Lesetipp des Monats Februar – Sachbuch

Tim Marshall: Die Macht der Geographie. Wie sich Weltpolitik anhand von 10 Karten erklären lässt. Aus dem Englischen von Birgit Brandau.

Dtv, München 2015.

"Die Macht der Geographie" von Tim Marshall

„Die Macht der Geographie“ von Tim Marshall

Wir leben in einer Zeit, in der wir glauben, dass sich durch neue Technologien die mentalen und räumlichen Entfernungen zwischen den Völkern verringert haben. Diese Vorstellung lasse uns leicht vergessen, so der Autor, dass der geographische Raum, in dem wir leben, weiterhin höchst bedeutsam ist. Denn dieser erlaubt es den Regierungen, Entscheidungen über Krieg und Frieden zu treffen. Das schreibt der britische Experte für Außenpolitik, Tim Marshall, der lange als Europa- und Nahost-Korrespondent aus vielen Ländern berichtet hat. Er erklärt, wie geographische Gegebenheiten, nämlich Gebirge, Meere, Flüsse und das Klima die Geschichte beeinflusst haben. Dazu erläutert er anhand von zehn Landkarten, wie sich Staaten und politische Regionen entwickelt haben und wie sich die gegenwärtige Politik erklären lässt. Ein Beispiel ist die fruchtbare nordeuropäische Tiefebene mit den Staaten Frankreich und Deutschland, in der genügend Nahrung produziert werden konnte. Die schiffbaren Flüsse begünstigten zudem den Handel und den Verkehr. Gleichzeitig ermöglichte dieser Landstrich den raschen Durchzug von Armeen. So wurde Russland in den letzten Jahrhunderten mehrfach vom Westen her überrannt. Den Zerfall der Sowjetunion und den Beitritt der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten zur EU oder Nato sieht Putin als die „größte geopolitische Katastrophe des Jahrhunderts“. Putins Annektierung der ukrainischen Krim wegen eines ganzjährig eisfreien Hafens und seine Verbindung zum syrischen Königshaus sind die jüngsten Konfliktpunkte mit dem Westen.

An weiteren neun Schauplätzen rund um den Globus macht der Autor die Weltpolitik unter dem geographischen Aspekt verständlich. Er beschreibt die Naturlandschaften in Fernost und erläutert, weshalb es trotz großer Rivalität nie einen Krieg zwischen Indien und China gab. In angenehmer Weise lenkt er die Aufmerksamkeit weg von der Tagespolitik hin zu langjährigen Umwälzungen.

Tim Marshall lässt auch seine eigenen Erlebnisse als Korrespondent mit einfließen. Das macht das Buch zusätzlich spannend und lebendig.

Auguste Carstensen-Lenz

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Plattdeutscher Vorlesewettbewerb

"Platt - ik bün dorbi!" lautet auch in diesem Jahr das Motto das Plattdeutschen Vorlesewettbewerbs

„Platt – ik bün dorbi!“ lautet auch in diesem Jahr das Motto das Plattdeutschen Vorlesewettbewerbs

Am 17. Februar stand die Stadtbibliothek Husum ganz im Zeichen der plattdeutschen Sprache: beim „Landschaftsentscheid“, der zweiten Runde des landesweiten plattdeutschen Vorlesewettbewerbs. Unter der Überschrift „Vorlesen op Platt will geübt sein“ berichteten die Husumer Nachrichten darüber am 24.02.2016:

„(…) Thore Jensen (14) aus Löwenstedt und Tjark Hansen (9) aus Behrendorf sind die Gewinner des diesjährigen Vorlesewettbewerbs „Schölers leest Platt“, bei dem in der Stadtbibliothek zahlreiche Zuhörer sowie Eltern der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer und Vertreter mehrerer Schulen anwesend waren. Die beiden jungen Nordfriesen müssen sich nun den Siegern anderer Landschaftswettbewerbe stellen. Im Juni wird es dann spannend beim Landesentscheid in Eutin.

Während des mehr als zweistündigen Lesewettbewerbs mit 14 Kindern und Jugendlichen traten im ersten Durchgang Dritt- und Viertklässler und im zweiten Jugendliche aus den achten bis zehnten Klassen an. Mit einer Kriminalgeschichte überzeugte Thore Jensen die drei Jurymitglieder Angelika Albertsen-Kruse, Rainer Maaß und Susanne Dircks – und Tjark Hansen mit dem Text „Ümmer op de Lütten“.

Für Ingwer Oldsen vom Zentrum für Niederdeutsch mit Sitz in Leck war es „ein Wettbewerb der Gewinnerinnen und Gewinner“. Denn zuvor hätten sich die Vorleserinnen und Vorleser in ihren Schulen qualifizieren müssen. Oldsen lobte bei der Preisverleihung alle plattdeutschen Leseratten und meinte, dass es am Ende „eng, sehr eng“ gewesen sei. Alle hätten überragende und beeindruckende Leistungen präsentiert. hjm

Mehr Informationen zum plattdeutschen Vorlesewettbewerb gibt es im Internet auf der Seite des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes: heimatbund.de.

