrea Sondermann

 

Lesetipp des Monats Oktober – Jugendroman

Ursula Poznanski: Aquila.

Loewe (https://www.loewe-verlag.de/), Bindlach 2017.

Mit ihrem Jugendbuch-Debüt „Erebos“ landete die Wiener Autorin Ursula Poznanski gleich einen Volltreffer: Das Buch erhielt zahlreiche Auszeichnungen (wie u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und hat die Autorin sehr bekannt werden lassen.

Sie schreibt mittlerweile ebenfalls Thriller für Erwachsene, doch ihr neuester Spannungsroman richtet sich wieder an Jugendliche und spielt im italienischen Siena.

Nika lebt seit kurzem als deutsche Austauschstudentin im schönen Siena und genießt Stadt, Studentenleben und Freiheit. Doch eines Morgens wacht Nika in ihrem Zimmer in ihrer Wohngemeinschaft auf und muss feststellen, dass sie die Erinnerung an die vergangenen zwei Tage verloren hat. Und neben ihrem Gedächtnis, was diesen Zeitraum betrifft, sind ebenfalls ihr Handy, ihr Haustürschlüssel und ihr Pass verschwunden. Völlig unerklärlich bleibt für sie nicht nur, was in den letzten Tagen und Nächten geschehen ist, sondern auch, wo ihre Mitbewohnerin Jenny steckt.

Ein mysteriöser Zettel mit scheinbar zusammenhanglosen Sätzen in ihrer eigenen Handschrift und ein Schriftzug mit dem Text „Letzte Chance“ auf dem Badezimmerspiegel jagen Nika Angst ein.

Auf der Suche nach ihrer Mitbewohnerin und der Klärung der rätselhaften Ereignisse gerät Nika, die sich verfolgt glaubt, immer tiefer in ein gefährliches Geheimnis, das nach dem Fund eines toten Mädchens in einem unterirdischen Tunnelsystem der Stadt schließlich auch die Polizei auf den Plan ruft. Mit Hilfe von Stefano, den Nika scheinbar zufällig kennenlernt, sucht sie nach Antworten…

Lange bleiben die Geschehnisse im Dunkeln – erst allmählich bilden sich Zusammenhänge, was den Spannungsbogen stets hoch hält.

Ein echter „Pageturner“ für jugendliche Leser, nicht nur für verregnete Herbstferien…

Susanne Luther-Feddersen

Filmtipp des Monats September

Einen schönen Mix aus Romanze, Science Fiction und Familiengeschichte bietet der Film „Den Sternen so nah“ :

Schon als Kind hat Nathaniel Shepherd davon geträumt, dass die Menschheit auf dem Mars ein neues Zuhause finden könnte. Seine Firma Genesis organisiert zusammen mit der Nasa die erste Marsmission, bei der Astronauten als Kolonisten auf dem roten Planeten leben sollen. Kommandantin ist die charismatische Sarah Elliott, die allerdings während des siebenmonatigen Fluges feststellt, dass sie schwanger ist – überaus peinlich für die Organisatoren der Mission, die dieses Detail denn auch vor der Öffentlichkeit verschweigen. Sarahs Sohn Gardner wird auf dem Mars geboren und Sarah stirbt, ohne den Namen seines Vaters verraten zu haben.

16 Jahre später wohnt Gardner noch immer in der Marskolonie, da die Ärzte befürchten, sein Körper könnte der Schwerkraft auf der Erde nicht gewachsen sein. Gardner will jedoch unbedingt zur Erde: um endlich seine Chatfreundin Tulsa (vor der er im Chat immer geheim halten muss, dass er auf dem Mars wohnt) persönlich treffen zu können – und um mit ihrer Hilfe, da er auf der Erde sonst niemanden kennt, seinen Vater zu finden, denn in den Habseligkeiten seiner Mutter hat er einige vielversprechende Hinweise entdeckt. Astronautin Kendra, die eine Art Ersatzmutter für Gardner ist, setzt sich sehr für ihn ein und die Nasa bekommt nach all den Jahren Gewissensbisse: also darf Gardner tatsächlich zur Erde, soll dort aber in Quarantäne bleiben, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind. Der clevere Junge büxt jedoch aus und macht sich auf den Weg zu Tulsa; verfolgt von Kendra und Nathaniel, die um seine Gesundheit fürchten…

Abenteuerlich und was fürs Herz – „Den Sternen so nah“ lässt uns staunen und mitfiebern. Lässt uns manche Handlungsentwicklungen im Voraus richtig erraten (z.B. wer Gardners Vater ist, ahnen aufmerksame Zuschauer lange, bevor der Junge es herausfindet) und vollbringt das Kunststück, dass wir uns darüber nicht ärgern, sondern uns im Gegenteil darüber freuen, dass wir das alles im Herzen schon ganz genau wussten.

Ein bisschen schade ist es nur um den so wunderbar mehrdeutigen Originaltitel „The space between us“, der so viel mehr zu erzählen hat als sein deutsches Pendant.

Den Sternen so nah. USA, 2016. Regie: Peter Chelsom. Darsteller: Asa Butterfield (Gardner), Gary Oldman (Nathaniel Shepherd), Britt Robertson (Tulsa) … 1 DVD (116 Min.) Ab 6 Jahren freigegeben.

Andrea Sondermann