Lesetipp des Monats September – Jugendbuch

Niall Leonard: Crusher. Traue niemandem. Aus dem Englischen übersetzt von Tanja Ohlsen.

Cbt, München 2014.

"Crusher - Traue niemandem" von Niall Leonard

„Crusher – Traue niemandem“ von Niall Leonard

Finn Maguire wurde in seinem jungen Leben noch nicht viel geschenkt: Seine Mutter ist abgehauen, er wurde straffällig, hat Dyslexie, keinen nennenswerten Schulabschluss und einen öden, schlecht bezahlten Job (den er hasst) in einem Fast-Food-Restaurant. Nur sein (Stief-)Vater Noel, ein arbeitsloser Schauspieler, hat immer zu ihm gehalten. Dank chronischer Geldknappheit verbringen sie den gemeinsamen Alltag immer knapp am Existenzminimum. Als Finn eines Tages seinen Vater ermordet auffindet, wird er zum Hauptverdächtigen und die Polizei scheint sich keine große Mühe zu geben, nach anderen Verdächtigen zu suchen. Also nimmt der Junge die Ermittlungen selbst in die Hand: Warum taucht eine beurlaubte Sozialarbeiterin bei ihm zu Hause auf und stellt seltsame Fragen; kannte sie seinen Vater? Und was ist mit dem Drehbuch, an dem Noel arbeitete – er hatte dafür Informationen über Gangster in der Londoner Unterwelt gesammelt, und nun ist es verschwunden!

Finn fackelt nicht lange und beschließt, gleich an der Spitze des organisierten Verbrechens mit seinen Recherchen anzusetzen: Beim „Guvnor“, dem Verbrecherkönig von London! Dass er in diesen gefährlichen Kreisen niemandem trauen darf, versteht sich von selbst, doch damit lässt es Autor Niall Leonard für seinen Helden noch nicht genug sein: Ist die geheimnisvolle Zoe, in die Finn sich verguckt, wirklich nur eine Zufallsbekanntschaft? Und warum taucht nach all den Jahren plötzlich seine Mutter wieder auf? Mehr als einmal gerät Finn in tödliche Gefahr. Zum Glück trägt er seinen Spitznamen „Crusher“ aus dem Boxclub nicht ohne Grund…

Spannend!!! Dieser erste Band über Finn Maguire weckt unaufdringlich, aber nachdrücklich die Lust auf mehr: denn obwohl der junge Romanheld letztendlich den Mord an seinem Vater aufklären kann, lässt die in der Ich-Form erzählte Geschichte den Leser mit offenen Fragen zurück – und mit dem Gefühl, gern länger in Finns Welt verweilen und mehr Zeit mit ihm verbringen zu wollen. Dankenswerterweise arbeitet Niall Leonard bereits an einer Fortsetzung von „Crusher“!

Andrea Sondermann

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Vier Sterne für Husum

Treue Bibliothekskunden haben das sicherlich geahnt, aber nun ist es offiziell: Die Stadtbibliothek Husum verdient vier Sterne.

Der Deutsche Bibliotheksverband stellte kürzlich die Ergebnisse des bundesweiten Bibliotheksvergleichs BIX vor und zeichnete die Stadtbibliothek Husum in allen vier Dimensionen mit Gold aus. Für den Vergleich wurden die Daten von 280 teilnehmenden Bibliotheken aus ganz Deutschland herangezogen – davon insgesamt 11 Öffentliche Bibliotheken aus Schleswig-Holstein, von denen eine weitere ebenfalls die höchste Auszeichnung erhielt.

Der BIX-Bibliotheksindex ist ein bundesweites Leistungsmessinstrument für Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken. Sein Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit von Bibliotheken anhand bestimmter Kennzahlen kurz, prägnant und dennoch in aussagekräftiger Form zu beschreiben. Der BIX wurde 1999 von der Bertelsmann Stiftung und dem Deutschen Bibliotheksverband e.V. entwickelt. Seit dem Jahr 2005 führt der Deutsche Bibliotheksverband ihn zusammen mit dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz) im Rahmen des Kompetenznetzwerkes für Bibliotheken (knb) durch. Die Teilnehmer liefern dafür Statistikdaten zu ihren Angeboten (z.B. Medien, Fläche und Veranstaltungen), zu Nutzung (z.B. Benutzer und Ausleihen), Effizienz (z.B. Besuche pro Öffnungsstunde) und Entwicklungspotential (z.B. Erneuerungsquote des Bestandes, Fortbildungen und Investitionen).

