Film- und Lesetipp: „Sherlock“

Unfassbar, dass ich das nicht schon längst empfohlen habe: Die geniale Serie „Sherlock – eine Legende kehrt zurück„.

Über mittlerweile 3 Staffeln haben Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und Martin Freeman als Dr. Watson inzwischen Kultstatus erreicht. Von den Machern der Serie (allesamt echte Holmes-Fans) in die heutige Zeit verlegt, löst der legendäre Detektiv seine Fälle im modernen London, wobei jede Staffel jeweils drei Folgen in Spielfilmlänge umfasst. Der hochintelligente, aber zwischenmenschlich schwierige Sherlock hilft, wann immer Scotland Yard nicht mehr weiter weiß – vorausgesetzt, der Fall interessiert ihn… Seine Kunst der „Deduktion“ kann der Zuschauer dank Kameraführung und schriftlich eingeblendeter Schlussfolgerungen hautnah miterleben.

Eines der bekanntesten Duos der Literatur (und Film)-Geschichte nimmt seinen Anfang, als der eigenwillige Detektiv zusammen mit dem Kriegsveteranen Dr. John Watson eine WG in der Baker Street 221b bezieht. Watson unterstützt Sherlock nicht nur fortan tatkräftig bei seiner Arbeit, sondern lässt durch die Aufzeichnung ihrer gemeinsamen Fälle in seinem Blog die ganze Welt daran teilhaben.

Bereits die erste Folge „Ein Fall von Pink“ spielt alle Stärken des Formats aus und gibt den Takt für die Serie vor: rasant, spannend, witzig und mit Anspruch. Liebe auf den ersten Blick!

Sherlock – eine Legende kehrt zurück!

Staffel 1 : Ein Fall von Pink, Der blinde Banker, Das große Spiel. Großbritannien, 2010. 2 DVDs (270 Minuten). Ab 12 Jahren freigegeben.

Staffel 2 : Ein Skandal in Belgravia, Die Hunde von Baskerville, Der Reichenbachfall. Großbritannien, 2011. 2 DVDs (270 Minuten). Ab 12 Jahren freigegeben.

Staffel 3 : Der leere Sarg, Im Zeichen der Drei, Sein letzter Schwur. Großbritannien, 2014. 2 DVDs (261 Minuten). Ab 12 Jahren freigegeben.

"Sherlock - die Fallsammlung" von Guy Adams

„Sherlock – die Fallsammlung“ von Guy Adams

Einen Rückblick auf die Fälle der ersten beiden Staffeln und Hintergründe über die Serie bietet Sherlock – die Fallsammlung (von Guy Adams, 2013 bei Riva erschienen) und enthält Dr. Watsons Fallakten, die nicht nur von Sherlock mit bissigen Kommentaren auf Post-it-Zetteln versehen sondern offensichtlich auch vom Geheimdienst überwacht werden (da sogar Sherlocks Bruder Mycroft Anmerkungen hinterlassen hat).

Empfehlenswerte Lektüre sind natürlich auch die Ursprünge des Kults: die Sherlock-Holmes-Romane und -Erzählungen von Sir Arthur Conan Doyle! Das erste gemeinsame Abenteuer von Holmes und Watson erzählt übrigens der Roman „Eine Studie in Scharlachrot“ (worauf auch der Titel der ersten „Sherlock„-Serienfolge „Ein Fall von Pink“ anspielt).

Sherlock

Schon gewusst? Sherlock Holmes kombiniert auch digital in der Onleihe zwischen den Meeren: Dort gibt es die Romane und Kurzgeschichten von Sir Arthur Conan Doyle sowohl zum Lesen als auch zum Hören!

Andrea Sondermann

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Hörbuchtipp des Monats Januar

Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner: Max und die wilde 7 – Das schwarze Ass. Gelesen von Simon Jäger.

Oetinger Media, Hamburg 2014.

