Literaturgruppe

Am Montag, 12. März 2018, bespricht die Literaturgruppe ab 16.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Was vom Tage übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro.

Interessierte sind herzlich willkommen.

„Was vom Tage übrig blieb“ von Kazuo Ishiguro
(c) Heyne

Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb. Roman. Aus dem Englischen von Hermann Stiehl.

Heyne (Programm siehe unter https://www.randomhouse.de/), München 2016.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Stevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.“

Kazuo Ishiguro erhielt den Nobelpreis für Literatur 2017.

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Keine Angst vor E-Books

Das digitale Angebot der Stadtbibliothek Husum wird gern genutzt – und am 29. Januar in zwei „Onleihe-Sprechstunden“ für interessierte „Onleihe-Anfänger“ neu vorgestellt

Die „Onleihe zwischen den Meeren“ wird, wie auch die Jahresstatistik 2017 wieder beweist, bereits von vielen Kundinnen und Kunden der Stadtbibliothek Husum gern in Anspruch genommen. Rund um die Uhr können digitale Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Hörbücher per Download oder Stream am PC oder mobil auf E-Book-Readern, Tablets oder Smartphones genutzt werden. Voraussetzung sind ein gültiger Bibliotheksausweis und Zugang zum Internet. Zum Verbund der „Onleihe zwischen den Meeren“ (http://www.onleihe.de/sh) gehören mittlerweile über 100 Bibliotheken in Schleswig-Holstein, die einen gemeinsamen, stetig wachsenden E-Medien-Bestand von derzeit rund 75000 Titeln anbieten.

Mittlerweile haben immer mehr Leserinnen und Leser Lust aufs „onleihen“ und extra dafür technisch aufgerüstet. Abhängig von dem Gerät, mit dem man die „Onleihe“ nutzen möchte, sind die Zugänge und Möglichkeiten aber sehr unterschiedlich. Hilfe dabei bieten die „Onleihe-Sprechstunden“ für Neueinsteiger am 29. Januar im Dachgeschoss der Stadtbibliothek Husum: um 15.00 Uhr für E-Book-Reader und um 16.30 Uhr für Android- und Apple-Geräte. Andrea Sondermann stellt dabei zur ersten Orientierung zunächst den allgemeinen Anlaufpunkt auf der „Onleihe zwischen den Meeren“-Homepage und die Hilfe-Seite (https://hilfe.onleihe.de/) im Internet vor, anschließend gibt es Beratung zur Onleihe-Nutzung mit den verschiedenen, von den Teilnehmern selbst mitgebrachten mobilen Geräten. Daher bittet die Stadtbibliothek um vorherige Anmeldung unter 04841/89186.

Lesetipp des Monats Januar – Thriller

Gregg Hurwitz: Orphan X. Roman. Aus dem Amerikanischen von Mirga Nekvedavicius.

HarperCollins (https://www.harpercollins.de/), Hamburg 2016.

Auf den ersten Blick wirkt Evan Smoak eigentlich wie ein Durchschnittstyp – Mitte 30, nicht zu durchtrainiert, nicht zu gutaussehend – und wohnt im nicht allzu elitären Apartmenthaus „Castle Heights“, wo man den Nachbarn ab und an im Fahrstuhl begegnet, aber ansonsten nichts weiter miteinander zu tun hat.

Alles bloß Tarnung: Seit Evan im Alter von 12 Jahren in einem streng geheimen, beinharten Trainingsprogramm landete, ist an ihm gar nichts mehr durchschnittlich. Im (natürlich total illegalen und aus schwarzen Kassen finanzierten) Auftrag der US-Regierung hat er jahrelang als „Orphan X“ rund um die Welt getötet, diesem Job aber mittlerweile den Rücken gekehrt. Seine Fähigkeiten setzt er nur noch ein, um Verzweifelten zu helfen, die sich an niemand anderen als den „Nowhere Man“ wenden können.

Doch dann gerät alles aus den Fugen: Die Nachbarn in Castle Heights beharren nachdrücklich auf seiner Teilnahme an den regelmäßigen Eigentümerversammlungen, und die alleinerziehende Staatsanwältin Mia Hall und ihr Sohn Peter aus Apartment 12b beginnen unaufhaltsam wie eine Naturgewalt Evans selbstgewählte Einsamkeit aufzubrechen. Noch schlimmer als dieser Angriff auf sein seelisches Gleichgewicht ist allerdings, dass auf Evan und seine neue Klientin Katrin White ein Mordanschlag verübt wird und die Verfolger ihre Spur anscheinend trotz aller Schutzmaßnahmen ständig wiederfinden können. Wer sind diese hartnäckigen Jäger – etwa Feinde aus Evans „Orphan“-Vergangenheit? Immerhin hatten nicht alle „Orphans“ einen Ausbilder mit so hohen moralischen Grundsätzen wie Evans Ersatzvater Jack Johns. Bald muss der „Nowhere Man“ gegen fast alle seine Regeln verstoßen, um die letzte und wichtigste Regel einzuhalten: „Lasse niemals einen Unschuldigen sterben“…

