Filmtipp des Monats Juni

Eigentlich ist es ein bisschen gemein, ausgerechnet den Film „Löwen aus zweiter Hand“ zu empfehlen. Dabei gibt es an ihm gar nichts auszusetzen, ganz im Gegenteil: Es ist ein herzerwärmender, wunderbarer Film mit tollen Schauspielern, viel Seele, leisen Momenten, Abenteuer und Humor.

Walter (gespielt von Haley Joel Osment) wird von seiner alleinerziehenden Mutter auf der Farm von zwei kauzigen Onkeln (Michael Caine und Robert Duvall) zurückgelassen. Angeblich soll er den Sommer bei ihnen verbringen; in Wahrheit soll er aber herausfinden, wo die beiden ihr immenses Vermögen versteckt haben. Überraschenderweise funktioniert die Gemeinschaft zwischen dem Jungen und seinen skurrilen Verwandten, die offen zugeben, von Kindererziehung nicht die geringste Ahnung zu haben, erstaunlich gut. Walter zuliebe versuchen sich die Onkel sogar im Gemüseanbau, obwohl sie sich im Umgang mit der guten alten Flinte, um lästige Vertreter abzuschrecken, wesentlich wohler fühlen. Deshalb kommt es übrigens auch zum Kauf der alten Secondhand-Löwin: eine Großwild-Trophäe fehlte bislang in der Sammlung. Doch Walter und die Löwin schließen einander ins Herz, und sie findet Zuflucht im Maisfeld. Die abgelegene Farm seiner schrägen Onkel entpuppt sich als das erste echte Zuhause, das der entwurzelte Walter jemals hatte. Aber stimmen die abenteuerlichen Geschichten, die die beiden älteren Herren aus ihrer Zeit bei der Fremdenlegion erzählen? Gab es tatsächlich eine Liebesgeschichte mit einer echten Prinzessin? Haben sie das ganze Geld wirklich aus einer orientalischen Schatzkammer geraubt, oder stammt es von einem schnöden Banküberfall, wie der neue Freund von Walters Mutter behauptet? Kann diese seltsame Idylle länger bestehen als einen Sommer? Einige Antworten wird Walter erst ganz am Ende des Films finden, als er sie schon längst nicht mehr erwartet.

Hört sich doch alles gut an, oder? Was ist dann der Haken an diesem Filmtipp? „Löwen aus zweiter Hand“ ist schon etwas älter (aus dem Jahr 2003) und eine echte Seltenheit. Ob er jemals im Kino gelaufen ist? Keine Ahnung! Auch im normalen Handel bekommt man ihn nicht mehr; bei Internet-Händlern zahlt man Unsummen für die DVD. In der Bibliothek zum Ausleihen gibt es ihn ebenfalls nicht – eine echte Bestandslücke! Trotzdem ist er heute der Tipp des Tages, denn gegen vier Uhr morgen früh läuft er nach längerer Zeit mal wieder im Fernsehen! Wer macht nur immer diese Programmplanung und versteckt solche Perlen im Nachtprogramm? Glücklich, wer einen Rekorder besitzt … diesen großartigen Film zu kennen ist eine Bereicherung!

Andrea Sondermann

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Lesetipp des Monats Juni – Sachbuch

Harald Martenstein: Romantische Nächte im Zoo. Betrachtungen und Geschichten aus einem komischen Land.

Aufbau-Verlag, Berlin 2013

Harald Martenstein: Romantische Nächte im Zoo

Harald Martenstein: Romantische Nächte im Zoo

In den 34 meisterhaften Reportagen erforscht Harald Martenstein deutsche Befindlichkeiten, erkundet besondere Orte und beschreibt Veränderungen des Zeitgeistes.

„Kein Mensch freut sich darüber, als Deutscher geboren zu sein. Deutsch zu sein ist so ähnlich, als ob man zwei verschiedenfarbige Augen hat oder als Baby adoptiert wurde. Es ist okay. Aber niemand würde seinen Schöpfer vorher ausdrücklich darum bitten“. Dabei werde das Klischee, wir hätten keinen Humor, „von vielen Deutschen unermüdlich verbreitet, vielleicht wegen unseres schwach entwickelten Selbstbewusstseins und des Dranges der meisten deutschen Intellektuellen zu Tiefe und Besinnlichkeit“. Ganz falsch, so Martenstein, schließlich gebe es neben dem deutschen Karneval immerhin die Humoristen wie Karl Valentin, Heinz Erhardt und Otto Waalkes.

