Schriftwelten

Husumer Schulen stellen in der Stadtbibliothek aus

Die Ausstellung Schriftwelten zeigt inspirierende Arbeiten der Schülerinnen und Schüler aus weiterführenden Schulen in Husum, die auf vielfältige Weise zu dem Thema „Schrift“ und „Buch“ im Kunstunterricht gearbeitet haben.

In der Ferdinand-Tönnies-Schule entstanden zum Beispiel Textcollagen aus Zeitungen und Zeitschriften, die Arbeitsweisen von Herta Müller nachempfunden sind, oder Transferarbeiten bei denen Texte mit Acrylfarben auf Holz übertragen wurden.

In der 11. Klasse der Theodor-Storm-Schule haben Schülerinnen und Schüler Buchobjekte gestaltet, indem sie eine Geschichte verbildlicht oder eine Verfremdung vorgenommen haben, die auf die Literatur Bezug nimmt. Zu „Romeo und Julia“ z.B. wird die bekannte Balkon-Szene mit Figuren, Balkon und Brunnen im Buch nachempfunden.

Das Thema „Liebesbriefe“ wurde ebenfalls in der TSS kreativ bearbeitet. Zunächst wurden Briefe in „Geheimschrift“ (Sütterlin) geschrieben, anschließend Bilder zum Thema (Briefe lesen und schreiben) von Vermeer van Delft betrachtet, nachinszeniert und fotografiert.

Im Kunstprofil der Hermann-Tast-Schule entstanden kalligrafische Übermalungen von Körperfotografien, die an Tätowierungen erinnern, und eine Art Verschmelzung von Innen- und Außenwelt zeigen.

Die faszinierende Welt der chinesischen Kalligrafie war Unterrichtsthema in der Gemeinschaftsschule Nord, von der auch Collagen und Linolschnitte gezeigt werden.

Die Stadtbibliothek bietet diesen facettenreichen Arbeiten in der Ausstellung Schriftwelten den perfekten Raum, ein Besuch lohnt sich.

Die Ausstellung läutet für die Stadtbibliothek ein besonderes Jahr ein: Im November 2017 gibt es seit 125 Jahren in Husum eine Öffentliche Bücherei – weitere Veranstaltungen zu diesem Jubiläum sind für das kommende Frühjahr geplant.

Die Eröffnung der Ausstellung „Schriftwelten“ findet am Donnerstag, den 02.11.2017 um 19.00 Uhr in der Stadtbibliothek Husum, Herzog-Adolf-Str. 25, statt. Interessierte sind herzlich willkommen!

Zu sehen sind die Werke der Schülerinnen und Schüler vom 02.11.2017 bis einschließlich 30.01.2018 während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek.

Advertisements

Lesetipp des Monats Oktober – Bilderbuch

Doro Göbel, Peter Knorr: Die Flussfahrt. Eine Wimmelbilder-Geschichte.

Beltz & Gelberg (http://www.beltz.de), Weinheim 2017.

„Die Flussfahrt“ von Doro Göbel und Peter Knorr
(c) Beltz & Gelberg

Käpt’n Kate und ihre Mannschaft machen mit einer bunten Mischung von Passagieren einen Tagesausflug auf der MS Luise. Ganz ohne Text, nur in herrlich detailreichen wimmeligen Zeichnungen, in denen sich neben der aufregenden Fahrt mitsamt einem Waschbären als blindem Passagier noch unzählige weitere kleine und große Geschichten verbergen: zum Beispiel die Reinigungsfirma, die ihrem ausgebüchsten Maskottchen nachjagt, ein übermütiger Motorbootfahrer, eine clevere Geschäftsidee nach einem Tomaten-Unfall und eine Flaschenpost, die schließlich ans Ziel kommt, entwickeln sich über mehrere Seiten hinweg. Für andere kleine Geschichten reicht schon ein einziges Bild (mein Favorit: die beiden Kinder, die beim Urlaub auf dem Bauernhof ein Schlammbad in der Schweinesuhle nehmen).

Auch nach mehrmaligem Anschauen lässt sich noch immer Neues und Überraschendes im Buch entdecken, so dass beim Betrachten richtige Schatzsucher-Stimmung aufkommt. Eigentlich schade, dass die Flussfahrt am Abend schon zu Ende ist …

Doro Göbel und Peter Knorr haben sich mit ihrem preisverdächtigen neuen Wimmelbuch wieder einmal selbst übertroffen: Bei dieser genialen Schiffsreise gehen Jung und Alt gern mit an Bord!

Andrea Sondermann

 

Lesetipp des Monats Oktober – Jugendroman

Ursula Poznanski: Aquila.

Loewe (https://www.loewe-verlag.de/), Bindlach 2017.

Mit ihrem Jugendbuch-Debüt „Erebos“ landete die Wiener Autorin Ursula Poznanski gleich einen Volltreffer: Das Buch erhielt zahlreiche Auszeichnungen (wie u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis) und hat die Autorin sehr bekannt werden lassen.

Sie schreibt mittlerweile ebenfalls Thriller für Erwachsene, doch ihr neuester Spannungsroman richtet sich wieder an Jugendliche und spielt im italienischen Siena.

Nika lebt seit kurzem als deutsche Austauschstudentin im schönen Siena und genießt Stadt, Studentenleben und Freiheit. Doch eines Morgens wacht Nika in ihrem Zimmer in ihrer Wohngemeinschaft auf und muss feststellen, dass sie die Erinnerung an die vergangenen zwei Tage verloren hat. Und neben ihrem Gedächtnis, was diesen Zeitraum betrifft, sind ebenfalls ihr Handy, ihr Haustürschlüssel und ihr Pass verschwunden. Völlig unerklärlich bleibt für sie nicht nur, was in den letzten Tagen und Nächten geschehen ist, sondern auch, wo ihre Mitbewohnerin Jenny steckt.

Ein mysteriöser Zettel mit scheinbar zusammenhanglosen Sätzen in ihrer eigenen Handschrift und ein Schriftzug mit dem Text „Letzte Chance“ auf dem Badezimmerspiegel jagen Nika Angst ein.

Auf der Suche nach ihrer Mitbewohnerin und der Klärung der rätselhaften Ereignisse gerät Nika, die sich verfolgt glaubt, immer tiefer in ein gefährliches Geheimnis, das nach dem Fund eines toten Mädchens in einem unterirdischen Tunnelsystem der Stadt schließlich auch die Polizei auf den Plan ruft. Mit Hilfe von Stefano, den Nika scheinbar zufällig kennenlernt, sucht sie nach Antworten…

Lange bleiben die Geschehnisse im Dunkeln – erst allmählich bilden sich Zusammenhänge, was den Spannungsbogen stets hoch hält.

Ein echter „Pageturner“ für jugendliche Leser, nicht nur für verregnete Herbstferien…

Susanne Luther-Feddersen