Lesetipp des Monats Juli – Roman

Michael Köhlmeier: Das Mädchen mit dem Fingerhut. Roman.

Hanser, München 2016.

"Das Mädchen mit dem Fingerhut" von Michael Köhlmeier

„Das Mädchen mit dem Fingerhut“ von Michael Köhlmeier

Ein sechsjähriges Mädchen wird von seinem Onkel zum Betteln in die Stadt geschickt. In einem Laden gibt man ihm zu essen und zu trinken, es wärmt sich auf, bleibt aber stumm. Abends wird es abgeholt, so geht es tagelang. Als ein Ladenbesitzer die Polizei rufen will, brüllt es laut, denn man hat ihm beigebracht, beim Wort „Polizei“ laut zu schreien. Eines Tages ist der Onkel verschwunden und das Mädchen ist ganz auf sich gestellt. Es ernährt sich von Abfällen und schläft im Müllcontainer. Schließlich wird es aufgegriffen und kommt in ein Heim, bleibt auch dort stumm. Mit zwei Jungen flieht es, einer von ihnen spricht seine Sprache. Zu dritt schlagen sie sich durch und wärmen sich zeitweilig in einem Gewächshaus. Die mysteriöse Besitzerin des Grundstücks hat Mitleid mit dem erkrankten Mädchen, möchte es erziehen und sperrt es ein. Darauf kommt es zu einer schrecklichen Tat.

Ein schmales Buch, dessen Titel ein Märchen vermuten lässt. Der Inhalt ist sehr realistisch. Orte werden nicht genannt, aber die Großstadt und die Landschaft befinden sich irgendwo in Westeuropa. Man ahnt, dass es sich bei der Hauptfigur vermutlich um ein unbegleitetes Flüchtlingskind handelt. Die karge Sprache des Autors verstärkt noch die Intensität der Atmosphäre. Ein berührendes Buch, dem man viele Leser wünscht.

Auguste Carstensen-Lenz

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Literaturgruppe

Am Montag, 22. August 2016, bespricht die Literaturgruppe ab 18.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Die italienischen Schuhe“ von Henning Mankell.

Interessierte sind herzlich willkommen.

"Die italienischen Schuhe" von Henning Mankell

„Die italienischen Schuhe“ von Henning Mankell

Henning Mankell: Die italienischen Schuhe. Roman. Aus dem Schwedischen von Verena Reichel.

dtv, München 2009.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Fredrik Welin ist etwas widerfahren, das er nur »die Katastrophe« nennt. Danach hat sich der ehemalige Chirurg auf eine kleine Insel in den Schären zurückgezogen und meidet jeden Kontakt mit den Menschen. Doch dann steht eines Tages seine Jugendliebe Harriet vor der Tür und erinnert ihn an ein altes Versprechen. Er folgt ihr auf eine Reise in die Vergangenheit, voller unverhoffter Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen. Eine Reise, die ihm den Weg zurück zu den Menschen weisen wird …“

FerienLeseClub 2016

„Lesen verbindet“ auch in diesem Sommer:

FerienLeseClub vom 18.7. bis zum 10.9. in der Stadtbibliothek Husum

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Vor den Sommerferien bekamen in Husum wieder alle 5. Klassen Besuch aus der Bibliothek: Mit FLC-Tasche, Büchern und Infomaterial stellte Bibliothekarin Susanne Luther-Feddersen den FerienLeseClub vor, der in der Stadtbibliothek Husum bereits zum 8. Mal angeboten wird.

"WARP", Band 1 (Loewe-Verlag)

„WARP“, Band 1 (Loewe-Verlag)

Wie immer gibt es in der Stadtbibliothek eine spezielle Auswahl an Ferienlektüre, die für Clubmitglieder reserviert ist. Über freches Herzklopfen mit „Hip-Hop, Hund und Herzgehüpfe“ von Karen-Susan Fessel, Comicroman-Spannung in der Reihe „Pax“ von Asa Larsson und Ingela Korsell und Zeitreise-Action bei „WARP“ von Eoin Colfer bis hin zu den „100% Abenteuer“-Sachbüchern von Ravensburger ist für jeden Lesegeschmack etwas zu finden.