Nur wer die eigenen Stärken und Schwächen kennt, kann noch besser werden. Für die Stadtbibliothek Husum war das der Ansporn, ihre Arbeit mit anderen Bibliotheken zu vergleichen. Dass sie dabei auf Anhieb die begehrten vier Sterne erhielt zeigt, dass sie mit den zur Verfügung stehenden Mitteln einen attraktiven Service für die Bürgerinnen und Bürger bietet. Die bemerkenswertesten Ergebnisse: Die Versorgung mit Literatur und Information in Husum ist überdurchschnittlich gut und die Husumer sind besonders lesefreudig – sie liegen weit über dem Mittelwert. Außerdem legt die Stadtbibliothek einen besonderen Schwerpunkt auf die Leseförderung und führte in diesem Bereich viele Veranstaltungen durch. Die Teilnahme am BIX war für die Stadtbibliothek Husum eine Möglichkeit, ihre Leistungen als kommunales Bildungs- und Kulturzentrum transparent zu machen und offen auf den Prüfstand zu stellen.

Partner des BIX sind die Hochschule der Medien Stuttgart (HdM), das Institut für angewandte Sozialwissenschaft (infas) sowie der Verlag Dinges & Frick.

Literaturgruppe

Am Montag, 27. Oktober 2014, bespricht die Literaturgruppe ab 18.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Burgers Tochter“ von Nadine Gordimer.

Interessierte sind herzlich willkommen.

"Burgers Tochter" von Nadine Gordimer

„Burgers Tochter“ von Nadine Gordimer

Nadine Gordimer: Burgers Tochter. Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Margaret Carroux.

Berlin-Verlag, Berlin 2008.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Rosa wächst als Tochter eines angesehenen Arztes und Helden der Anti-Apartheid-Bewegung in Johannesburg auf. Nachdem ihre Eltern verhaftet werden, muss sie sich allein zurechtfinden, verlobt sich zum Schein mit einem politischen Gefangenen und gelangt nach Europa. Das poetische Porträt einer jungen Frau – und ein großer politischer Roman, der in Südafrika erst erscheinen durfte, nachdem sich Autoren wie Heinrich Böll vehement für ihn einsetzten.“

„Burgers Tochter“ (1979) bezeichnete Autorin Nadine Gordimer als eines ihrer Lieblingswerke. Der Verlag schreibt über sie: „Nadine Gordimer, geboren 1923 in dem Minenstädtchen Springs, Transvaal, gehört zu den bedeutendsten Erzählerinnen unserer Zeit. Jahrzehntelang schrieb sie gegen das Apartheidregime an und setzt sich bis heute mit dessen zerstörerischen Folgen für die schwarze und weiße Bevölkerung auseinander. 1991 wurde ihr der Nobelpreis für Literatur verliehen. Sie starb am 13. Juli 2014 in Johannesburg, Südafrika.“

Die beliebtesten FLC-Bücher 2014

Bewertungen der FerienLeseClub-Bücher 2014 – So habt ihr abgestimmt:

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(Achtung: Um Durchschnittsnoten berechnen zu können, haben wir nur die Bücher aufgeführt, die von mehr als einer Person eine Benotung erhalten haben!)

Die diesjährigen FLC-Lieblingsbücher:

Diese neun Bücher teilen sich den ersten Platz mit einer Durchschnittsnote von 1 + :

"Ulysses Moore - Die Kammer der Pharaonen" von Pierdomenico Baccalario

„Ulysses Moore – Die Kammer der Pharaonen“ von Pierdomenico Baccalario

Pierdomenico Baccalario: Die Kammer der Pharaonen. Aus der Reihe „Ulysses Moore“.

cbj, München 2011.

