Literaturgruppe

Am Montag, 4. September 2017, bespricht die Literaturgruppe ab 16.30 Uhr in der Bibliothek das Buch „Ruhm“ von Daniel Kehlmann.

Interessierte sind herzlich willkommen.

„Ruhm“ von Daniel Kehlmann
(c) Rowohlt-Taschenbuch-Verlag

Daniel Kehlmann: Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten.

Rowohlt-Taschenbuch-Verlag (https://www.rowohlt.de/), Reinbek bei Hamburg 2010.

Der Verlag schreibt über das Buch: „Ein Schriftsteller mit der unheilvollen Neigung, Menschen, die ihm nahestehen, zu Literatur zu machen, ein verwirrter Internetblogger, ein Abteilungsleiter mit Doppelleben, ein berühmter Schauspieler, der lieber unbekannt wäre, eine alte Dame auf der Reise in den Tod: Ihre Wege kreuzen sich in einem Geflecht von Episoden zwischen Wirklichkeit und Schein. Ein Spiegelkabinett voll unvorhersehbarer Wendungen– komisch, tiefgründig und elegant erzählt vom Autor der «Vermessung der Welt».“

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Lesetipp des Monats Juni – Science-Fiction-Jugendroman

S.J. Kincaid: Diabolic – vom Zorn geküsst. Aus dem Amerikanischen von Ulrich Thiele.

Arena (http://www.arena-verlag.de/), Würzburg 2017.

„Diabolic“ von S.J. Kincaid
(c) Arena-Verlag

Autorin S.J. Kincaid entführt ihr Lesepublikum in eine Zukunft, in der die herrschende Elite auf gewaltigen Raumschiffen im Weltall lebt und mit Verachtung auf ihre planetenbewohnenden Untertanen herabsieht. Die Beschäftigung mit Naturwissenschaften, Forschung und Technik ist als Ketzerei verschrien, obwohl die teils maroden Maschinen des Imperiums nach und nach den Geist aufgeben. Dementsprechend umstritten ist die Erschaffung von „Diabolics“, die zwar wie Menschen aussehen, aber genetisch „optimiert“ und darauf geprägt wurden, eine einzige Person mit allen Mitteln zu beschützen. Ich-Erzählerin Nemesis ist eine solche „Diabolic“ und ihr Lebensinhalt ist Sidonia, die Tochter des Senators von Impyrean. Sidonia aber betrachtet Nemesis nicht als ihre Leibwächterin, sondern als ihre Freundin, und ist fest davon überzeugt, dass auch die tödlichen Diabolics eine Seele und Gefühle haben.

Als der Kaiser den Befehl erteilt, alle Diabolics zu töten, überlistet Sidonias Familie den Kontrolleur und lässt Nemesis am Leben, damit sie weiterhin ihre Aufgabe als Beschützerin erfüllen kann. Da der Senator durch sein Interesse an naturwissenschaftlichen Forschungen Unmut erregt hat, soll Sidonia als „Gast“ an den kaiserlichen Hof kommen. Doch an ihrer Stelle und unter ihrem Namen reist die getarnte Nemesis, der es allerdings sehr schwer fällt, einen „echten“ Menschen zu mimen und dabei allen Hofintrigen gewachsen zu sein. Unabsichtlich gewinnt sie sogar die Aufmerksamkeit des Thronfolgers: Tyrus, der angeblich wahnsinnige Neffe des Kaisers, zeigt verwirrendes Interesse an ihr. Dabei ist Liebe weder in ihren noch in seinen Plänen vorgesehen…

„Diabolic“ zieht uns in eine gar nicht so schöne neue und in ethischen Fragen teilweise erschreckend nahe Welt, aus der die Hauptfigur Nemesis von Anfang an mit faszinierender Stimme spricht. Ein wahrer Leserausch, der noch lange nachwirkt.

Andrea Sondermann

Lesetipp des Monats Juni – Thriller

Luca D’Andrea: Der Tod so kalt. Thriller. Aus dem Italienischen von Verena v. Koskull.

DVA (Programm unter https://www.randomhouse.de/), München 2017.