Alle FLC-Mitglieder erhalten ein Leselogbuch, in dem sie bis zum 10. September für ihre gelesenen Bücher Stempel sammeln und über ihre Lieblingsbücher abstimmen können. (Wer jetzt genauer wissen möchte, wie der FerienLeseClub funktioniert, klickt einfach mal hier!)

"100% Abenteuer: Ozeane" (Ravensburger)

„100% Abenteuer: Ozeane“ (Ravensburger)

Teilnehmen können alle Schülerinnen und Schüler, die nach den Ferien mindestens in die 5. Klasse kommen. Anmeldung und Teilnahme sind kostenlos und ab dem 18. Juli in der Stadtbibliothek Husum möglich.

Bei der FLC-Abschlussveranstaltung am 16. September im Kino Center Husum gibt es für alle Stempel-Jäger und –Sammler Urkunden (Bronze für 1-2 Stempel, Silber für 3-6 Stempel und Gold ab 7 gelesenen Büchern) und Preise, die man so nicht im Laden kaufen kann. Auch das Geheimnis um die beliebtesten FLC-Bücher wird dort gelüftet.

 

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Unterstützt wird dieses Ferienangebot vor Ort von der Stiftung Husumer Volksbank.

Und der Förderverein der Stadtbibliothek sorgt auch in diesem Jahr dafür, dass mit Schülerjobs der Ansturm an der Stempel-Station bewältigt werden kann.

Der FerienLeseClub ist das größte landesweite Leseförderungs-Projekt im Sommer. Mehr Infos dazu gibt es unter www.ferienleseclub.de

FerienLeseClub 2016 – So geht’s

Am Montag startet der FerienLeseClub (FLC) 2016!

Für alle, die noch nicht wissen, wie der FLC eigentlich genau funktioniert, kommen hier die „Spielregeln“ ganz ausführlich mit allen wichtigen Terminen.

Die allerwichtigste Frage vorneweg: Wer darf überhaupt mitmachen?? Antwort: Alle Schülerinnen und Schüler, die nach den Ferien mindestens in die 5. Klasse kommen. Das hier ist für euch:

So machst du mit beim FerienLeseClub

in der Stadtbibliothek Husum

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Der FerienLeseClub 2016 startet am 18. Juli. Ab dann und während der Sommerferien kannst du dich anmelden und teilnehmen.

Für den FLC bekommst du eine Club-Lesenummer, die auf deinem Leselogbuch steht. Bringe deshalb dein Logbuch beim Ausleihen und Abgeben von FLC-Büchern immer mit!

Als FLC-Mitglied kannst du:

– bis zu 3 Bücher gleichzeitig aus dem Clubregal auswählen und an der „Verbuchung“ ausleihen

– deine FLC-Bücher 3 Wochen lang behalten (oder eher abgeben)

– deine gelesenen FLC-Bücher im Logbuch eintragen, -> ihnen in der Spalte „Kommentar“ Schulnoten von 1 bis 6 geben -> und so bei der Wahl der beliebtesten FLC-Bücher (FLC – Top 10) mitmachen

Achtung: Die Teilnahme am FLC ist kostenlos, aber wenn du Bücher verspätet abgibst, wird die übliche Versäumnisgebühr fällig.