Das neue Zuhause der Zwillinge Julia und Jason, die „Villa Argo“, hat früher dem geheimnisvollen Ulysses Moore gehört. Gemeinsam mit ihrem Freund Rick sind Julia und Jason durch „Die Tür zur Zeit“ (Band 1) gegangen und folgen rätselhaften Hinweisen. Im Land Punt entdecken sie eine verloren gegangene Karte …

Der italienische Autor Pierdomenico Baccalario begeisterte sich schon früh fürs Lesen und durchstöberte als Kind die riesige Bibliothek seiner Familie nach abenteuerlichen Geschichten.

"Vipero, Fürst der Schlangen" von Adam Blade

„Vipero, Fürst der Schlangen“ von Adam Blade

Adam Blade: Vipero, Fürst der Schlangen. Aus der Reihe „Beast Quest“.

Loewe, Bindlach 2009.

Im zehnten „Beast Quest“-Band suchen Tom und Elenna in der Wüste nach den Beinschienen der goldenen Rüstung. Doch der Schlangenmann Vipero bohrt seine Giftzähne in Elennas Arm…

Die Eltern von Autor Adam Blade sind beide Geschichtslehrer und Hobby-Künstler – deshalb wuchs er umgeben von Bildern historischer Schlachten auf, die sein Vater malte. Offensichtlich hinterließen sie einen bleibenden Eindruck! Ebenso fasziniert war Adam aber von dem antiken Schwert, das im Büro seines Vaters hing. Schon als Junge dachte er sich Geschichten darüber aus, wem dieses Familienerbstück ursprünglich gehört haben könnte.

"Lost on Nairne Island" von Eileen Cook

„Lost on Nairne Island“ von Eileen Cook

Eileen Cook: Lost on Nairne Island.

Ueberreuter, Berlin 2013.

Die siebzehnjährige Isobel muss aus heiterem Himmel auf eine kleine Insel vor der Küste Kanadas ziehen, weil ihre Mutter den aalglatten Dick geheiratet hat, der dort ein herrschaftliches Anwesen besitzt. Dicks gutaussehender Sohn Nathaniel zeigt Isobel die kalte Schulter, und auch in der neuen Schule kann sie sich nur schwer eingewöhnen. Aber stimmt es, was ihre Mitschüler erzählen – geht in Dicks Haus nicht alles mit rechten Dingen zu? Oder hat Isobel die Krankheit ihres leiblichen Vaters geerbt und bildet sich die unheimlichen Geschehnisse nur ein?

Autorin Eileen Cook verbrachte den Großteil ihrer Teenagerzeit damit, sich zu wünschen, sie wäre jemand anders – ein gutes Training für eine Schriftstellerin!

"Dein göttliches Herz entflammt" von Kelly Keaton

„Dein göttliches Herz entflammt“ von Kelly Keaton

Kelly Keaton: Dein göttliches Herz entflammt.

Arena, Würzburg 2013.

In einem zerfallenen, von übernatürlichen Wesen bevölkerten New Orleans sucht die siebzehnjährige Ari nach ihrer Vergangenheit, begegnet der Liebe ihres Lebens und einer schrecklichen Feindin – der Göttin Athene höchstpersönlich, von der Aris Familie mit dem Fluch der Medusa belegt wurde.

Kelly Keaton liebt die Geschichten der Antike, Fantasy und Mythologie und hat das alles in ihr erstes Jugendbuch mit einfließen lassen. Sie träumt davon, eines Tages an sich selbst magische Fähigkeiten zu entdecken – wünschen wir uns das nicht alle?

"Drei Songs später" von Lola Renn

„Drei Songs später“ von Lola Renn

Lola Renn: Drei Songs später.

Bloomoon, München 2013.

Zeta leidet unter den Anforderungen der Schule und zu Hause unter ihren betrunkenen Eltern. Ihr Vater ist cholerisch, ihre Mutter kommt nicht gegen ihn an. Zeta möchte auf ein Tanzgymnasium wechseln, um sich ihren großen Traum vom Tanzen zu erfüllen – doch wie soll sie das ihren Eltern klarmachen, die ihr kein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben zugestehen wollen?

Lola Renn wurde 1970 in Berlin geboren. „Drei Songs später“ ist ihre erste Buchveröffentlichung!

"Der verschwundene Halbgott" von Rick Riordan

„Der verschwundene Halbgott“ von Rick Riordan

Rick Riordan: Der verschwundene Halbgott. Aus der Reihe „Helden des Olymp“.