"Max und die wilde 7 - Das schwarze Ass" von Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner

„Max und die wilde 7 – Das schwarze Ass“ von Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner

Der neunjährige Max hat ein neues Zuhause: das Seniorenheim Burg Geroldseck. Denn seine Mama ist Altenpflegerin und dort angestellt. Dass sich die Seniorenresidenz und die Dienstwohnung in einer echten Ritterburg befinden, ist eigentlich ziemlich cool und Max würde gerne damit bei seinen neuen Klassenkameraden punkten – aber leider lachen ihn alle aus. Die Hoffnung auf neue Freunde hat er daraufhin schon fast aufgegeben, doch als in der Burg ein Einbrecher umgeht und bei jedem Diebstahl eine Spielkarte hinterlässt, findet Max in den aufsässigen Senioren von Tisch 7 unerwartete Mit-Detektive: die Schauspielerin Vera, den ehemaligen Professor Kilian und den sportlichen Horst, der für wirklich jede Gelegenheit die passende Fußball-Metapher auf Lager hat. Gemeinsam wollen sie „das schwarze Ass“ überführen! Aus Spiel wird Ernst, als ausgerechnet Max‘ Mama unter Verdacht gerät – werden seine neuen Freunde ihm weiterhin beistehen?

Jung und Alt gemeinsam auf Spurensuche – mit dieser Idee haben Lisa-Marie Dickreiter und Winfried Oelsner in Buch- und Hörbuchform (beide bei Oetinger erschienen) einen echten Volltreffer gelandet. Simon Jäger liest den Kinderkrimi stimmgewaltig und voller Mitgefühl für Max. Da gibt es nur eins: Hinhören!

Andrea Sondermann

 

Lesetipp des Monats Januar – Roman

Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki. Roman. Aus dem Japanischen übersetzt von Ursula Gräfe.

DuMont, Köln 2014.

"Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" von Haruki Murakami

„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Haruki Murakami

Mit Mitte Dreißig wird der einsame, zurückhaltende und beinahe leidenschaftslose Ingenieur Tsukuru Tazaki von seiner Freundin Sara angehalten, in seine Vergangenheit zurück zu blicken, wenn ihre Beziehung in der Zukunft eine Chance haben soll. Ihr hat Tsukuru als erstem Menschen anvertraut, dass seine Freunde aus Jugendtagen ihn plötzlich und ohne Angabe von Gründen aus der innigen Gemeinschaft rigoros ausgeschlossen haben, nachdem er den Heimatort verlassen und ein Studium in Tokio begonnen hatte.

Tsukurus damalige Clique von fünf Freunden, drei Jungen und zwei Mädchen, deren Namen alle eine Farbe tragen bis auf seinen „farblosen“ eigenen Namen, war aufs Engste in der Jugend miteinander verbunden. Umso unfassbarer erschien ihm die Abkehr seiner Freunde, die jeglichen weiteren Kontakt mit ihm ablehnten. Eine Erklärung für das Verhalten erhält Tsukuru nicht. Völlig verzweifelt lebt der junge Student ein halbes Jahr am Rande des Selbstmordes, fängt sich zwar wieder, bleibt aber zurückgezogen und nahezu empfindungslos. Sein einziges Interesse gilt dem Bau von Bahnhöfen, was er nach dem Studium zu seinem Beruf macht.

Erst nach so vielen Jahren forscht er auf Antreiben Saras nach den alten Freunden, sucht diese auf und bringt endlich in Erfahrung, was der Auslöser zu diesem für ihn fatalen harten Schnitt war. Die Begegnungen und Gespräche, die Tsukuru führt, sollen die Wunde schließen und die Dämonen von einst vertreiben.

Murakami zeigt hier in dieser Geschichte um Freundschaft und Schuld, aber auch um Einsamkeit seine große, literarische Stärke in einfacher Klarheit.