 

Außerdem kannst du:

– an der „Information“ FLC-Bücher kostenlos vorbestellen

– deine ausgeliehenen FLC-Bücher 1mal verlängern, wenn sie nicht für ein anderes Clubmitglied vorbestellt sind

– mehr Bücher lesen, als ins Logbuch passen, denn an der „Information“ gibt’s Zettel zum Nachlegen

– mit deinen gelesenen FLC-Büchern Stempel im Logbuch sammeln -> und nach den Sommerferien eine Urkunde in Bronze (für 1 – 2 Stempel), Silber (3 – 6 Stempel) oder Gold (ab 7 gelesenen Büchern) bekommen

 

Stempel sammeln – so geht’s:

– FLC-Buch lesen

– bei der Rückgabe Fragen zum Inhalt beantworten

– oder erzählen, wovon das Buch handelt

-> und mit Stempel im Logbuch bestätigen lassen

Achtung, der Beginn der Buchabfrage ist erst eine Woche nach FLC-Start, also am 25. Juli. Stempel gibt es daher auch erst ab dann!

 

Der FerienLeseClub endet am 10. September. Das heißt:

– bis spätestens zum 10.9. musst du dein Logbuch in der Bibliothek abgeben -> für die Urkunde und -> für die Wahl der FLC – Top 10 – Bücher

– ab dem 10.9. kannst du mit deiner FLC-Lesenummer nichts mehr ausleihen oder verlängern

– ab dem 10.9. wandern alle FLC-Bücher wieder in ihre gewohnten Bibliotheksregale zurück

nach dem 10.9. gibt es keine Stempel mehr!

Deine Urkunde bekommst du bei der FLC-Abschlussveranstaltung am 16.9. im Kino Center Husum: Um 16.00 Uhr startet die Veranstaltung im Kinosaal. Urkunden, Preise und Eintrittsgutscheine gibt es ab 15.00 Uhr vor der Kinokasse.

 

Kannst du mit der FLC-Urkunde auch in der Schule punkten?

Das entscheiden deine Schule und dein(e) Deutschlehrer(in). Trau dich und frage dort nach!

10 Jahre „Stadtbibliothek“

BibliotheksgeburtstagPlakatJa, der große Umzug der „Zentralbücherei Westküste“ von der Herzog-Adolf-Str. 5 ins Nissenhaus ist inzwischen wirklich schon 10 Jahre her. Ebenso lange trägt die Bibliothek ihren neuen Namen „Stadtbibliothek Husum“. Das wird natürlich gefeiert!

Wir laden ein zum Tag der offenen Tür am 3. September 2016.

 

Unser Programm:

 

11.00 und 14.00 Uhr: Die Kunst der Magie für Klein und Groß mit Zauberer Jan

 

 

11.45 Uhr: Bürgermeister Uwe Schmitz schneidet die „Geburtstagstorte“ an

 

 

(c) Katrin Schmitt

(c) Katrin Schmitt

12.00 Uhr: Lesung: Matthias Stührwoldt, beliebter Autor von Geschichten aus dem ländlichen Leben (z.B. „Verliebt Trecker fahren“)

 

 

15.00, 16.00 und 17.00 Uhr: Musik: Die Band Ukuleila präsentiert internationale Lieder auf drei Ukulelen und einem Bass

 

 

(c) Hans-Peter Bögel

(c) Hans-Peter Bögel

15.30 und 16.30 Uhr: Lesung: Die Wellen des Meeres auf und nieder – Geschichten und Gedichte vom Land zwischen den Meeren. Unterhaltsame Lesung mit dem Schauspieler und renommierten Fernsehsprecher Hans-Peter Bögel

 

 

Außerdem ab 15.00 Uhr: Kinder-Kreativ-Ecke: Malen und Basteln in der Kinderbibliothek

 

 

(c) Joachim Smarsly

(c) Joachim Smarsly

laufende Ausstellung: „Das Geschriebene ist die Verkörperung eines Gedanken“: Dichter-Porträts von Joachim Smarsly, der für seine Druckgrafiken Fotos, Texte und grafische Elemente zusammensetzt. Der Künstler ist ab 15.30 Uhr begleitend zu den Lesungen von Hans-Peter Bögel anwesend.