Harald Martenstein versetzt sich in die Gedankenwelt und Spleens seiner Mitmenschen und reduziert komplexe Zusammenhänge auf das Wesentliche. In Friseursalons, in einem Seminar zum positiven Denken und in von Ausländern betriebenen Gaststätten erhält er Anschauungsunterricht. So beschreibt er in „Geschichte des Ausländischessens“ den Beginn durch „die Italiener, die einfach alles mit Olivenöl machten“. Seine meisterlich-naive Herangehensweise an Alltagsthemen bringt erfrischende Erkenntnisse zu noch so banalen Themen.

Harald Martenstein ist den Lesern der „Zeit“ und dem „Tagesspiegel/Berlin“ durch seine wöchentlichen Kolumnen bekannt. Er ist ein kluger Frager, gegenüber Trends und Mehrheitsmeinungen misstrauisch, manchmal auch streitlustig, bleibt aber humorvoll.

Diese Mischung ist es…Sie werden beim Lesen Ihren Spaß haben!

Auguste Carstensen-Lenz

Lesetipp des Monats Juni – Bilderbuch

Christina Björk und Eva Eriksson: Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen.

Aus dem Schwedischen übersetzt von Birgitta Kicherer. Oetinger, Hamburg 2013.

"Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen" von Christina Björk und Eva Eriksson

„Sieben Prinzessinnen und jede Menge Drachen“ von Christina Björk und Eva Eriksson

Etwas ist anders an diesem Prinzessinnenbuch (oder ist es ein Drachenbuch?). Das merkt man schon in der ersten Geschichte, in der Prinzessin Mondenschein einen wirklich merkwürdigen Montag erlebt. Statt Drachen-Snack wird sie hier nämlich Babysitter, und am Ende fahren alle Drachenkinder überglücklich mit neuen Puppenstuben nach Hause. Es folgt eine verrückte Woche vom dummen Dienstag über den fürchterlichen Freitag (an dem die Freche Freesia den entführten Friedlichen Frieder mitsamt seinem Teddy rettet) bis hin zum sonderbaren Sonntag, in der an jedem Wochentag eine andere Prinzessin in ein außergewöhnliches Drachenabenteuer gerät.

Die schwedische Autorin Christina Björk hat sich hier jede Menge originelle Geschichten einfallen lassen, die von Eva Eriksson hinreißend illustriert wurden. Jede Prinzessin ist eine besondere Persönlichkeit, jeder Drache hat ein eigenes Gesicht, und die Geschichten haben eine ideale Vorlese-Länge. Vor allem die Wortspielereien sind absolut ansteckend! Verschmitztes Vorlesebuch voller wunderbar versponnener Wochentage. Schade, schade, schade, dass die Woche nach sieben Tagen schon um ist. Hoffentlich arbeitet das Dream-Team Björk/Eriksson bereits an einem Nachfolgeband, zum Beispiel über Prinzen und Piraten oder Feen und Feuerwehrmänner …

Andrea Sondermann

FerienLeseClub (FLC)

Endlich: Ab dem 17. Juni geht es in der Stadtbibliothek Husum wieder los mit dem FerienLeseClub!

Ausgewählte Bücher warten im Club-Regal auf lesehungrige FLC-Mitglieder, die für jedes gelesene FLC-Buch Stempel im Leselogbuch sammeln können. Je nach Anzahl der gesammelten Stempel gibt es Urkunden in Bronze, Silber oder Gold. Außerdem warten bei der FLC-Abschlussveranstaltung am 16.8. tolle Preise auf ihre Gewinner.

Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler, die nach den Sommerferien mindestens in die 5. Klasse kommen. Anmeldung und Teilnahme sind kostenlos!

Die Partner des FLC:

Der FerienLeseClub wird seit 2008 gemeinsam von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein und der NORDMETALL-Stiftung veranstaltet und hat sich in den letzten Jahren als das erfolgreichste landesweite Leseförderungs-Projekt in den Ferien etabliert. Als neuer Partner ist in diesem Jahr der Arena-Verlag hinzugekommen, der alle FLC-Bibliotheken in Schleswig-Holstein direkt mit neuen Jugendbüchern unterstützt.