Literaturgruppe

Am Montag, 25. April 2016, bespricht die Literaturgruppe ab 18.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Die Memoiren einer Überlebenden“ von Doris Lessing.

Interessierte sind herzlich willkommen.

"Die Memoiren einer Überlebenden" von Doris Lessing

„Die Memoiren einer Überlebenden“ von Doris Lessing

Doris Lessing: Die Memoiren einer Überlebenden. Roman. Übersetzt von Rudolf Hermstein.

Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1981.

Der Verlag schreibt über das Buch: „In ihrem Roman »Die Memoiren einer Überlebenden« beschwört Doris Lessing eine unbestimmte Zukunft: Das Leben in der Stadt ist zusammengebrochen, die Menschen sind ständig unterwegs und auf der Suche nach Überlebensmöglichkeiten. Jugendliche und Erwachsene besetzen leerstehende Häuser, plündern Geschäfte, und Horden von Kindern machen die Straßen unsicher. Das Chaos der Straße beobachtet die Hauptfigur, eine ältere alleinstehende Frau, vom Fenster ihrer Wohnung aus. Eines Tages steht ein junges Mädchen, Emily, samt ihrem Haustier Hugo, bei ihr im Wohnzimmer und verlangt unvermittelt nach Unterkunft. Während draußen alle Formen öffentlicher Ordnung aufgehört haben zu existieren, richten sich die beiden in ihrem neuen Leben zu zweit ein…“

2007 erhielt Doris Lessing den Nobelpreis für Literatur.

Lese- und Hörbuchtipp des Monats Februar

Jodi Picoult: Bis ans Ende der Geschichte.

Bertelsmann/Verlagsgruppe Random House, München 2015.

Als gekürzte Lesung im Hörbuch erschienen im Hörverlag, München 2015.

"Bis ans Ende der Geschichte" von Jodi Picoult

„Bis ans Ende der Geschichte“ von Jodi Picoult

Sage Singer ist eine junge Bäckerin, die – durch eine Narbe gezeichnet – sehr zurück gezogen lebt und niemanden an sich heran lässt.

Seit dem Unfalltod ihrer Mutter besucht sie eine Trauergruppe, in der sie den 90-jährigen Josef Weber kennenlernt. Zwischen den Beiden entsteht trotz des großen Altersunterschieds eine ungewöhnliche Freundschaft – bis der alte Mann ihr sein schreckliches Geheimnis offenbart und von Sage Vergebung erhofft: Ursprünglich aus Deutschland stammend entpuppt sich der höfliche, empathische Weber als ehemaliger SS-Mann, der als junger Mann in Polen unter anderem im Konzentrationslager Auschwitz eingesetzt war.

Sage hat jüdische Wurzeln und ihre Großmutter Minka stammt aus Polen. Als einzige aus ihrer Familie hat Minka den Holocaust und das Konzentrationslager Auschwitz überlebt, aber schwieg ihr ganzes Leben über ihre Vergangenheit. Erst von Sage und dem „Nazijäger“ Leo Stein lässt sie sich ihre Geschichte entlocken.

Die US-amerikanische Autorin entwickelt den Roman in drei Erzählsträngen: in der Gegenwart wird Sage und ihre Konfrontation mit der eigenen Familiengeschichte fesselnd und einfühlsam aufgebaut. In Rückblenden kommt Minka zu Wort, die über ihre Vergangenheit und schrecklichen Erlebnisse in Polen erzählt. Als junges Mädchen schrieb sie an einem Roman, der auf einer dritten Erzählebene ebenfalls Einzug in den Roman hält, denn er half Minka, das Grauen der Nazizeit zu überleben.

Sensibel werden Themen wie Trauer, Schuld und Gewissenskonflikte aufgegriffen, keine leichte Kost, aber fesselnd geschrieben und mit lebendigen Charakteren versehen.

Als Hörbuch mit fünf verschiedenen, hervorragend lesenden Sprechern kommen die verschiedenen Erzählstränge besonders gut zur Geltung  – diese gelungene Umsetzung als Lesung verdient unbedingt eine Empfehlung: Hören!

Susanne Luther-Feddersen

Literarische Geburtstagskinder – Toni Morrison

Ihren 85. Geburtstag kann heute die us-amerikanische Autorin Toni Morrison feiern, die am 18. Februar 1931 in Lorain (Ohio) geboren wurde. Ihr Romandebüt „Sehr blaue Augen“ erschien 1970 (in deutscher Übersetzung 1979). Für ihre Werke erhielt Toni Morrison zahlreiche Auszeichnungen und 1993 den Nobelpreis für Literatur. Mit ihrem jüngsten auf Deutsch erschienenen Roman „Heimkehr“ hat sie auch bereits Spuren hier in unserem Blog hinterlassen.