Hörbuchtipp des Monats Juli

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit. Roman. Gelesen von Robert Stadlober.

Diogenes, Zürich 2016.

"Vom Ende der Einsamkeit" von Benedict Wells

„Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells

Ein besonderer Hörbuch-Tipp für den Sommer, gut geeignet für lange Autofahrten, vielleicht auf dem Weg in den Urlaub, ist die Hörbuch-Ausgabe des Spiegel-Bestsellers „Vom Ende der Einsamkeit“ von Benedict Wells.

Wunderbar empathisch vorgelesen vom Schauspieler Robert Stadlober wird aus Sicht des Ich-Erzählers Jules in Rückblenden seine Familiengeschichte erzählt. Jules wächst mit seinen älteren Geschwistern Marty und Liz in einem behüteten Elternhaus auf, als ihre Wege sich durch den plötzlichen Unfalltod der Eltern trennen. Zwar kommen sie alle in das gleiche Internat, aber durch den Altersunterschied in unterschiedliche Häuser verteilt, verlieren sie sich zunehmend aus den Augen. Jules, als verträumter, introvertierter Junge lernt das Mädchen Alva im Internat kennen, mit der er fortan das Interesse an Musik, Büchern und Lebensfragen von der Pubertät bis zum Erwachsenwerden in enger Freundschaft teilt. Aber nach der Schulzeit trennen sich auch ihre Wege wieder.

Schuldgefühle, das Auseinanderdriften der Geschwister und immer wieder die quälenden, sehnsüchtigen Erinnerungen an die Kindheit beschäftigen Jules. Sein Bruder wird erfolgreicher Unternehmer, die Schwester ist getrieben von Lebenshunger, nimmt Drogen und bleibt unstet, während Jules eher durchs Leben schwebt und sich nicht fest zu legen vermag.

Erst die späte Wiederbegegnung mit Alva verändert ihn und sein Leben. Dass die Familie sich wieder annähert, beginnt bereits in der glücklichen Phase, in der er und Alva zum Paar werden, die Zusammengehörigkeit der Geschwister manifestiert sich dann aber durch gemeinsam durchzustehende Schicksalsschläge.

Ein berührender Roman, mit vielen poetischen und philosophischen Gedanken, der ganz ohne Pathos auskommt. Sehr gerne empfohlen!

Susanne Luther-Feddersen

Lesetipp des Monats Juli – Bilderbuch

Rachel Bright, Jim Field: Der Löwe in dir. Aus dem Englischen übersetzt von Pia Jüngert.

Magellan, Bamberg 2016.

"Der Löwe in dir" von Rachel Bright und Jim Field

„Der Löwe in dir“ von Rachel Bright und Jim Field

Nein, es ist nicht schön, so klein und ängstlich zu sein wie die Maus und immer von allen übersehen zu werden. Viel lieber wäre sie ein bisschen mehr wie der Löwe. Vielleicht hilft es, wenn sie das Brüllen lernt – aber von wem? Das muss ihr doch wohl der Meister persönlich beibringen! Also nimmt sie all ihren Mut zusammen und macht sich auf den Weg, um ihn zu fragen.

Tapfer, tapfer! Wer hätte geahnt, welche Überraschung auf sie wartet … und dass die Erkenntnis am Ende natürlich nur lauten kann: „Jeder von uns ist mal Löwe, mal Maus.“

Frech gedichtet von Rachel Bright (und auch in Reimen übersetzt!) entspinnt sich eine kleine feine Geschichte über Angst und Mut, über Freundschaft und darüber, dass in den Kleinsten oft mehr steckt als man denkt und dass auch der Stärkste sich mal fürchten darf. Eine wohltuende Botschaft, rundum gelungen verpackt: die herrlichen Zeichnungen von Jim Field (siehe Buchcover) bringen die Gefühlslage der Protagonisten gekonnt auf den Punkt.

Andrea Sondermann