Wer Murakami noch nicht gelesen hat, findet hier einen sehr empfehlenswerten Einstieg!

 Susanne Luther-Feddersen

Literaturgruppe

Am Montag, 2. März 2015, bespricht die Literaturgruppe ab 18.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Schweigeminute“ von Siegfried Lenz.

Interessierte sind herzlich willkommen.

"Schweigeminute" von Siegfried Lenz

„Schweigeminute“ von Siegfried Lenz

Siegfried Lenz: Schweigeminute. Novelle.

dtv, München 2009.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Ein Sommer in einer Kleinstadt an der Ostsee irgendwann in den sechziger Jahren: Die Englischlehrerin Stella Petersen und ihr Schüler Christian sind ein Liebespaar – bis Stella bei einem Bootsunfall tödlich verunglückt. Während einer Gedenkfeier in der Aula blickt Christian zurück auf diese heimliche Liebesbeziehung, die nur einen Sommer dauerte, ihn aber für sein ganzes Leben verändert.

»Wir haben … Siegfried Lenz für ein poetisches Buch zu danken. Vielleicht ist es sein schönstes.« Marcel Reich-Ranicki“

Siegfried Lenz zählte zu den bedeutendsten Autoren der deutschsprachigen Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur und wurde für seine Werke mit zahlreichen Preisen geehrt (u.a. mit dem Gerhart-Hauptmann-Preis, dem Thomas-Mann-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels). Er starb im Oktober 2014.

Lesetipp des Monats Januar – Roman

Fredrik Backman: Ein Mann namens Ove. Roman. Aus dem Schwedischen übersetzt von Stefanie Werner.

Krüger, Frankfurt am Main 2014.

"Ein Mann namens Ove" von Fredrik Backman

„Ein Mann namens Ove“ von Fredrik Backman

Ove ist nicht nur als Nachbar unausstehlich. Nach dem väterlichen Vorbild war er auch früher schon ein Wahrheits- und Ordnungsfanatiker. Aber seitdem seine geliebte Frau Sonja gestorben ist und er jetzt auch noch mit Ende fünfzig seine Arbeit verloren hat, traktiert er seine Mitmenschen mit unerbittlicher Kontrolle. Morgens macht er seine Runde durch die Wohnsiedlung, schreibt die Autonummern von Falschparkern auf und prüft die Mülltrennung. Nach dem Tod seiner Frau sieht er in seinem Leben keinen Sinn mehr und plant einen würdigen Abgang. Doch dazu kommt er nicht, denn aus Pflichtgefühl muss er sich um die neuen Nachbarn kümmern. Eine quirlige Familie, weitere sehr spezielle Nachbarn sowie eine streunende Katze bringen ihn aus seinen Selbstmordgedanken in das Leben zurück. Bei dem alten Griesgram bröckelt jetzt die harte Schale. Hervor kommt ein grundehrlicher Mensch mit Prinzipien, der sich bisher über seine Leistung definiert hat. Die Kommunikation hat er immer anderen überlassen.

Heiter und melancholisch wird die Geschichte dieses Mannes erzählt, der nach und nach Fröhlichkeit und neue eigene Gefühle entdeckt. In Rückblenden zu seinen Lebensstationen wird die Entwicklung seines Charakters deutlich. Viele komische Momente ergeben sich aus dem Zusammentreffen verschiedener Typen in dieser Wohnsituation. Der Autor, in Schweden als Kolumnist und Blogger bekannt, hat aus diesem Stoff einen leichtfüßigen Roman „für zwischendurch“ geschrieben.

Auguste Carstensen-Lenz

Reisevortrag „Türkei“

Im September 2014 war Frauke Kässbohrer wieder mit Rucksack und Reiseführer alleine unterwegs. Am Donnerstag, d. 15. Januar, hält sie um 16.30 Uhr in der Stadtbibliothek einen Vortrag über ihre jüngste Reise.

