Lesung mit Anne Hansen

„Traumfrau“ in 10 Schritten – ob das gut geht?

(c) Anne Hansen

(c) Anne Hansen

Hannah Jensen ist noch immer auf der Suche nach ihrem Traummann. Um den Status der Unwiderstehlichkeit zu erreichen, durchläuft die umtriebige Journalistin ein ausgeklügeltes 10-Punkte-Programm, das sie unter anderem zur Finanz- und Fußballexpertin, Profi-Pokerspielerin und Schönheitskönigin machen soll. Ob sie ihren Traummann aber wirklich im Lehrgang „Wie man auf Killer-Absätzen geht“ oder im Knigge-Seminar trifft, wird die Autorin vielleicht bei ihrer Buchvorstellung verraten: Anne Hansen ist gebürtige Husumerin und hat den 10-Punkte-Plan selbst ausprobiert. Sie präsentiert ihr neues Buch „Fräulein Jensen wird zur Traumfrau“ am Freitag, 31. Januar 2014, um 19.30 Uhr bei uns in der Stadtbibliothek.

Eintrittskarten sind zum Preis von 5 Euro bei den Veranstaltern Schloßbuchhandlung und Stadtbibliothek erhältlich.

"Fräulein Jensen wird zur Traumfrau" von Anne Hansen

„Fräulein Jensen wird zur Traumfrau“ von Anne Hansen

Anne Hansen: Fräulein Jensen wird zur Traumfrau. Roman.

DuMont Buchverlag, Köln 2013.

Advertisements

Lesetipp des Monats Januar – Krimi?

Håkan Nesser: Himmel über London. Roman. Aus dem Schwedischen von Christel Hildebrandt.

btb, München 2013.

"Himmel über London" von Hakan Nesser

„Himmel über London“ von Hakan Nesser

Nein, ein Krimi ist der neue Roman von dem schwedischen Erfolgsautor Håkan Nesser nicht, auch wenn als Nebenhandlung erwähnt wird, dass ein Serienmörder sein Unwesen in London treibt.

London ist auch der Schauplatz, den der todkranke Leonard Vernim sich aussucht, um seinen vermutlich letzten (den 70.) Geburtstag zu feiern. Er reist mit seiner Lebensgefährtin Maud – seiner einstigen Therapeutin – an, lädt außerdem deren Kinder Irina und Gregorius ein. Für die Beteiligten ein Geheimnis bleibt, wer die weiteren beiden Gäste sind, die Leonard eingeladen hat. Neben Irina mit Waschzwang und Gregorius, der dringend auf ein Erbe hofft, erhält auch Milos, ein junger Mann mit tschechischen Wurzeln, eine Geburtstagseinladung von einem ihm unbekannten „Gönner“ (Leonard). Der Leser erfährt in vielen Zeit- und Ortssprüngen von Leonards Spionagevergangenheit und erhält Einblicke in die Leben der anderen Protagonisten. Mysteriös ist die Figur des Lars Gustav, der ebenfalls nach London reist, um seinen großen Londonroman zu vollenden. Viele Handlungsstränge, die nicht alle am Ende verknüpft werden, und die wechselnden Figuren erfordern die ganze Aufmerksamkeit des Lesers, der aber belohnt wird mit subtiler Spannung und grandiosen Geschichten in der Geschichte.

Lesen!

Susanne Luther-Feddersen

Lesetipp des Monats Januar – Märchenbuch

Frank Flöthmann: Grimms Märchen ohne Worte.

DuMont Buchverlag, Köln 2013.

"Grimms Märchen ohne Worte" von Frank Flöthmann

„Grimms Märchen ohne Worte“ von Frank Flöthmann

Wer dieses Buch zum ersten Mal in die Hand nimmt und darin blättert, dem fehlen tatsächlich die Worte. Denn Frank Flöthmann erzählt die 16 enthaltenen Märchen rein visuell: in rot, grün, schwarz und weiß, in sehr reduzierten Formen, comicartig – sogar in den Sprechblasen finden sich nur Piktogramme.

