Filmtipp des Monats Mai

Wie man es auch dreht und wendet: Es führt einfach kein Weg vorbei an „Der Hobbit – eine unerwartete Reise„. Nachdem Regisseur Peter Jackson bereits mit den drei „Herr der Ringe“-Filmen Erfolge feierte, entführt er die Zuschauer nun wieder nach Mittelerde. 163 Minuten lang verlassen wir (in der Kinofassung auf DVD) gemeinsam mit dem Hobbit Bilbo Beutlin unseren beschaulichen Alltag und folgen Thorin Eichenschild und seiner tapferen Zwergenschar in ein unwiderstehliches, erschreckendes, gewaltiges Abenteuer, für das Bilbo all seinen Mut brauchen und über sich hinauswachsen wird. (Und das alles, oh Schreck, ganz ohne Taschentuch!)

Wir begegnen guten Bekannten wie dem Zauberer Gandalf, den Elben Elrond und Galadriel, die völlig zu Recht von düsteren Ahnungen geplagt werden. Gierige Trolle und rachsüchtige Orks kreuzen den Weg der ungewöhnlichen Reisegesellschaft. Auf der Flucht macht Bilbo eine Entdeckung, die ganz Mittelerde verändern wird, doch zu dem Zeitpunkt weiß er das natürlich noch nicht. Erst sechzig Jahre später wird er an seinem „einhundertelfzigsten“ Geburtstag erfahren, dass der geheimnisvolle Ring, der ihm beim Rätselraten mit dem finsteren Gollum das Leben rettet, eine weitaus gefährlichere Macht besitzt als die, seinen Träger unsichtbar zu machen.

Einstweilen führt der Weg einem ganz anderen Schatz entgegen, bewacht vom Drachen Smaug, und wir sturmerprobten Mittelerde-Reisenden ahnen inzwischen längst, dass entgegen der Hoffnungen der Zwerge noch viel Schlimmeres auf uns wartet … und dass uns auch die Lektüre der Buchvorlage von J.R.R. Tolkien sicherlich nicht alle Details der zwei noch folgenden Filme verraten wird.

Der Hobbit – eine unerwartete Reise. USA 2012. Regie: Peter Jackson. Darsteller: Martin Freeman (Bilbo), Ian McKellen (Gandalf), Richard Armitage (Thorin) … 1 DVD (163 Min.). Ab 12 Jahren freigegeben.

Bilbo

Der Hobbit erlebt seine Abenteuer übrigens auch digital: in der Onleihe zwischen den Meeren gibt es das Werk von J.R.R. Tolkien nebst Fortsetzung „Der Herr der Ringe“ zum Lesen und zum Hören!

Andrea Sondermann

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Führung durch die Ausstellung von Martin Stock

Am 6. Juni führt Martin Stock um 17.00 Uhr durch seine Fotoausstellung „Farbrausch im Weltnaturerbe Wattenmeer“.

Alle Fragen, die seit Beginn dieser Ausstellung immer wieder gestellt wurden (von „Wie lange muss man eigentlich auf der Lauer liegen, um solch ein Foto zu machen“ bis hin zu „Sind diese Farben wirklich echt?“), werden bei dieser Gelegenheit sicherlich gern beantwortet.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen! Der Eintritt ist frei.

Lesetipp des Monats Mai – Jugendroman

Elizabeth Scott: Stealing Heaven.

Dtv, München 2010.

"Stealing Heaven" von Elizabeth Scott

„Stealing Heaven“ von Elizabeth Scott

Seit sie sich erinnern kann, ist die 18-jährige Dani schon mit ihrer Mutter auf Diebestour quer durch die USA. Sie stehlen hauptsächlich Silber aus luxuriösen Villen und wurden noch nie erwischt. Insgeheim hat Dani dieses Nomadenleben ohne ein echtes Zuhause, richtige Freunde und ständig unter falschem Namen gründlich satt, kann jedoch mit ihrer Mutter nicht offen darüber sprechen. Bei der Vorbereitung ihres neuesten Coups im beschaulichen Badeort Heaven geraten die Dinge außer Kontrolle: Danis Mutter scheint gesundheitlich angeschlagen, Dani freundet sich mit der reichen Allison an, die sie eigentlich bloß aushorchen soll, und der nette Greg, der ihr ständig über den Weg läuft, geht ihr nicht mehr aus dem Kopf – obwohl er Polizist ist! Und dann geraten Dani und ihre Mutter mit Diebesgut im Auto in eine Polizeikontrolle … Wie soll es weitergehen? Was wird Greg nun von ihr denken? Dani weiß nur eines: Es muss sich endlich etwas ändern.

