Keine Angst vor E-Books

Das digitale Angebot der Stadtbibliothek Husum wird gern genutzt – und am 20. Februar in der „Onleihe-Sprechstunde“ für interessierte „Onleihe-Anfänger“ neu vorgestellt.

blauDie „Onleihe zwischen den Meeren“ ist, wie die Jahresstatistik 2016 beweist, für über 500 Kunden der Stadtbibliothek ein ganz normaler Teil ihres Alltags, die sowohl E-Books als auch Bücher zum „Anfassen“ ausleihen. Rund um die Uhr können digitale Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Hörbücher per Download oder Stream am PC oder mobil auf E-Book-Readern, Tablets oder Smartphones genutzt werden. Voraussetzung sind ein gültiger Bibliotheksausweis und Zugang zum Internet. Zum Verbund der „Onleihe zwischen den Meeren“ (http://www.onleihe.de/sh) gehören mittlerweile über 100 Bibliotheken in Schleswig-Holstein, die einen gemeinsamen, stetig wachsenden E-Medien-Bestand von derzeit rund 64000 Titeln anbieten. Gestartet war dieses digitale Zusatzangebot im September 2011 mit nur 9 Bibliotheken – und die Stadtbibliothek Husum war von Anfang an mit dabei!

onleihe-sprechstundeMittlerweile haben immer mehr Leserinnen und Leser Lust aufs „onleihen“ und extra dafür technisch aufgerüstet. Abhängig von dem Gerät, mit dem man die „Onleihe“ nutzen möchte, sind die Zugänge und Möglichkeiten aber sehr unterschiedlich. Hilfe dabei bietet die „Onleihe-Sprechstunde“ für Neueinsteiger am 20. Februar von 16.00 Uhr bis 17.30 Uhr im Dachgeschoss der Stadtbibliothek Husum: Andrea Sondermann stellt zur ersten Orientierung den allgemeinen Anlaufpunkt auf der „Onleihe zwischen den Meeren“-Homepage und die Hilfe-Seite im Internet vor, anschließend gibt es Beratung zur Onleihe-Nutzung mit verschiedenen, von den Teilnehmern selbst mitgebrachten mobilen Geräten. Daher bittet die Stadtbibliothek um vorherige Anmeldung unter 04841/89186.

Eine Sprechstunde „Onleihe für Fortgeschrittene“ wird bei Nachfrage zu einem späteren Zeitpunkt angeboten werden.

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Lesetipp des Monats Februar – Roman

Meg Wolitzer: Die Ehefrau. Roman. Aus dem Englischen von Stephan Kleiner.

DuMont (http://www.dumont-buchverlag.de/), Köln 2016

"Die Ehefrau" von Meg Wolitzer

„Die Ehefrau“ von Meg Wolitzer

Vor zwei Jahren habe ich voller Begeisterung den Roman „Die Interessanten“ der amerikanischen Autorin Meg Wolitzer gelesen.

Dem Erfolg dieses Romans, es war Wolitzers Debüt auf dem deutschen Buchmarkt, haben wir das große Vergnügen zu verdanken, jetzt weitere Romane dieser klugen, und zugleich ungeheuer unterhaltsamen Autorin lesen zu können.

Zum Inhalt: Jedes Jahr im Dezember wird der Nobelpreis für Literatur verliehen, manchmal auch an höchst umstrittene Persönlichkeiten. In Meg Wolitzers Roman spielt eine ähnliche Auszeichnung eine wichtige Rolle, nämlich der Helsinki-Preis, sozusagen der, allerdings fiktive, „kleine Bruder“ des Nobelpreises.

Um diesen renommierten Preis mit allen Ehren und großem Rahmenprogramm entgegen zu nehmen, machen sich die Castlemans auf den Weg von New York in die finnische Hauptstadt. Joe Castleman hat den ersehnten Preis zugesprochen bekommen, der sein schriftstellerisches Lebenswerk krönen wird.

Mit dem langen Flug nach Helsinki beginnt das Buch. Joan Castleman sitzt neben ihrem Mann, der mit der Stewardess flirtet, und sie zieht bei dieser Gelegenheit eine gnadenlose Lebensbilanz, an der sie uns teilhaben lässt. Joan hat endgültig genug von ihrem Mann. Seit vierzig Jahren ist sie „die Frau an seiner Seite“, ihre Aufgaben sind zahlreich: Sie hat ihn aus seiner ersten Ehe „befreit“, erträgt seine Affären, erzieht seine Kinder, streichelt bei Bedarf sein eigentlich ausreichend großes Ego und hat ihre eigenen Ambitionen anscheinend längst geopfert. Joan seziert ihre Ehe in großer Gründlichkeit, das wird höchst unterhaltsam erzählt, sprachlich perfekt, mit lauter exakt gesetzten Nadelstichen.

Joe Castleman hat sich seit seinen mühsamen frühen Schreibversuchen zu einem jener erfolgreichen Männer entwickelt, die ZITAT„auf ihrem Lebensweg unbekümmert andere Männer, Frauen, Möbelstücke, Dörfer aus dem Weg räumen“.

