Filmtipp des Monats März

Weihnachtsfilme gibt es bekanntermaßen viele – aber nach Filmen, in denen der Osterhase eine entscheidende Rolle spielt, muss man schon mächtig suchen. Daher passend zu den Feiertagen der Filmtipp „Die Hüter des Lichts„. Mit dem wohl coolsten Osterhasen aller Zeiten. Und mit Weihnachtsmann. Aber der Reihe nach:

Gemeinsam beschützen die Zahnfee, der Osterhase, der Sandmann und der Weihnachtsmann im Auftrag des Mondes als „Hüter des Lichts“ die Hoffnungen und Träume der Kinder. Einen gefährlichen Schwachpunkt haben sie dabei: wenn die Kinder den Glauben an sie verlieren, dann verlieren die Hüter des Lichts im Gegenzug ihre Kräfte. Ebendies geschieht, als der finstere Pitch kurz vor Ostern mit einem Heer aus Albträumen die Welt erobern will. Die Hüter brauchen dringend Unterstützung, und der Mond hat bereits einen geeigneten Kandidaten ausgewählt: Jack Frost. Dieser ist aber besonders dem Osterhasen und den Yetis des Weihnachtsmannes bislang eher als Unruhestifter aufgefallen. Können die Hüter Jack trotzdem überzeugen, sich ihnen anzuschließen?

Als Zuschauer liebt man den Außenseiter Jack übrigens von Anfang an, lacht und leidet mit ihm und rätselt über seine geheimnisvolle Vergangenheit. Liegt dort vielleicht der Schlüssel zu seiner Berufung als Hüter des Lichts?

Für den computeranimierten Film aus den Hause Dreamworks spricht bereits die geniale stimmliche Originalbesetzung u.a. mit Alec Baldwin, Chris Pine, Isla Fisher und nicht zu vergessen Hugh Jackman als Stimme des Osterhasen! Aber auch storytechnisch bietet „Die Hüter des Lichts“ rasante, witzige, gefühlvolle und tiefgründige Handlung. So ein schöner Film! Der auch beim zehnten Anschauen kein bisschen langweilig wird.

Die Hüter des Lichts. USA, 2012. Regie: Peter Ramsey. 1 DVD (93 Min.). Ab 6 Jahren freigegeben.

Andrea Sondermann

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Lesetipp des Monats März – Agatha Christie

Im Januar 1976 starb die „Queen of Crime“ Agatha Christie im Alter von 85 Jahren. Auch vierzig Jahre nach ihrem Tod gilt sie noch als erfolgreichste Kriminalschriftstellerin der Welt.

Die Graphic Novel „Agatha Christie – das Leben ist kein Roman“ würdigt ihr Leben und Werk im Schnelldurchlauf.

"Agatha Christie - das Leben ist kein Roman"

„Agatha Christie – das Leben ist kein Roman“

Anne Martinetti, Guillaume Lebeau, Alexandre Franc: Agatha Christie – das Leben ist kein Roman. Übersetzt von Ulrich Pröfrock.

Egmont Graphic Novel, Köln 2015.

Beginnend mit dem nie restlos aufgeklärten rund zehntägigen Verschwinden der Autorin im Jahr 1926 entfaltet sich ein Kaleidoskop aus Momentaufnahmen ihrer Vergangenheit und Zukunft, häufig begleitet von Zwiegesprächen mit den fiktiven Ermittlern Hercule Poirot, Jane Marple und Tommy & Tuppence. Natürlich können dabei einzelne Themen nur kurz angerissen werden, und wer sich vorher noch nie mit Agatha Christie beschäftigt hat, ist sicherlich dringend auf die Zeittafel am Ende des Buches angewiesen, um alles gedanklich noch einmal zu sortieren. Trotzdem macht der Comic große Lust darauf, sich sowohl eingehender mit der Biografie der Autorin als auch mit ihrem Werk anzufreunden.

Dafür bieten sich beispielsweise folgende Titel an (zum Teil im Atlantik-Verlag gerade neu aufgelegt):

Das fehlende Glied in der Kette – Agatha Christies erster Roman mit dem belgischen Detektiv Hercule Poirot.

"Alibi"

„Alibi“

Das kontrovers diskutierte Alibi, in dem die Autorin doch tatsächlich (Vorsicht, Spoiler! ->) den Täter in der Ich-Form erzählen ließ und damit vermutlich das Krimi-Genre neu erfand. Die Tatsache, dass der Erzähler gleichzeitig der Täter ist, offenbart sich dem Leser erst am Ende des Buches. Meisterdetektiv Poirot kommt ihm natürlich schon vorher auf die Schliche.