Der Wettbewerb:

Der Arena-Verlag schreibt in diesem Jahr einen Klassenwettbewerb aus, zu dem die KlassenlehrerInnen ihre Klassen anmelden können. Es gewinnt die Klasse, die in den Ferien gemeinsam die meisten FLC-Bücher gelesen hat. Zu gewinnen gibt es Gold-, Silber- und Bronze-Büchergutscheine für die Klassen- oder Schulbibliothek.

Mehr Infos rund um den FerienLeseClub und den Wettbewerb gibt es natürlich auf der FLC-Seite im Internet.

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Mitmachen? So geht’s:

Der FerienLeseClub 2013 startet am 17. Juni. Ab dann und während der Sommerferien kannst du dich anmelden und teilnehmen.

Für den FLC bekommst du eine Club-Lesenummer, die auf deinem Leselogbuch steht. Bringe deshalb dein Logbuch beim Ausleihen und Abgeben von FLC-Büchern immer mit!

Als FLC-Mitglied kannst du:

– bis zu 3 Bücher gleichzeitig aus dem Clubregal auswählen und an der „Verbuchung“ ausleihen

– deine FLC-Bücher 3 Wochen lang behalten (oder eher abgeben)

– deine gelesenen FLC-Bücher im Logbuch eintragen, -> ihnen in der Spalte „Kommentar“ Schulnoten von 1 bis 6 geben -> und so bei der Wahl der beliebtesten FLC-Bücher (FLC-Top 10) mitmachen

Achtung: Die Teilnahme am FLC ist kostenlos, aber wenn du Bücher verspätet abgibst, wird die übliche Versäumnisgebühr fällig.

Außerdem kannst du:

– an der „Information“ FLC-Bücher kostenlos vorbestellen

– deine ausgeliehenen FLC-Bücher 1mal verlängern, wenn sie nicht für ein anderes Clubmitglied vorbestellt sind

– mehr Bücher lesen, als ins Logbuch passen, denn an der „Information“ gibt’s Zettel zum Nachlegen

– mit deinen gelesenen FLC-Büchern Stempel im Logbuch sammeln -> und nach den Sommerferien eine Urkunde in Bronze (für 1 – 2 Stempel), Silber (3 – 6 Stempel) oder Gold (ab 7 gelesenen Büchern) bekommen

– Gastautor beim FLC-Blog werden

Stempel sammeln – so geht’s:

– FLC-Buch lesen

– bei der Rückgabe Fragen zum Inhalt beantworten

– oder erzählen, wovon das Buch handelt

-> und mit Stempel im Logbuch bestätigen lassen

Der FerienLeseClub endet am 10. August. Das heißt:

– bis spätestens zum 10.8. musst du dein Logbuch in der Bibliothek abgeben -> für die Urkunde und -> für die Wahl der FLC-Top 10-Bücher

– ab dem 10.8. kannst du mit deiner FLC-Lesenummer nichts mehr ausleihen oder verlängern

– ab dem 10.8. wandern alle FLC-Bücher wieder in ihre gewohnten Bibliotheksregale zurück

nach dem 10.8. gibt es keine Stempel mehr!

Deine Urkunde bekommst du bei der FLC-Abschlussveranstaltung am 16.8. nachmittags im Kino Center Husum.

Kannst du mit der FLC-Urkunde auch in der Schule punkten?

Das entscheiden deine Schule und dein(e) Deutschlehrer(in). Trau dich und frage dort nach!

Hörbuchtipp des Monats Juni

Sybil Volks: Torstraße 1. Gesprochen von Ulrike Krumbiegel.

Jumbo, Hamburg 2012.

"Torstraße 1" von Sybil Volks

„Torstraße 1“ von Sybil Volks

Über den Zeitraum von 80 Jahren verlaufen die im Wechsel erzählten Lebensgeschichten von Elsa und Bernhard, die beide am gleichen Tag im Berliner Kaufhaus „Jonas“ zur Welt kommen. Die Autorin Sybil Volks lebt selbst nicht weit entfernt von der Torstraße 1 in Berlin und greift in ihrem Roman wahre Geschichten auf und fügt Erfundenes hinzu.