„Der Tod so kalt“ von Luca D’Andrea

Mein Krimitipp ist mir zu allererst durch seinen Schauplatz aufgefallen: die imposante Gebirgs-Landschaft der Dolomiten in Südtirol. Der Autor, der 38-jährige Dokumentarfilmer Luca D‘Andrea, kennt diese Bergwelt wie seine Westentasche, denn er wurde dort geboren und lebt in Bozen. „Der Tod so kalt“ ist sein erster Roman.

Die Hauptfigur, Jeremiah Salinger, kommt allerdings als Fremder in die Heimat seiner Frau, das Dolomiten-Dorf Siebenhoch. Dort soll sich Salinger, der wie der Autor von Beruf Dokumentarfilmer ist, nach einem traumatischen Unfall erholen. Bei einem Filmprojekt über die Arbeit der Bergrettung war es zu einem Lawinenunglück gekommen. Salinger ist der einzige Überlebende der Crew. In den Dolomiten angekommen, wird er von Alpträumen und Panikattacken geplagt, doch seiner Frau und der kleinen Tochter zuliebe, versucht er, sich nichts anmerken zu lassen.

Bald erfährt Salinger vom s.g. „Bletterbach-Massaker“, einem Ereignis, das bereits über 30 Jahre zurückliegt, doch immer noch die Gemüter bewegt. Während eines gewaltigen Unwetters wurden in der Bletterbach-Schlucht drei junge Menschen, die aus Siebenhoch stammten, bestialisch ermordet. Die Tat blieb trotz intensiver Nachforschungen ungeklärt.

Salingers Schwiegervater hatte die Toten damals gefunden, gemeinsam mit drei weiteren Männern aus dem Dorf. Salinger, der nach Beschäftigung sucht, beginnt Fragen zu stellen, Staub aufzuwirbeln, die eingeschworene Gemeinschaft aufzumischen auf seiner eigenen Suche nach dem Täter von damals. Obwohl er bald sogar bedroht wird, gerät die Suche nach der Wahrheit für Salinger immer mehr zur Obsession, für die er sogar sein Familienglück aufs Spiel setzt…

Die unglaublich spannende Geschichte um menschliche Abgründe und die Schönheiten und Grausamkeiten der Gebirgskulisse ist sehr schnell und rasant erzählt.

Eine gute Einstimmung auf den nächsten, hoffentlich ganz friedlich verlaufenden, Bergurlaub ist dieser Thriller auf jeden Fall! Und einen Besuch in der Bletterbach-Schlucht sollte man einplanen.

Hedda Jensen

Kulturnacht

Das Programm zur Husumer Kulturnacht am 1. Juli 2017 in der Stadtbibliothek Husum:

 

19.00 Uhr bis 23.00 Uhr:

Kalligraphie – die Kunst des schönen Schreibens: Die Kalligraphin Karina Reck präsentiert historische Handschriften aus den letzten Jahrhunderten. Eigenes Ausprobieren ist möglich!

 

20.00 Uhr/21.30 Uhr: Lesung

(c) Constanze Wilken

„Das Erbe von Carreg Cottage“ – Constanze Wilken lädt zu einer literarischen Reise nach Wales ein: Die Autorin liest aus ihrem neuen Roman, erzählt von Land und Leuten und zeigt Bilder der Schauplätze.

(Dauer: jeweils etwa 35 Minuten)

 

 

 

19.15 Uhr/20.45 Uhr/22.30 Uhr: Musik

(c) Susanne Mohr

Amariszi – Das Ensemble der Theodor-Storm-Schule spielt südosteuropäische Folklore und singt dazu in den Originalsprachen, z.B. bulgarisch, mazedonisch und jiddisch.

(Dauer: jeweils 30 Minuten)

 

 

 

Laufende Ausstellung:Atem des Meeres“ von Karl-Heinz Morscheck

Bewirtung: Kaffee, Saft und Selters, Laugengebäck

Lesetipp des Monats Juni – Roman

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen. Roman. Aus dem Norwegischen von Ursel Allenstein.

btb (Programm unter https://www.randomhouse.de), München 2017.