 

 

"Mord im Orientexpress"

„Mord im Orientexpress“

Einer der wahrscheinlich bekanntesten Fälle für Hercule Poirot: Mord im Orientexpress – die Idee dazu kam der Autorin übrigens, während sie selbst mit besagtem Zug unterwegs war. Sehenswert ist auch die starbesetzte Verfilmung von 1974 mit Albert Finney in der Rolle des berühmten Detektivs.

 

Das Theaterstück Die Mausefalle, Rekordhalter als das am längsten ununterbrochen aufgeführte Stück weltweit: seit 1952 wird „The Mousetrap“ im Londoner West End fast täglich gespielt. Ein Ende ist nicht in Sicht – aktuell läuft das Bühnenstück im St. Martin’s Theatre.

"Die Tote in der Bibliothek"

„Die Tote in der Bibliothek“

Schon vom Titel her ein Muss: Die Tote in der Bibliothek, ein kniffliger Fall für Miss Marple. Und damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich selbstverständlich um eine Privatbibliothek, nicht um eine öffentliche! Die Bantrys verstehen allerdings trotzdem nicht, was eine Leiche in ihrer Bibliothek zu suchen hat, und werden zu Unrecht verdächtigt, mit dem Mord etwas zu tun zu haben. Das kann Miss Marple nicht tatenlos hinnehmen!

 

"Die Schattenhand"

„Die Schattenhand“

Die Schattenhand – dieser Roman hat wie „Alibi“ einen Ich-Erzähler (der in diesem Fall nicht der Täter ist): Jerry Burton wollte mit seiner Schwester eigentlich in einen ganz ruhigen und beschaulichen Ort auf dem Land ziehen, doch unter der friedlichen Oberfläche brodelt das Böse: ist die tückische Macht des Wortes in Form anonymer Briefe schuld an einem Selbstmord? Oder sind die Briefe, wie Miss Marple vermutet, nur ein Ablenkungsmanöver für ein ganz anderes Verbrechen?

Agatha Christies Kurzkrimis – beispielsweise in der Sammlung „Der Dienstagabend-Klub“ (mit Miss Marple) oder in „Der seltsame Mr. Quin“ (mal ganz was anderes!).

Natürlich ist diese Auswahl wie immer rein subjektiv!

blauEin kleiner Tipp zum Schluss: viele Werke von Agatha Christie gibt es als Hörbücher und in Hörspielfassungen – auch in der Onleihe zwischen den Meeren.

Mehr Anregungen und Informationen bietet die offizielle (englische) Internetseite www.agathachristie.com.

Andrea Sondermann

Literarische Geburtstagskinder – Janosch

Heute feiert der Schöpfer der unsterblichen Tigerente seinen 85. Geburtstag: Der Autor und Illustrator, der mit richtigem Namen Horst Eckert heißt, wurde am 11. März 1931 geboren. Janoschs Werk hat längst die Zahl 100 überschritten (manche Quellen sprechen von über 150 Titeln, manche von mehr als 300) und umfasst bei weitem nicht nur Kinderbücher.

Trotzdem bleibt „Oh, wie schön ist Panama“ natürlich der Klassiker schlechthin und ist unser Lesetipp für alle, die Janosch noch nicht kennen:

"Oh, wie schön ist Panama" von Janosch

„Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch

Janosch: Oh, wie schön ist Panama. Die Geschichte, wie der kleine Tiger und der kleine Bär nach Panama reisen.

Beltz & Gelberg, Weinheim 2015 (49. Auflage).

Tiger und Bär träumen vom Paradies auf Erden – es muss wohl „Panama“ heißen – und machen sich auf die Suche danach. Am Ende finden sie ihr Paradies tatsächlich. Seltsam: es sieht genauso aus wie ihr Zuhause…

In einer Zeit mit ständig bimmelnden und brummenden Smartphones empfiehlt sich aber auch „Post für den Tiger“ – einfach mal ein paar schöne, handgeschriebene Briefe als kleine Aufmerksamkeit für die Leute, die man mag! Denn „das mache ich gerade“ und „ich denke an dich“ lässt sich auch ohne SMS oder Facebook sagen. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Janosch! Und: Danke! Nicht nur für die Tigerente.

Lesung mit Karen-Susan Fessel

„Westküste denkt QUEER – Wir gehen voran“, so hieß eine Veranstaltungsreihe in Dithmarschen und Nordfriesland, die zu Beginn des Jahres Ausstellungen, Lesungen, Theaterstücke, Kinoabende und vieles mehr in unserer Region anbot – das komplette Programm gibt es hier zum Download.