Mit der Sprecherin Ulrike Krumbiegel erfährt der Roman auch akustisch viel Berliner Charme.

Die Kindheit und Jugend der beiden Protagonisten fällt in Inflationszeiten und erste Kriegsjahre. Elsa, als uneheliche Tochter einer Verkäuferin geboren, und Bernhard, dessen Vater zufällig Geburtshelfer bei Elsa wurde, sind von Kindheit an in tiefer Freundschaft verbunden. Diese Freundschaft gerät im Hinblick auf die historischen Ereignisse, die auch das Privatleben der jeweiligen Familien stark beeinflussen, auf viele Bewährungsproben. Elsas Mutter heiratet zum Schutz für Elsa, die einen ihr unbekannten jüdischen Vater hat, einen Nazi. Bernhards Vater bleibt dem Sozialismus treu. Die deutsch-deutsche Geschichte berührt Krieg, Trennung Deutschlands und den Mauerbau bis hin zum Mauerfall. Das Kaufhaus wird im Laufe der Geschichte Hitlerjugend-Zentrale, nach dem Krieg ein Haus der DDR-Führung und schließlich ein Szene-Club. Bis in die Gegenwart bleibt die Verbundenheit Elsas und Bernards bestehen, auch wenn ihre jeweiligen Lebensgeschichten von Tragik und Verlust gezeichnet sind. Ein einfühlsam und mitreißend gelesenes Hörbuch, das ich auch generationenübergreifend gerne empfehle.

Susanne Luther-Feddersen

Kulturnacht

Husumer Kulturnacht 2013

Husumer Kulturnacht 2013

Das Programm zur 11. Husumer Kulturnacht am 22. Juni 2013 in der Stadtbibliothek Husum:

19.00 Uhr bis 23.00 Uhr:

„Dichterporträts und mehr“ – unter diesem Motto hat Joachim Smarsly Farbgrafiken gestaltet. Anschauliche Erklärung vor Ort!

19.00 Uhr: Musik

Gitarrenduo Finja Pörksen – Leah Picek: Als Bundespreisträgerinnen von „Jugend musiziert“ konnten Finja Pörksen und Leah Picek schon häufig ihr Publikum überzeugen. Sie spielen Spanisches, Latin und Modernes und eröffnen damit einen klangvollen Abend in der Stadtbibliothek.

(Dauer: 20 Minuten)

19.30 Uhr/21.00 Uhr/22.30 Uhr: Lesung

Satirische Lesung mit Sören Sieg: Manche besteigen ohne Sauerstoffmaske den Nanga Parbat. Andere durchqueren barfuß die Sahara. Darüber kann er nur lachen. Sören Sieg zieht drei Kinder groß. Wie er seinen chaotischen Familienalltag überlebt, darüber schrieb er zahllose Seite-eins-Kolumnen für den Bremer Weser-Kurier. Und 2012 den Roman „Superdaddy“ (List-Verlag).

(c) Sören Sieg

(c) Sören Sieg

Sören Sieg, geboren 1966 in Elmshorn als Sohn des Schriftstellers Wolfgang Sieg, studierte Soziologie und Musik in Hamburg und Bielefeld. Er tourte achtzehn Jahre mit dem a-cappella-Quartett LaLeLu durch ganz Deutschland und lebt seit 2012 als freier Schriftsteller und Komponist in Hamburg.

Aus seinen Geschichten und dem Roman wird er am 22. Juni in der Stadtbibliothek Husum vorlesen.

(Dauer: jeweils 30 Minuten)

20.20 Uhr: Musik

„Der Zimmerchor“ unter der Leitung von Lena Wulff singt Lieder aus verschiedenen Kontinenten und Zeitepochen. Als Überleitung folgen afrikanische Gesänge mit Trommelbegleitung, die schon einen Vorgeschmack auf den nächsten musikalischen Programmpunkt geben.

(Dauer: 20 Minuten)

21.50 Uhr: Musik

Die Trommelgruppe „Kambala“ tritt mit afrikanischen Rhythmen auf.

(Dauer: 20 Minuten)

Außerdem: „Farbrausch im Weltnaturerbe Wattenmeer“ – Fotos von Martin Stock

Bewirtung: Kaffee, Getränke, Laugengebäck