„Die Geschichte der Bienen“ von Maja Lunde

Das Titelbild zeigt eine verendende Biene am Boden, der Titel klingt für einen Roman zunächst nicht besonders aufregend – doch hinter diesen etwa 500 Seiten verbirgt sich ein erstklassiger, unterhaltsamer Roman, der nicht nur in Norwegen, sondern auch weltweit zum Bestseller avanciert.

Parallel werden drei Geschichten in drei unterschiedlichen Zeitebenen erzählt:

Der Saatguthändler und verhinderte Wissenschaftler William lebt Mitte des 19. Jahrhunderts im ländlichen England und versucht, ein neuartiges Bienengehäuse, das den Ertrag bei der Honigernte erhöhen und für die Bienen zuträglicher sein soll, zu entwickeln.

Der amerikanische Imker George wünscht sich sehnlichst, dass sein Sohn die über Generationen im Familienbesitz befindliche Honig-Farm übernimmt. Dieser verfolgt jedoch andere Pläne, bis im Jahr 2007 ein mysteriöses Bienensterben auch seine Bienen – und somit die Existenz der Farm und die Zukunft seiner Familie bedroht.

Die dritte Erzählebene spielt in der Zukunft im Jahr 2098 an einem fiktiven Ort in China. Während in Europa und Amerika nur wenige Menschen die Auswirkungen einer weltweiten Klimakatastrophe, die mit dem Verschwinden der Bienen und Insekten einherging, überlebten, konnte Chinas Bevölkerung dem drohenden Untergang besser begegnen: Durch immensen Einsatz unzähliger Arbeitskräfte werden die Blüten an Bäumen und auf den Feldern mühselig per Hand bestäubt, damit die Menschen überhaupt Nahrung ernten können. Die körperliche Arbeit ist beschwerlich, die Lebensbedingungen sind karg. Arbeiterin Tao wünscht sich für ihren kleinen Sohn ein besseres Leben und flüchtet in ihre Gedankenwelt.

Anspruchsvoll, packend und mit geschickt verwobenen Handlungssträngen erwartet den Leser ein ungewöhnlicher Familienroman, dessen Entdeckung sich absolut lohnt!

Freuen Sie sich über viele Bienen in der Natur!

Susanne Luther-Feddersen

 

Lesetipp des Monats Mai – Fantasy-Roman

Naomi Novik: Das dunkle Herz des Waldes. Aus dem Amerikanischen von Marianne Schmidt.

cbj (Programm unter https://www.randomhouse.de/), München 2016.

„Das dunkle Herz des Waldes“ von Naomi Novik

Zusammen mit mehreren anderen kleinen Dörfern liegt der Heimatort der siebzehnjährigen Agnieszka in einem eigentlich sehr beschaulichen Tal – doch jenseits des Flusses befindet sich der Dunkle Wald, dessen böse Magie stetig versucht, sich weiter auszubreiten. Zum Glück wird das Tal vom Zauberer „Drache“ beschützt, der in einem einsamen Turm lebt. Alle zehn Jahre holt er eine Siebzehnjährige aus den Dörfern, die für ihn arbeiten soll. Diesmal wird die Wahl auf Agnieszkas beste Freundin Kasia fallen, da sind sich alle ganz sicher, denn Kasia ist schön, anmutig und tapfer. Was für ein Schock, als der „Drache“ sich widerwillig für die tollpatschige Agnieszka entscheidet! Warum bloß? Agnieszka ist fassungslos und fühlt sich im Turm des Zauberers völlig fehl am Platz – umso mehr, weil er behauptet, dass sie selbst magische Kräfte besitzt und er deshalb verpflichtet ist, sie auszubilden. Sie aber will seine Magie gar nicht lernen! Doch dann ruft ihr Dorf um Hilfe, während der „Drache“ gerade anderswo ein Ungeheuer bekämpfen muss. Todesmutig packt Agnieszka einige Elixiere des Zauberers zusammen und seilt sich aus dem Turmfenster ab, um ihre Familie, Nachbarn und Freunde zu retten…

… und dies ist nur der Anfang einer wendungsreichen, unvorhersehbaren Geschichte, die Agnieszka bis tief ins dunkle Herz des Waldes führen wird.

