Lesetipp des Monats Februar – Roman

Nell Leyshon: Die Farbe von Milch. Roman. Aus dem Englischen von Wibke Kuhn.

Eisele (http://eisele-verlag.de/), München 2017.

„Mein Name ist Mary. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Und dies ist meine Geschichte.“

So beginnt dieses bewegende Buch, das von Mary zunehmend sicherer und selbstbewusster, in ihren eigenen Worten, erzählt wird. Sie wächst als jüngste von vier Bauerntöchtern im ländlichen England auf. Schon als kleines Kind hat sie gelernt, hart zu arbeiten. Sie ist fleißig und zugleich nicht um eine  schnelle Antwort verlegen. Als sie 15 Jahre alt ist, wird sie im Frühjahr des Jahres 1831 ins örtliche Pfarrhaus geschickt, dort soll sie sich als zweites Dienstmädchen um die kranke Hausherrin kümmern. Für Mary öffnet sich eine neue Welt: Sie bekommt in diesem gebildeten und wohlgeordneten Haushalt nicht nur gut zu essen, sondern das intelligente Mädchen erhält die ungewöhnliche Chance, lesen und schreiben zu lernen. Als die Pfarrersfrau stirbt, kommt es jedoch zu dramatischen Veränderungen…

Dieser außergewöhnlich erzählte Roman , der den Zeitraum eines einzigen Jahres umfasst, hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Die Aussage des Buches, das in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielt, ist zeitlos und erschreckend aktuell, wie die momentan in allen Medien laufenden Debatten um Abhängigkeitsverhältnisse und sexuelle Übergriffe beispielsweise in der Filmwelt zeigen.

Hedda Jensen

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Mein Himmel – mein Meer – mein Land

Landschaftsmalerei von Jons Drawert in der Husumer Stadtbibliothek

„Mein Himmel – mein Meer – mein Land „, so heißt die Ausstellung mit Bildern von Jons Drawert, die vom 08.02. bis zum 30.04.2018 in der Husumer Stadtbibliothek während der Öffnungszeiten zu sehen ist.

„Keine Landschaft gibt es zweimal – auch nicht die gleiche“, so Jons Drawert über seine Landschaftsmalerei. Drawert liebt die Landschaften, in denen er lebt und sich bewegt und versucht sie in seinen Bildern in ihren Stimmungen zu verstehen, festzuhalten und weiterzugeben. Es ist das Ziel dieses konzentriert darzustellen, was über reinen Realismus und bloßes Abbild weit hinausgeht. Das häufig zu sehende panoramaartige Format ist für den Maler Ausdruck des ihm geläufigen Wesens vieler nordischer Naturbereiche. Viele seiner Bilder zeigen Landschaften, die es so in der Wirklichkeit gar nicht gibt. Sie sind aus der Fülle des Gesehenen, Erfahrenen, Empfundenen heraus gedichtet, komprimiert dargestellt im Bemühen das Wesentliche zu erfassen und dem Betrachter zu vermitteln. Hierbei ist es auch die Absicht des Malers, die Möglichkeiten des meditativen Betrachtens zu verstärken. Neben der Darstellung der Landschaft fertigt Drawert auch Portraits und nimmt häufig Details zum Gegenstand seiner Malerei.

Jons Drawert, 1950 in Hochlar bei Recklinghausen geboren, lebt seit 1974 in Norddeutschland. Die Bildhauerei und Malerei steht für Jons Drawert seit 2002 im Mittelpunkt seines Schaffens. Er arbeitet seit 2005 in seiner Wirkungsstätte, dem „KUnstPUnkt Bergenhusen“ mit Skulpturengarten und „Galerie im Stall“.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, 08. Februar 2018, um 19.00 Uhr eröffnet. Interessierte sind herzlich willkommen.