Wir gratulieren! Und wer jetzt neugierig geworden ist, könnte ja mal zu ihrem ersten großen Publikumserfolg greifen: Solomons Lied.

"Solomons Lied" von Toni Morrison

„Solomons Lied“ von Toni Morrison

Der Rowohlt-Verlag schreibt über das Buch: „«Solomons Lied», in den USA 1977 erschienen, war – nach «Sehr blaue Augen» und «Sula» – Toni Morrisons dritter Roman, in dem sie mit magischer Klugheit und souveräner Phantasie die Familie der Deads heraufbeschwört: die in trister Ehe welkende Ruth, ihren Sohn Milchmann, der sich danach sehnt, fliegen zu lernen, und die Suche nach dem mythischen Familienschatz aufnimmt, begleitet von der zauberkräftigen Heilerin Pilate, verfolgt von ihrer liebeskranken Enkelin Hagar. Eine große Erzählerin zeigt uns hier, daß noch zu dem unbegreiflichsten Geschehen ein verborgener Schlüssel existiert.
Wer Toni Morrisons Gestalten einmal begegnet ist, dem bleiben sie für immer Gefährten.“

Lesefreudigste Klasse Schleswig-Holsteins

Die Klasse 6D der Gemeinschaftsschule Husum Nord belegt den 1. Platz beim landesweiten FLC-Lesewettbewerb!

FLC-Logo-Bild_querDie Freude war riesengroß, als die Klasse 6D vor zwei Wochen mehrere Buchpakete des Arena-Verlags in Empfang nehmen konnte – der verdiente Lohn für fleißiges Lesen im letztjährigen FerienLeseClub!

Der FLC ist Schleswig-Holsteins größtes Leseförderungsprojekt und wird jedes Jahr auch in der Stadtbibliothek Husum angeboten. Hierbei leihen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 aus einer großen Buchauswahl während der Sommerferien Bücher aus. Bei der Rückgabe wird anhand eines Fragenkatalogs überprüft, ob das Buch tatsächlich gelesen wurde und anschließend in ihr persönliches Leselogbuch eingetragen. Am Ende erhalten die FLC-Teilnehmer eine Urkunde entsprechend ihrer Leseleistung und auch Sachpreise. (Mehr zum FerienLeseClub steht unter www.ferienleseclub.de und natürlich hier im Blog – zum Beispiel die offizielle Ankündigung des FLC 2015 in der Stadtbibliothek.)

Frisch ausgepackt: Viel Lesestoff aus dem Arena-Verlag für die Klassenbibliothek der 6D!

Frisch ausgepackt: Viel Lesestoff aus dem Arena-Verlag für die Klassenbibliothek der 6D!

Auch die Klasse 6D der Gemeinschaftsschule Husum Nord nahm in den vergangenen Sommerferien am FerienLeseClub teil. Ihre Klassen- und Deutschlehrerin Victoria Müller war von ihrer Leseleistung so begeistert, dass sie sie kurzerhand beim FLC-Wettbewerb des Arena-Verlags anmeldete: Dort werden die Klassen prämiert, deren Schülerinnen und Schüler gemeinsam die meisten Bücher im FerienLeseClub gelesen haben. Als die Mitteilung eintraf, dass die 6D mit ihrer Leseleistung den 1. Platz erreicht hatte, durften die Schülerinnen und Schüler aus dem Programm des Arena-Verlags Bücher im Wert von 300 Euro aussuchen, um damit ihre Klassenbibliothek zu erweitern.

Andrea Sondermann aus der Stadtbibliothek Husum freut sich sehr darüber, dass eine Husumer Klasse den Wettbewerb gewonnen hat, und besuchte die Schülerinnen und Schüler beim Auspacken der Buchpakete, um ihnen zu gratulieren: „Die 6D ist nun ganz offiziell die lesefreudigste Klasse Schleswig-Holsteins“.

Junge Kunst in Husum: Die Kunstprofile der Husumer Gymnasien stellen aus

In der Stadtbibliothek Husum ist vom 11. Februar bis zum 30. April 2016 zu sehen, was KüntlerInnen und DesignerInnen von morgen umtreibt.

Plakat Junge Kunst in HusumDie Schülerinnen und Schüler aus den Kunstprofilen der Husumer Gymnasien (Hermann-Tast-Schule und Theodor-Storm-Schule) stellen ca. 40 Arbeiten aus, die von ihren Lehrkräften Sabine Jung, Dorothee Klose-Lehmann, Matthias Leßmann (zugleich Organisator der Ausstellung) und Peter Warmke ausgewählt wurden. Gezeigt wird eine große Bandbreite von Werken, die im Unterricht der Oberstufe oder außerhalb der Schule entstanden sind; von Malerei und Graphik in verschiedenen Arbeitsfeldern und Techniken bis zum Modedesign.

Die Vernissage findet am 11. Februar 2016 um 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek statt. Für die musikalische Untermalung sorgt die Amariszi-Band der TSS.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.