Carlsen, Hamburg 2013.

Jason, der Sohn des Jupiter, erinnert sich an gar nichts, nicht einmal an seine besten Freunde Piper und Leo. Und warum ist er im Camp Half-Blood gestrandet, wohin es doch angeblich nur die Kinder von griechischen Göttern verschlägt? Laut einer mysteriösen Prophezeiung gehören Jason und seine Freunde außerdem zu den legendären sieben Halbgöttern, die den Olymp vor dem Untergang bewahren sollen. Ist auch der spurlos verschwundene Percy Jackson einer von ihnen?

"Der Sohn des Neptun" von Rick Riordan

„Der Sohn des Neptun“ von Rick Riordan

Rick Riordan: Der Sohn des Neptun. Aus der Reihe „Helden des Olymp“.

Carlsen, Hamburg 2013.

Als Percy aus tiefem Schlaf erwacht, erinnert er sich an nichts – nur an den Namen eines Mädchens: Annabeth. Im römischen Halbgötter-Camp gewinnt er neue Freunde. Gemeinsam mit Frank und Hazel soll er Thanatos (den Gott des Todes) befreien, um die Grenze zwischen Leben und Tod zu stabilisieren. Leser des ersten Bandes fiebern nicht nur bei dieser abenteuerlichen Reise mit, die die drei bis ins Eis von Alaska führt, sondern warten auch gespannt darauf, dass sich die Wege von Percy und Jason endlich kreuzen…

"Das Zeichen der Athene" von Rick Riordan

„Das Zeichen der Athene“ von Rick Riordan

Rick Riordan: Das Zeichen der Athene. Aus der Reihe Helden des Olymp“.

Carlsen, Hamburg 2013.

Sieben Halbgötter sollen den Olymp vor dem Untergang bewahren – so sagt es jedenfalls die Prophezeiung. Es scheint, als hätten die Sieben einander endlich gefunden: Gemeinsam machen sich Percy, Annabeth und ihre neuen Freunde mit dem Schiff „Argo II“ auf den Weg ins antike Rom. Aber zwischen den Nachkommen der griechischen und der römischen Götter herrscht eine tief verwurzelte Feindschaft – ob sie auch dieses Hindernis überwinden können?

Mit der „Percy Jackson“-Reihe hat Rick Riordan rund um die Welt den Buchmarkt und die Herzen seiner Leser erobert. Mit den „Helden des Olymp“ erweitert er Percys Universum um die römischen Götter und trifft damit ins Schwarze: Alle drei bisher erschienenen Bände haben es mit der Note 1+ unter die diesjährigen FLC-Lieblingsbücher geschafft!

"Die drei !!! - Herzklopfen" von Maja von Vogel

„Die drei !!! – Herzklopfen“ von Maja von Vogel

Maja von Vogel: Herzklopfen. Aus der Reihe „Die drei !!!“.

Kosmos, Stuttgart 2010.

In den Sommerferien dürfen Kim, Marie und Franzi am Rock Camp teilnehmen. Sie freuen sich auf zwei Wochen Singen, Tanzen, Spaß und gute Laune – doch kaum sind sie angekommen, häufen sich im Camp merkwürdige Ereignisse. Es gibt eine Serie von Diebstählen und sogar zwei Brandanschläge! Das geht gar nicht, finden die drei, und nehmen die Ermittlungen auf. Aber Liebesturbulenzen und Herzklopfen sorgen dabei immer wieder für Ablenkung. Werden die Mädchen trotzdem wie echte Profis den oder die Täter stellen können?

Autorin Maja von Vogel wurde 1973 geboren und arbeitete als Lektorin in einem Kinderbuchverlag, bevor sie sich als Autorin und Übersetzerin selbständig machte. Mittlerweile gehen bereits 20 Fälle der „drei !!!“ auf ihr Konto!