Initiiert durch die Gleichstellungsstelle Heide und mit Unterstützung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Gleichstellung war das Ziel, Information und Aufklärung zu bieten für mehr Offenheit gegenüber der Vielfalt sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identitäten.

In der Stadtbibliothek Husum konnten wir in diesem Rahmen die aus Lübeck stammende Autorin Karen-Susan Fessel begrüßen, die für zwei Schulklassen (7. und 8. Klassen der Gemeinschaftsschule Nord) und einige weitere Gäste in kurzen Leseproben mehrere ihrer Bücher vorstellte.

Lebhaft und authentisch berichtete Karen-Susan Fessel, wie und warum sie Schriftstellerin wurde: schon als 5-Jährige überkam sie beim Lesenlernen der Wunsch, selbst Bücher schreiben zu können. Dieses Ziel verfolgte sie beharrlich und mit Erfolg, auch wenn dabei – wie sie betont – nicht nur Kreativität, Disziplin und Hartnäckigkeit dazugehören, sondern auch eine Portion Glück, um tatsächlich von einem Verlag angenommen zu werden. Inzwischen sind von ihr schon viele Bücher erschienen; sie schreibt sowohl für Erwachsene als auch für Jugendliche und Kinder.

"Ein Stern namens Mama", Oetinger-Verlag

„Ein Stern namens Mama“, Oetinger-Verlag

Dann las die Autorin zunächst aus ihrem allerersten veröffentlichten Kinderbuch vor, das mittlerweile in viele Sprachen übersetzt, vertont und als Theaterstück umgesetzt wurde und sogar für eine Verfilmung vorgesehen ist: In “Ein Stern namens Mama“ erzählt Louise von ihren Ängsten, dem Abschied, Schmerz und Trost, als ihre Mutter schwer erkrankt und schließlich stirbt – ein tolles, einfühlsames Buch zum Thema Trauer!

Trotz der Kürze der Leseproben aus diesem und den folgenden Büchern bewies Karen-Susan Fessel, dass die Zuhörer gleich in die Geschichten hinein gezogen werden, wenn jemand so spannend und lebendig vorliest wie sie – schade, dass wir keine Tonaufnahme zu bieten haben. Aber dafür kommen hier, ebenfalls in Kürze, die vorgestellten Bücher:

"Steingesicht", Querverlag

„Steingesicht“, Querverlag

Steingesicht“ – so wird Leontine von ihrer Tante Wanda genannt, weil sie nie eine Miene verzieht, egal, was passiert. Leo findet es völlig daneben, dass sie aus Berlin zu ihrer Tante aufs Land ziehen musste. Und dann merkt sie auch noch, dass sie Mädchen viel lieber mag als Jungs. Dieses Buch zeigt übrigens noch einmal, wie international die Werke von Karen-Susan Fessel gelesen und gewürdigt werden: es erhielt unter anderem den „Taiwan Book Award“.

"Liebe macht anders", Kosmos-Verlag

„Liebe macht anders“, Kosmos-Verlag

In „Liebe macht anders“ steht Anders im Mittelpunkt, der intersexuell ist und das zu verbergen versucht. Aber Robert, der Ex von Anders‘ neuer Freundin Sanne, beginnt in Anders‘ Vergangenheit zu graben…

 

"Was in den Schatten ruht", Kosmos-Verlag

„Was in den Schatten ruht“, Kosmos-Verlag

Neugierig machten auch die spannenden Ausschnitte aus den Jugendbüchern „Was in den Schatten ruht“ sowie „Und wenn schon!“, die deutlich zeigten, wie es die Autorin versteht, schon mit ihrer Sprachwahl die Figuren lebendig werden zu lassen. „Was in den Schatten ruht“ verknüpft Nervenkitzel mit Romantik, erzählt die Liebesgeschichte von Marla und Keno und behandelt auch das Thema Schizophrenie.

"Und wenn schon!", Oetinger-Verlag

„Und wenn schon!“, Oetinger-Verlag

Und wenn schon!“ handelt vom Außenseiter Manfred, der mit seinen Eltern und vier älteren Brüdern von Sozialhilfe lebt, und wurde 2003 in der Sparte „Jugendbuch“ für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Abschließend beantwortete die Autorin noch gerne die vielen Fragen des Publikums, z.B. wo sie die Namen für Ihre Figuren hernimmt oder wieviel Geld ein Schriftsteller verdient, und signierte im Anschluss lächelnd viele, viele Autogrammkarten, für die die jungen Zuhörer Schlange standen.