„Stealing Heaven“ ist zwar kein brandneues Jugendbuch, aber trotzdem einen Tipp wert. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin Elizabeth Scott schreibt Danis Geschichte in der Ich-Form und lässt die Leserin unmittelbar am Seelenleben ihrer Hauptfigur teilhaben. Spannend und nachvollziehbar schildert sie den Gewissenskonflikt, in dem Dani sich befindet. Die zart aufkeimende Beziehung zu Greg berührt besonders. Eines steht fest: Dani stiehlt sich auf jeden Fall in die Herzen der Leser!

Andrea Sondermann

Honigmond und -Finsternis

Am Sonnabend, d. 25. Mai 2013, findet in der Stadtbibliothek die diesjährige Husumer Lesung des Freien Deutschen Autorenverbands (FDA) Hamburg/Schleswig-Holstein statt.

FDA-Mitglieder aus drei Bundesländern (Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen) präsentieren Werke rund um das Motto „Honigmond und -Finsternis„. Schleswig-Holstein ist diesmal besonders gut vertreten: Die Autorinnen und Autoren aus dem Norden kommen von der Westküste, der Ostküste und vom Elbufer.

Das Motto „Honigmond und -Finsternis“ verdankt die Lesung ihrer Datierung: Der „Wonnemonat“ Mai ist nämlich einer von mehreren Monaten, die auch als „Honigmond“ bezeichnet werden. Außerdem ereignet sich am 25. Mai 2013 eine Halbschatten-Mondfinsternis (der Mond taucht also in den Halbschattenkegel der Erde ein). Da sich allerdings weniger als 2 Prozent des Mondes „verfinstern“ werden, ist dieses Himmelsphänomen für das menschliche Auge nicht sichtbar, sondern nur von Astronomen errechnet.

Die Lesung beginnt um 15.30 Uhr und wird voraussichtlich gegen 17.30 Uhr enden. Eingeplant ist eine ca. 20-minütige Pause im Café Brütt.

Lesetipp des Monats Mai – Sachbuch

Martyn Lyons: Das Buch. Eine illustrierte Geschichte.

Mit 266 Illustrationen. Aus dem Englischen von Birgit Fricke und Jutta Orth. Gerstenberg, Hildesheim 2012.

"Das Buch - eine illustrierte Geschichte" von Martyn Lyons

„Das Buch – eine illustrierte Geschichte“ von Martyn Lyons

Seit der Erfindung der Schrift durch die Sumerer hat die Schreib- und Lesekultur eine faszinierende Entwicklung gemacht. Der Brite und heute in Sydney lehrende Professor Martyn Lyons nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die Epochen von der Antike bis zur Moderne. Zu jedem Zeitabschnitt hat er mehrere unterhaltsame Beiträge verfasst.

In der Antike schrieb man in einer Bilderschrift auf jeweils vorhandenen Materialien wie z.B. auf Rinde oder Ton. Bücher machte man in Ägypten, Griechenland und Rom aus Papyrus und Pergament. Mit Johannes Gutenberg beginnt die Frühzeit des Buchdrucks. Bücher konnten in größerer Zahl hergestellt werden und trugen zur Aufklärung bei.

In einem weiteren Kapitel geht es um wirtschaftliche Bedingungen von Produktion und Vertrieb. Bis ins 19. Jahrhundert wurde die Tätigkeit des Verlegers, Druckers und Buchhändlers in Personalunion ausgeübt, erst danach spezialisierten sich die „Bücherberufe“. Ein lesendes Massenpublikum entstand mit der Mechanisierung des Buchdrucks. In privaten und öffentlichen Leihbüchereien konnte Lesestoff ausgeliehen werden. Öffentliche Bibliotheken, bisher vorwiegend Bewahrerinnen alter Schätze, sollten die „richtige“ Literatur zur Verfügung stellen.

Im letzten Kapitel „Wissen für alle“ setzt sich der Autor mit der Digitalisierung und dem Internet auseinander. Autoren und Verleger stehen vor neuen Herausforderungen, Medienkonzerne agieren global. Ist das Buch in der Krise? Der Autor hält diese Überlegung für ein Phänomen in wohlhabenden westlichen Gesellschaften. Da die E-Books an Endgeräte gebunden sind, die das Lesen erst ermöglichen, blieben sie für weite Teile der Weltbevölkerung unerschwinglich. „Haltbar und wieder verwertbar, sie brauchen weder Batterie noch Wartung“, so sein Fazit für das gute alte Buch.

Reich bebildert und in einer soliden Ausstattung lädt diese Kulturgeschichte des Buches zum Blättern und Schmökern ein.

Auguste Carstensen-Lenz

Farbrausch im Weltnaturerbe Wattenmeer

Fotoausstellung von Martin Stock vom 16. Mai bis zum 30. Juli 2013.