Autor Gregg Hurwitz kommt in seinem Thriller schnell zur Sache: Es gibt keine große Einleitung; die ganz kurze Start-Rückblende in Evans Vergangenheit (im Prolog) gibt mehr Rätsel auf, als sie beantwortet, und dann ist Evan auch schon erwachsen und kommt angeschlagen von einem Auftrag nach Hause. Von da an steigt die Spannungskurve durchgehend nach oben! Die eine oder andere Rückblende taucht später noch auf, aber das bleiben kleine Mosaiksteinchen im großen Ganzen, die einige wichtige Punkte erklären und weitaus mehr im Dunkeln lassen. Der Fokus liegt klar auf Evans handfesten Schwierigkeiten im Hier und Jetzt.

Also (für alle, die sich das bei der Lektüre fragen): Nein, was genau Grundschüler Peter, der Evan offensichtlich als seinen ganz persönlichen Helden anhimmelt, mit den Worten „Danke, dass du mir vorhin aus der Patsche geholfen hast“ am Ende von Kapitel 1 meint, wird tatsächlich im gesamten Buch nicht aufgelöst. Das müssen wir uns beim Lesen schon selbst ausmalen, und einige andere Sachen auch. Andererseits schadet Mitdenken beim Lesen ja nicht. Und Fortsetzung folgt. Glauben Sie mir: Sie werden ungeduldig darauf warten.

Andrea Sondermann

Reisevortrag „Island“

Am Donnerstag, 25. Januar 2018, lädt Frauke Kässbohrer um 16.30 Uhr zu einem Lichtbildvortrag über Island ein.

Im Sommer 2017 war sie mit Rucksack und Reiseführer alleine unterwegs und bereiste die Insel sechs Wochen lang. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln nutzte sie die Ringroute, die um die ganze Insel herumführt, und machte auch Abstecher zu den Westfjorden, zur Vogelinsel Grimsey nördlich des Polarkreises und im Süden auf eine der Westmännerinseln.

Mit ihren Fotos von Geysiren, Gletschern, Eisbergen, Lavafeldern und vielen Puffins wird sie im Dachgeschoss der Stadtbibliothek alle Interessierten an ihrem erlebnisreichen Urlaub teilhaben lassen. Der Eintritt ist frei.

Literaturgruppe

Am Montag, 22. Januar 2018, bespricht die Literaturgruppe ab 16.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Landnahme“ von Christoph Hein.

Interessierte sind herzlich willkommen.

Christoph Hein: Landnahme. Roman.

Suhrkamp Verlag (http://www.suhrkamp.de/), Frankfurt am Main 2005.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Bernhard Haber ist zehn, als er 1950 mit seinen Eltern aus Breslau in eine sächsische Kleinstadt kommt, wo man Vertriebene und Ausgebombte lieber heute als morgen wieder abreisen sähe. Zwar werden Handwerker gebraucht, und Bernhards Vater ist Tischler, aber die Einheimischen bestellen ihre Möbel natürlich nicht bei dem Fremden.
Dem Jungen begegnet man in der Schule nicht viel besser, sich durchbeißen und immer wieder Schläge einstecken – das erkennt er rasch als den einzigen Weg. Daß Bernhard nach der 8. Klasse eine Tischlerlehre beginnt, wundert niemanden, eher schon, daß er später zeitweise als Karusselbesitzer sagenhaft viel Geld verdient. Peter Koller, der in einem selbstgebauten Auto zahlende Gäste nach Westberlin gebracht hat und dafür ein paar Jahre ins Gefängnis muß, weiß genauer, woher Bernhards Wohlstand stammt, aber er verpfeift ihn nicht.
Überhaupt hat Haber Glück mit den Leuten um sich herum: mit seiner Frau Friederike, die ihn anhimmelt, mit seiner Schwägerin Katharina, die ihm beigebracht hat, was Liebe ist, mit dem Sägereibesitzer Sigurd, der dafür sorgt, daß Bernhard als Tischlermeister in den Kegelklub aufgenommen wird, wo die Selbständigen sich treffen, um den nötigen Einfluß auf die Politik des Ortes zu nehmen … vor 1989 und erst recht in den wilden Jahren danach.

Christoph Hein erzählt die Lebensgeschichte Bernhard Habers über fast fünfzig Jahre aus der Sicht und mit den Stimmen von fünf Wegbegleitern. Es ist der Lebenslauf eines Außenseiters in der Provinz, der mit der großen Geschichte scheinbar nichts zu tun hat und doch den Verlauf deutscher Geschichte vom zweiten Weltkrieg bis zur Jahrtausendwende exemplarisch spiegelt.“