Weitere Platzierungen:

Die folgenden Bücher sicherten sich gemeinsam den 2. Platz mit der Durchschnittsnote 1 :

Eine Flasche voller Wünsche aus der Reihe „Plötzlich Dschinni“ von Meredith Badger

Kryos, der Eiskrieger und Rokk, die Felsenfaust aus der Reihe „Beast Quest“ von Adam Blade

Laqua – der Fluch der schwarzen Gondel von Nina Blazon

Gefangen unter Glas aus der Reihe „Breathe“ von Sarah Crossan

Conni, Phillip und ein Kuss im Schnee von Dagmar Hoßfeld

Die erste Liebe und andere Verwicklungen aus der Reihe „Endlich beliebt“ von Amy Ignatow

Wie man die Ratschläge seiner Eltern ignoriert von Pete Johnson

Die Botschaft des Falken aus der Reihe „Wildhexe“ von Lene Kaaberbol

Keine Panik! aus der Reihe „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney

Die Nacht der Rätsel aus der Reihe „Drei fürs Museum“ von Jonas Torsten Krüger

Die Sekte aus der Reihe „Top Secret“ von Robert Muchamore

Alles Bombe (irgendwie) und Ich hab für alles eine Lösung (aber sie passt nie zum Problem) aus der Reihe „Tom Gates“ von Liz Pichon

Es wird keine Helden geben von Anna Seidl

Jagd im Untergrund und Nixensommer von Mira Sol aus der Reihe „Die drei !!!“

Mit Elefanten spricht man nicht aus der Reihe „Liliane Susewind“ von Tanya Stewner

Acht Pfeifen an Bord und kein Land in Sicht aus der Reihe „Rick“ von Antje Szillat

Tatort Geisterhaus von Maja von Vogel aus der Reihe „Die drei !!!“

Mission Pferdeshow von Henriette Wich aus der Reihe „Die drei !!!“

Für diese Bücher gab es die Durchschnittsnote 1 – (und damit den dritten Platz):

Titanic von Simon Adams aus der Reihe „Memo – Wissen entdecken“

Papp-Jabba greift an aus der „Origami-Yoda“-Reihe von Tom Angleberger

Ella Vampirella und Ella Vampirella und der Vampir mit den Sommersprossen von Marliese Arold

Joshua Schreck von Lee Bacon

Plötzlich Dschinni von Meredith Badger

Coolman und ich von Rüdiger Bertram

Feuer in Rocky Beach und Das Rätsel der Könige von Ulf Blanck aus der Reihe „Die drei ???-Kids“

Der Weg des Kämpfers aus der Reihe „Samurai“ von Chris Bradford

Attacke der Eislinge und Im Bann der Fledermauselfen aus der Reihe „Schattenwald-Geheimnisse“ von Linda Chapman

Geheimnisvolle Botschaften von Christoph Dittert aus der Reihe „Die drei ???“

Auf Schatzsuche in der Karibik aus der Reihe „Messerlillis wilde Töchter“ von Alexandra Fischer-Hunold

POW! (Pauls oberkrasser Wachdienst) von Michael Fry

Klassenfahrt mit Mumie aus der Reihe „Die sagenhaften Götter-Girls“ von Joan Holub

Die Feuerprobe aus der Reihe „Wildhexe“ von Lene Kaaberbol

Ein Jahr ohne Juli von Liz Kessler

Ich war’s nicht! und Von Idioten umzingelt aus der Reihe „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney

Peinlich geht immer – Bettys ultimativer Berater-Blog von Juma Kliebenstein

Liebe ist ein Nashorn oder: Der peinlichste Liebesbrief der Welt von Ulrike Leistenschneider

Gespenstermädchen sind grün aus der Reihe „Cara“ von Ralf Leuther

Auf falscher Fährte, Diebe im Klassenzimmer und Gefahr in der Schulkantine aus der Reihe „Club CSI“ von David Lewman

Wikinger von Susan M. Margeson aus der Reihe „Memo – Wissen entdecken“

Das Einhornfohlen aus der Reihe „Mia and me“ von Isabella Mohn

Das wilde Pack und Die drei ??? – Die Spur des Spielers von André Marx

Heiße Ware aus der Reihe „Top Secret“ von Robert Muchamore

Der schwarze Joker von Boris Pfeiffer aus der Reihe „Die drei ???-Kids“

Die rote Pyramide und Der Schatten der Schlange aus der Reihe „Die Kane-Chroniken“ von Rick Riordan

