Film- und Lesetipp des Monats September

Mary Norton: Die Borger. Mit Bildern von Emilia Dziubak. Aus dem Englischen von Christiane Jung.

Fischer Sauerländer, Frankfurt am Main 2015.

"Die Borger" von Mary Norton

„Die Borger“ von Mary Norton

Im englischen Original erschienen „Die Borger“ erstmals bereits 1952, haben ihren zeitlosen Zauber aber bis heute nicht verloren. Im Grunde sind die Borger genau wie Menschen – nur sehr viel kleiner. Unter den Dielen eines alten viktorianischen Landhauses wohnen die Borger-Eheleute Clock mit ihrer vierzehnjährigen Tochter Arrietty und erbeuten aus dem Haushalt der Menschen alles, was sie zum Leben brauchen. Da sie so klein sind, fällt es kaum auf, wenn bei den Menschen etwas fehlt. Obwohl sie das nicht als Diebstahl empfinden (weil sie ja „nur“ borgen), ist es ihr oberstes Gebot, niemals entdeckt zu werden. Doch Arrietty ist unglaublich neugierig auf die Welt da oben… und wird natürlich prompt gesehen. Überraschenderweise ist das der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Autorin Mary Norton wuchs selbst in einer alten georgianischen Villa auf, deren Ecken und Winkel sicherlich für den Schauplatz der „Borger“ Pate standen. Detailverliebt umgesetzt wird dieser unwiderstehlich verwinkelte Charme in der Verfilmung „Arrietty – die wundersame Welt der Borger“ durch das renommierte Studio Ghibli. Behutsam in die japanische Gegenwart verlegt, entfalten die Borger auch im Anime ihren ungebrochenen Zauber. Arriettys winzige und doch so große Welt lädt Schritt für Schritt zum Staunen ein und zieht nicht nur den Menschenjungen Sho, sondern auch die Zuschauer nachhaltig in ihren Bann. Ein nahezu magischer Blick auf die kleinen Dinge des Lebens.

Arrietty – die wundersame Welt der Borger. Japan, 2010. Regie: Hiromasa Yonebayashi. 1 DVD (91 Min.). Freigegeben ohne Altersbeschränkung.

Andrea Sondermann

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