Dieses Mal war die Türkei ihr Reiseziel. Am Anfang stand die türkische Hochzeit ihrer Sprachlehrerin in der Stadt Antalya auf dem Programm. Nach diesem Auftakt besuchte Frau Kässbohrer viele der touristischen Höhepunkte. Neben Perge, Aspendos und Side war sie in der nord-östlich gelegenen Stadt Konya und reiste dann per Bus nach Kappadokien, wo sie mehrere Tagestouren in die Umgebung machte. Danach ging es in den Westen über die berühmten Kalkebenen von Pamukkale und Hierapolis nach Ephesos und Troja. Den Abschluss ihrer Reise bildete ein Aufenthalt in Istanbul.

Frauke Kässbohrer ist vielen Nordfriesen noch als Lehrerin an der HTS in Husum bekannt.

Der Eintritt ist kostenlos, um eine Spende für „amnesty international“ wird gebeten.

Zählt wirklich jeder Klick?

Ob Buch oder Facebook – Autor Thomas Feibel ist in allen Medien zu Hause

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„Stell dir vor, du bist in der Bibliothek …“ Keine allzu schwierige Sache, die Thomas Feibel da von den Sechstklässlern der Hermann-Tast-Schule fordert. Denn gerade sitzen sie anlässlich der Kinder- und Jugendbuchwochen in der Stadtbibliothek Husum. Aber dann geht es ans Eingemachte: „Wie kannst du denn herausfinden, ob das Buch, das du aus dem Regal gezogen hast, etwas für dich ist?“ Zögern. „Na ja, vielleicht im Internet schauen…“ Der Medienexperte ist fassungslos: „Du hast das Buch in der Hand und willst im Internet schauen?“ Besser, man bildet sich eine eigene Meinung. Man könnte zum Beispiel die erste Seite lesen, ob die Geschichte einen packt. Fragen stellen, die Augen offenhalten und nicht blind auf neue Medien vertrauen – keiner kann das besser erklären als Thomas Feibel, der führende Journalist in Sachen Kinder und Computer in Deutschland, der unter anderem für „Spiegel Online“, „Die Zeit“, „c´t“ und „Familie & Co“ publiziert. Mit seinem „Kindersoftware-Ratgeber“ fing alles an – seine Rezensionen und Bewertungen (mit den berühmten „Mäusen“ als Gütesiegel) von Kindersoftware, Lernsoftware und Computer- und Konsolenspielen werden seit 1995 nicht nur von Eltern und Pädagogen geschätzt. Logische Fortsetzung ist seit 2002 der deutsche Kindersoftwarepreis „Tommi“, den Feibel als Co-Initiator zusammen mit der Elternzeitschrift „spielen und lernen“ verleiht. Für seine Verdienste im Bereich der Leseförderung und der Vermittlung elektronischer Medien für Kinder- und Jugendliche wurde der Autor am 31. Oktober 2014 mit der Karl-Preusker-Medaille ausgezeichnet.

"Like me" von Thomas Feibel

„Like me“ von Thomas Feibel

Dass die Schülerinnen und Schüler einer solchen Koryphäe gegenübersitzen, ist ihnen nicht unbedingt bewusst, aber als Thomas Feibel erzählt, wie er ganze Tage lang zu Testzwecken Computerspiele spielt („weil man vom Schreiben alleine nicht leben kann“), bekommen sie alle leuchtende Augen. Bei weitem nicht der schlimmste (Neben-)Job, den es gibt. Und nein, Thomas Feibel hat überhaupt nichts gegen das Internet oder Games oder Smartphones, so lange die Nutzer wissen, wie sie richtig damit umgehen – am besten durch einen frühzeitigen „Medienführerschein“. Damit sie nicht so rettungslos in der gleichermaßen schönen und gefährlichen Welt des Internets versinken wie Hauptfigur Karo in Feibels Jugendbuch „Like me – jeder Klick zählt“.