Nikkis (nicht ganz so) guter Rat in allen Lebenslagen und Nikkis (nicht ganz so) phänomenaler Auftritt aus der Reihe „Dork Diaries“ von Rachel Renée Russell

Monster Mia und die schräge Schulkontrolle von A.B. Saddlewick

Das Glücksrezept aus der Reihe „Groove High“ von Amélie Sarn

Die Mumie und ich und Der Werwolf und ich aus der Reihe „Grusel garantiert“ von Andreas Schlüter

Mode ist ein glitzernder Goldfisch von Holly Smale

Im Bann des Flamenco von Mira Sol aus der Reihe „Die drei !!!“

Die drei ??? und das Tuch der Toten von Marco Sonnleitner

Delphine in Seenot aus der Reihe „Liliane Susewind“ von Tanya Stewner

– Brandgefährlich und Geheimnis der alten Villa von Maja von Vogel aus der Reihe „Die drei !!!“

Einbruch in die verlassene Villa, Die Verfolgung des Schattenmanns und Der Spion im Netz aus der Reihe „Die unsichtbaren 4“ von Henriette Wich

Herzlichen Dank an alle, die bei der Abstimmung mitgemacht haben!

Lesetipp des Monats September – Erfahrungsbericht

Egon Erwin Kisch: Schreib das auf, Kisch! Ein Kriegstagebuch. Mit dem Bericht „Ein Reporter wird Soldat“.

Aufbau-Verlag, Berlin 2014.

"Schreib das auf, Kisch!" Ein Kriegstagebuch von Egon Erwin Kisch

„Schreib das auf, Kisch!“ Ein Kriegstagebuch von Egon Erwin Kisch

Der Autor (1885-1948), der als „rasender Reporter“ bekannt wurde, schrieb seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg auf. Von Juli 1914 bis zum März 1915 notierte er seine Beobachtungen, Erlebnisse und Eindrücke als Infanterist in der k.u.k. Armee. An der serbischen Front erlebte er beispielloses Grauen „Verletzte, sterbende 102er und 28er werden auf Tragbahnen vorbei getragen, gestützt oder den Arm in der Binde, kommen andere vorüber. Die vierspännigen Blessiertenwagen der Infanteriesanitäranstalt 9 fahren leer nach vorn, um gefüllt zurück zu kehren“ Auch seine eigene und die Lebensweise seiner Kameraden fanden Eingang ins Notizbuch. Scheinbar Belangloses wie Witze, Flüche und Klagen der Soldaten im Feldlager notierte er, was diese zum Spott veranlasste „Schreib das auf, Kisch“. Die offizielle Kriegsberichterstattung in den Zeitungen entlarvte er als „gestellt“, die grausamen Erlebnisse ließen kein Heldentum aufkommen. Früh verletzt entkam er dem Kriegsgeschehen und wurde zum überzeugten Pazifisten. Einen Teil des Buches veröffentlichte er bereits 1922 unter dem Titel „Soldat im Prager Korps“.

Heute kennen wir Nachkommen am ehesten die Fakten zu den Weltkriegen. Dieser literarische Text ist ein Mittel des Hineindenkens und des Einfühlens. Als Visualisierung von Geschichte beeindruckt das Tagebuch von Egon Erwin Kisch auch 100 Jahre später noch!

Auguste Carstensen-Lenz

Filmtipp des Monats September

Der Filmtipp des Monats ist gleichzeitig der diesjährige Abschlussfilm des FerienLeseClubs: „Drachenzähmen leicht gemacht“ basiert lose auf dem gleichnamigen Buch von Cressida Cowell, das zur FLC-Auswahl 2014 gehörte.

Der kleine Heimatort des Wikingerjungen Hicks hat ein erhebliches Drachenproblem: ständig fallen auf der Insel Berk Drachen ein, fackeln irgendetwas ab und klauen jede Menge Schafe. Kein Wunder, dass die jungen Wikinger sich in der Drachenjagd üben sollen. Die meisten können ihr Training kaum abwarten, aber Hicks ist aus der Art geschlagen: er tüftelt eigentlich lieber technische Hilfsmittel aus (die leider meistens nicht funktionieren), als Probleme mit roher Gewalt zu lösen. Dann die Chance: eine Erfindung hat ausnahmsweise perfekt ihren Dienst getan und einen Drachen zu Fall gebracht. Wenn Hicks das Tier erlegt, wäre vielleicht auch sein Vater, der Häuptling, endlich mal stolz auf ihn! Aber Auge in Auge mit dem Drachen macht sein mitfühlendes Herz ihm einen Strich durch die Rechnung. Wer hätte gedacht, dass damit der Grundstein für eine tiefe, anrührende Freundschaft gelegt wird…