Gezeigt werden 20 – 25 großformatige Fine-Art-Objekte in verschiedenen Größen. Bei den Bildern handelt es sich um klassische Landschaftsaufnahmen sowie um Bewegungsstudien vom Meeresstrand, abstrakte Strukturbilder und Farbstudien.

Zur Eröffnung am 16. Mai um 19 Uhr sowie am 06. Juni gibt der Fotograf eine Einführung in seine ausgestellten Arbeiten.

(c) Martin Stock

(c) Martin Stock

Martin Stock ist langjähriger Kenner des Wattenmeeres. Sein Interesse an der Wattenmeernatur wurde während des Biologiestudiums geweckt. In dieser Zeit verbrachte er auch ein Jahr auf der Hallig Langeness im nordfriesischen Wattenmeer und vertiefte seine Begeisterung für den Schlick des Meeresbodens, die Weite der Landschaft und ihre weitgereisten Gäste. Von Anfang an fing er die beeindruckenden Lichtstimmungen des Gezeitenmeeres mit seiner Kamera ein. Er hat Bilder der Tier- und Pflanzenwelt und der Wattlandschaft über und unter Wasser zusammen getragen und spielt mit den Lichtstimmungen der norddeutschen Küstenlandschaft.

"Weltnaturerbe Wattenmeer" von Martin Stock und Ute Wilhelmsen

„Weltnaturerbe Wattenmeer“ von Martin Stock und Ute Wilhelmsen

Nach dem Studium zog es ihn wieder an die Küste. Seine berufliche Tätigkeit als Biologe begann beim WWF in der Wattenmeerstelle in Husum. Später wechselte er in die Nationalparkverwaltung, wo er bis heute als Biologe und Fotograf tätig ist. Aus dieser Arbeit sind populärwissenschaftliche und wissenschaftliche Bücher über das Wattenmeer hervorgegangen. Zusammen mit Hans-Joachim Augst hat er den Bildband „Augenblicke im Nationalpark Wattenmeer“ veröffentlicht. Aktuell ist sein großformatiger Bildband „Weltnaturerbe Wattenmeer“ zusammen mit Ute Wilhelmsen (erschienen im Wachholtz-Verlag Neumünster). Seine Fotografien werden wattenmeerweit für die Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt. Seit mehreren Jahren erscheint alljährlich sein großformatiger Kalender „Nationalpark Wattenmeer“.

Für sein großes öffentliches Projekt „Wandel im Watt“ mobilisierte er viele wattbegeisterte Menschen. Ein Jahr lang waren sie tagtäglich im Einsatz, lichteten immer zu selben Uhrzeit dasselbe Motiv ab. Schirmherr und Partner des Projekts: der renommierte GEO-Fotograf Heinz Teufel.

Martin Stock möchte mit seinen Bildern die Menschen für die Einzigartigkeit der Wattenmeernatur begeistern, möchte Achtung wecken und Wertschätzung für eine Landschaft hervorrufen, die in unserem dicht besiedelten Europa einzigartig ist und den Schutz als Nationalpark mit seiner Zielsetzung „Natur Natur sein lassen“ verdient hat.

Lesetipp des Monats Mai – Krimi

Lotte und Sören Hammer: Das weiße Grab.

Droemer, München 2013.

Der Strom vieler hervorragender Krimis aus Skandinavien reißt zum Glück nicht ab! Nach „Schweinehunde“ ist „Das weiße Grab“ der zweite Fall rund um das Team von Kommissar Konrad Simonsen, den das dänische Geschwisterpaar Lotte und Sören Hammer hier vorlegt. Auch bei diesem zweiten Kriminalroman gelingt es den Autoren, ein spannendes und brisantes Thema anzupacken:

"Das weiße Grab" von Lotte & Sören Hammer

„Das weiße Grab“ von Lotte & Sören Hammer

In Grönland wird unweit einer früheren amerikanischen Militärbasis eine Frauenleiche gefunden, die schon lange Jahre im Eis liegt. Das Ermittlerteam erkennt, dass noch weitere Frauen auf dieselbe Art ermordet wurden und geht von einem Serientäter aus. Die Beweislage gegenüber dem Verdächtigen gestaltet sich schwierig. Das Team um den gesundheitlich stark angeschlagenen Kommissar Simonsen ermittelt detailliert in viele Richtungen und muss so manche Rückschläge hinnehmen. Spannend und besonders hervorzuheben sind die gelungenen Charakterisierungen der unterschiedlichen Persönlichkeiten in der Polizeitruppe sowie des Täters. Die ehrgeizige Kollegin Pauline Berg ermittelt auf eigene Faust und gerät dadurch in große Gefahr. Die Zeit läuft gegen sie …

Für Krimifans ein echter „Pageturner“ – man darf auf weitere Fälle des Kopenhagener Teams hoffen!

Susanne Luther-Feddersen