Das könnte uns nun ratlos zurücklassen. Oder uns ermuntern, die Bilder zu entschlüsseln, vertraute Märchenelemente zu entdecken, Worte dafür zu finden und die Märchen auf diese Art zum Leben zu erwecken. Es könnte uns aber auch dazu einladen, ganz eigene, neue Geschichten zu erzählen. Zumal Flöthmanns Bilder nicht immer dem klassischen Märchenverlauf folgen – so fällt beispielsweise im „Froschkönig“ nicht etwa die allseits bekannte goldene Kugel in den Brunnen, sondern der Fußball der Prinzessin …

„Grimms Märchen ohne Worte“ ist zweifelsohne ein Experiment. Für alle, die das Außergewöhnliche lieben. Und für alle anderen zumindest einen neugierigen Blick wert. Denn wie heißt es doch so schön: Ein Bild sagt mehr …

Andrea Sondermann

Lesetipp des Monats Januar – Roman

Maja Haderlap: Engel des Vergessens. Roman.

Wallstein-Verlag, Göttingen 2011.

"Engel des Vergessens" von Maja Haderlap

„Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap

Maja Haderlap erzählt die Geschichte eines Mädchens, das in den sechziger Jahren in einem abgelegenen Kärntner Tal nahe der slowenischen Grenze aufwächst. Vermittelt wird der Eindruck einer behüteten Kindheit in einer idyllischen Bergwelt. Die Familienmitglieder teilen sich das arbeitsreiche Leben auf dem Hof, die Ich-Erzählerin wird überwiegend von der Großmutter großgezogen. Von ihr hört sie die volkstümlichen Erzählungen, aber auch von den grauenhaften Erfahrungen in der jüngsten Vergangenheit. Der Kampf der slowenischen Partisanen gegen die Nazis hat tiefe Spuren in der Bevölkerung hinterlassen. Zunächst erfährt das Kind die Geschichten, es spürt aber schon die Belastung, die auf der Familie liegt. Die Großmutter hat das KZ Ravensbrück überlebt, der Vater schloss sich als Halbwüchsiger den Partisanen an. Die traumatischen Erfahrungen führen besonders beim Vater zu Depressionen, Alkoholsucht und Wutausbrüchen. Nachbarschaften und verwandtschaftliche Beziehungen sind ebenfalls von der Vergangenheit überschattet.

Als Erwachsene ist die Autorin in der Lage, die Erinnerungen und das Geschehene zu beschreiben. In Bruchstücken holt sie die Erlebnisse der Vergangenheit hervor und schreibt sie auf. Entstanden ist ein poetischer und bildreicher Roman. Maja Haderlap, die bisher mehrere Lyrikbände veröffentlicht hat, erhielt für diese Hommage an ihre Heimat den Ingeborg-Bachmann-Preis.

Auguste Carstensen-Lenz

Reisevortrag: Indonesien

Am Freitag, 10. Januar 2014, berichtet Frauke Kässbohrer von ihrer Reise nach Bali, Lombok, Java und Sulawesi. Allein und mit Rucksack reiste sie durch eine für westliche Besucher fremdartige Landschaft und lernte viele freundliche Menschen kennen. Die Kultur war überwältigend und oft befremdlich, z.B. der Totenkult auf Sulawesi. Das größte buddhistische Monument, die Tempelanlage Borobudur auf Java, war der Höhepunkt ihrer Reise.

Frauke Kässbohrer war lange als Lehrerin in Husum tätig. Der Vortrag mit vielen Bildern beginnt um 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Spende für „amnesty international“ wird gebeten.

Literaturgruppe

Am Montag, 13. Januar 2014, bespricht die Literaturgruppe ab 18.30 Uhr in der Bibliothek den Roman „Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa.

Interessierte sind herzlich willkommen.

"Während die Welt schlief" von Susan Abulhawa

„Während die Welt schlief“ von Susan Abulhawa

Susan Abulhawa: Während die Welt schlief. Aus dem Englischen von Stefanie Fahrner.

Diana-Verlag, München 2012.

Zum Inhalt des Buches schreibt der Verlag: „Jenin im Blumenmonat April: Frühmorgens, bevor die Welt um sie herum erwacht, liest Amals Vater ihr aus den Werken großer Dichter vor. Es sind Momente des Friedens und der Hoffnung, die Amal ihr Leben lang im Herzen trägt — ein Leben, das im Flüchtlingslager beginnt, nach Amerika führt und dennoch stets geprägt ist vom scheinbar ausweglosen Konflikt zwischen Israel und Palästina. Über vier Generationen erzählt Susan Abulhawa die bittere Geschichte Palästinas im Verlauf des 20. Jahrhunderts — eine Geschichte über den Verlust der Heimat, eine zerrissene Familie und die immerwährende Hoffnung auf Versöhnung.“