Autorin Naomi Novik webt ihr Buch aus einem nahezu magischen Garn, in dem die Atmosphäre osteuropäischer, undurchdringlicher Märchenwälder eingefangen ist und sich mit Intrigen und blutigen Schlachten epischer Fantasy-Romane verbindet. Sehr fesselnder Lese(sucht)stoff für Fantasy-Freunde und furchtlose Märchenfans.

Andrea Sondermann

Ankommen in Schleswig-Holstein – Medien für die Integrationsarbeit

Die Nord-Ostsee Sparkasse stellt der Stadtbibliothek Husum und der Fahrbücherei Nordfriesland im Rahmen des Projekts „Ankommen in Schleswig-Holstein“ Medien für die Integrationsarbeit zur Verfügung. Initiiert wurde das Vorhaben von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein und dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sichern nachhaltig die Finanzierung. Die Schirmherrschaft hatte Innenminister Stefan Studt übernommen.

Jan Otzen von der Nospa bei der Übergabe der „Ankommen in Schleswig-Holstein“-Medientaschen an Susanne Luther-Feddersen

Nach der Erstaufnahme und Unterbringung zehntausender Geflüchteter in den letzten zwei Jahren heißt es nun vielerorts in Schleswig-Holstein, die Integration zu fördern und den Zusammenhalt zu stärken. Büchereien tragen bereits jetzt als offene Treffpunkte und durch die Bereitstellung geeigneter Medien zu einem guten Miteinander bei.

Mit dem Projekt „Ankommen in Schleswig-Holstein“ hat die Büchereizentrale Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein ein Medienangebot entwickelt, um Menschen zu unterstützen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren. Die Medien sollen der Sprachförderung und der praktischen Alltagsunterstützung dienen. Die Förderung der schleswig-holsteinischen Sparkassen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro ermöglicht die Ausstattung von 77 Büchereistandorten mit 206 Medientaschen.

Um unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, gibt es sowohl Taschen für die Arbeit mit Familien als auch mit jungen Erwachsenen. Jede Tasche umfasst 6-7 Titel. Die vom Lektorat der Büchereizentrale zusammengestellte Auswahl enthält u.a. Bildkartensets und Spiele zur Erweiterung des Wortschatzes, Basissprachkurse und Lernmaterialien zur Förderung des Spracherwerbs und leichte Sachtexte, die z.B. der beruflichen Orientierung dienen.

Das Vorhaben knüpft an das 2015 initiierte Angebot der Büchereizentrale „Willkommen in Schleswig-Holstein. Medien und Spiele speziell für Flüchtlinge“ an, das der ersten Orientierung diente und sich primär an Menschen richtete, die erst kürzlich nach Schleswig-Holstein gekommen waren. Die Sparkassen im Land standen auch bei diesem Projekt als Kooperationspartner zur Seite. (Mehr dazu steht hier im Blog unter Deutsch als Fremdsprache und die Medienbox „Willkommen in Schleswig-Holstein“)

In der Stadtbibliothek Husum überreichte Jan Otzen, Regionaldirektor der Nospa in Husum, vier Medientaschen und einen 27 Titel umfassenden Ergänzungsbestand an Büchereileiterin Susanne Luther-Feddersen. Anja Heil und Lea Gordon von der Beruflichen Schule Husum waren mit ihren DaZ-Klassen in die Stadtbibliothek gekommen, um als Erste die neuen Medientaschen für ihren Unterricht auszuleihen. „Die Medien aus dem Projekt ergänzen unseren Bestand für junge Flüchtlinge in der Berufsorientierung – da ist der Bedarf besonders groß“, erläuterte die Büchereileiterin. „Mit der Finanzierung der Medientaschen wollen die Sparkassen den Flüchtlingen helfen, in Schleswig-Holstein anzukommen und zum anderen die vielen Ehrenamtlichen unterstützen, die sich für ihre Integration einsetzen“, begründete Jan Otzen das Engagement der schleswig-holsteinischen Sparkassen.

Sowohl die Medientaschen als auch der Ergänzungsbestand sind ausleihbar und in unserem Medienkatalog über das „Schlagwort“-Suchfeld zu finden: Tragen Sie dort als Suchbegriff Ankommen in Schleswig-Holstein ein.