Es ist eine unvergessliche Reise mit den Castlemans in die wunderschöne finnische Hauptstadt, besonders der geradezu spannende „Showdown“ in der noblen Suite mit Sauna im edelsten Hotel Helsinkis hat es mir angetan!

„Die Ehefrau“ ist zwar gespickt mit Lebenslügen und unguten Kompromissen, von denen uns einige unangenehm bekannt vorkommen werden, aber der Roman ist völlig frei von Schwere und Bitterkeit, ein grundheiterer Ton, der eines von Wolitzers Markenzeichen ist, macht ihren neuesten Roman zu einem reinen Lesevergnügen!

Hedda Jensen

Literaturgruppe

Am Montag, 20. März 2017, bespricht die Literaturgruppe ab 17.00 Uhr in der Bibliothek das Buch „Stoner“ von John Williams.

Interessierte sind herzlich willkommen.

"Stoner" von John Williams

„Stoner“ von John Williams

John Williams: Stoner. Roman. Aus dem Englischen von Bernhard Robben.

Dtv (https://www.dtv.de/), München 2014.

Der Verlag schreibt über das Buch: „›Stoner‹ ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.

Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen.

›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein.“

Unbunt

Am 09.02.2017 um 19:00 Uhr eröffnet die Ausstellung „Unbunt“ mit Bildern von Gunnar Berndt in der Stadtbibliothek Husum.

unbuntflyerDie Bilder des 1973 in Husum geborenen Berndts, sind ausnahmslos in Schwarz-Weiß-Kompositionen gehalten und bieten eine Spannbreite von surrealer Miniaturzeichnung bis hin zur großformatigen Portraitmonotypie. Dem Betrachter eröffnet sich ein tiefer Einblick in das Werk Berndts, das sich stark durch seine figurativen Bilder kennzeichnet.

Berndt beobachtet, taucht ein und bildet stets seine eigene Interpretation der Umwelt ab. Eine zuweilen düstere, zuweilen poppig anmutende Interpretation; zusammengewachsen aus Versatzstücken seiner Biografie und den politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ereignissen seiner Zeit.

Subtil spiegelt Berndt teilweise mit erotischen, teilweise mit sarkastischen Anspielungen seine Weltsicht. Er ist genauso fasziniert vom frühen 20. Jahrhundert, von Trakl, Heym, Metropolis, Grosz, Dix, wie auch von den 80er Jahren, von den Pet Shop Boys oder dem ZauberwürfeI.

In der Ausstellung „Unbunt“ lässt Berndt den Betrachter daran teilhaben, auf welche Weise er erlebt, aufsaugt, zerstückelt, neu zusammenfügt und sich so seinen eigenen Kosmos aus denjenigen hochverehrten Weggefährten, die ihm für sein Leben wichtig erscheinen, erschafft.

Musikalisch wird die Ausstellungseröffnung hochkarätig vom Trio Häwelmon begleitet.

Die Bilder von Gunnar Berndt sind vom 9.2. bis zum 29.4. 2017 in der Stadtbibliothek Husum während der Öffnungszeiten zu sehen.

Lesetipp des Monats Februar – Kinderkrimi

Kevin Sands: Der Blackthorn-Code – Das Vermächtnis des Alchemisten. Aus dem Amerikanischen von Alexandra Ernst.

dtv (https://www.dtv.de/), München 2016.

"Der Blackthorn-Code - Das Vermächtnis des Alchemisten" von Kevin Sands

„Der Blackthorn-Code – Das Vermächtnis des Alchemisten“ von Kevin Sands

London, 1665: Seit rund drei Jahren ist Waisenjunge Christopher Rowe bereits Lehrling bei Meisterapotheker Benedict Blackthorn, als die Stadt von einer Mordserie erschüttert wird. Mehrere Opfer waren Apotheker, und Christopher fürchtet um seinen Meister, der für ihn wie ein Vater ist. Benedict Blackthorn, der insgeheim auch Alchemie betreibt, bringt seinem Schützling nicht nur das Apothekerhandwerk bei, sondern ermuntert ihn zum Rätsellösen und Entschlüsseln von Geheimcodes. Doch eines Tages schickt er Christopher mit einem unmöglichen Auftrag fort, und als der Junge zurückkehrt, findet er seinen Meister ermordet vor. Gemeinsam mit seinem besten Freund Tom macht Christopher sich auf die Suche nach den Tätern – eine letzte, verschlüsselte Botschaft seines Meisters in der Tasche, die ihn auf die Spur eines gefährlichen Geheimnisses führt.

Atmosphärisch, düster, spannend – ein historisches Abenteuer vom Feinsten! Eine Fortsetzung ist bereits angekündigt: wenn die so gut wird wie Teil 1, können wir uns schon jetzt auf eine neue Runde Codeknacken mit Christopher freuen.

Andrea Sondermann