Wie Hicks und sein Drache „Ohnezahn“ sich als eingespieltes Team zusammenraufen und gemeinsam gegen alle Widerstände das Leben auf der Insel für immer verändern, erzählt der furiose Computeranimationsfilm „Drachenzähmen leicht gemacht“ ebenso witzig wie herzerwärmend.

Trotz vieler, vieler Änderungen im Vergleich zum Buch (z.B. Astrid, die Drachenart „Nachtschatten“ zu der Ohnezahn gehört, die Neuinterpretation des Drachenzähmens und die Art und Weise, wie Hicks und Ohnezahn Freundschaft schließen… – eigentlich sind nur die wichtigsten Namen, der Handlungsort und die Tatsache, dass Drachen vorkommen, erhalten geblieben) trauert man der Vorlage nicht nach: Die Filmemacher haben hier wirklich alles richtig gemacht und ein eigenständiges Kunstwerk erschaffen, das keinen Vergleich zu scheuen braucht (besonders Ohnezahn ist genial animiert, und die Annäherung zwischen ihm und Hicks bringt selbst das kälteste Herz zum Schmelzen). Auch so kann aus einem guten Buch ein umwerfender Film werden! Obwohl es vielleicht ein bisschen schade ist, dass der „große böse Bibliothekar“ aus der Buchvorlage keinen Auftritt bekommen hat…

Drachenzähmen leicht gemacht. USA, 2010. Regie: Chris Sanders und Dean DeBlois. 1 DVD (94 Min.). Ab 6 Jahren freigegeben.

Andrea Sondermann

Lesetipp des Monats September – Roman

Lottie Moggach: Ich bin Tess. Roman. Aus dem Englischen übersetzt von Jessika Komina, Sandra Knuffinke.

Script5, Bindlach 2014.

"Ich bin Tess" von Lottie Moggach

„Ich bin Tess“ von Lottie Moggach

Leila und Tess haben einander nie getroffen, dennoch übernimmt Leila die Aufgabe, den geplanten Selbstmord von Tess, die manisch-depressiv ist, zu verschleiern, indem sie – zumindest virtuell – Tess´ Leben übernimmt. Den Auftrag dafür und etwas Geld für den Lebensunterhalt erhält Leila von dem mysteriösen und charismatischen Adrian, dem sie vertraut.

Tess möchte so verschwinden, dass sie ihre Familie und Freunde nicht verletzt und will diese in dem Glauben lassen, dass sie einfach nur an einen abgelegenen Ort gezogen ist, um sich selbst zu finden. In Wahrheit will Tess sich so das Leben nehmen, dass ihre Leiche nicht aufzufinden ist.

Leila soll daher die Kommunikation über das Internet für Tess nach ihrem Tod übernehmen.

Leila, die nach dem Tod ihrer Mutter sehr zurückgezogen lebt und nur wenige soziale Kontakte in der Außenwelt hat, gibt für diese Aufgabe ihren Computerjob auf und will Tess helfen.

Um in die Rolle von Tess schlüpfen zu können, telefonieren, chatten und mailen die beiden sehr intensiv miteinander, bis Leila mehr über Tess weiß, als irgendjemand sonst.

Leila bemüht sich, den chaotischen Lebensweg von Tess genauestens nachzuzeichnen und begibt sich immer stärker in die Rolle der anderen. Die große Bedeutung der sogenannten „Sozialen Medien“, die diesen wirren Plan erst möglich machen, ist bedrückend. Immer stärker verliert Leila ihre eigene Identität und handelt als Tess.

Dieser Roman um Identitätsverlust, Freundschaft und Einsamkeit inmitten sozialer Netzwerke – in der Ich-Form aus der Sicht Leilas geschrieben –empfiehlt sich besonders für junge Erwachsene.

Susanne Luther-Feddersen