Comic, Helden, schräge Typen

Comic-Leseshow zum Ferienbeginn in der Stadtbibliothek Husum

Witzig, bunt, schnell zu lesen – Kinder lieben Comics!

Zum lang ersehnten Beginn der Sommerferien erwartet alle Comic-Fans von 9 bis 13 Jahren eine besondere Aktion bei uns in der Bibliothek:

Am Montag, 24. Juli 2017, gilt das Motto „Comic, Helden, schräge Typen“: Mit dem „Eventilator“-Team aus Berlin um den Schauspieler und Comic-Lesevermittler Frank Sommer veranstaltet die Stadtbibliothek zwei Mitmachshows, bei denen man auch selbst zum Stift greifen kann.

(c) Westfalen-Blatt

Comic-Fans haben die Wahl zwischen zwei Anfangszeiten: das Programm  läuft um 14.30 Uhr und ein zweites Mal um 16.30 Uhr im Dachgeschoss der Bibliothek.

Die interaktive Comic-Show dauert jeweils ca. 90 unterhaltsame Minuten. Die Helden, Stars und Figuren der Comic-(Roman-)Szene werden vorgestellt, Storys erfunden, Sprechblasen getextet, und es gibt reichlich Gelegenheit zum Zeichnen und Ausprobieren.

Der seit vielen Jahren bewährte und beliebte FerienLeseClub (FLC) muss in diesem Sommer ausfallen, da die Stadtbibliothek vom 7. bis 19. August 2017 wegen eines technischen Umbaus geschlossen ist.

Die Stiftung Husumer Volksbank (https://www.husumer-volksbank.de/wir-fuer-sie/stiftung.html), die regelmäßig den FLC in Husum fördert und begleitet, ermöglicht mit ihrer großzügigen Unterstützung in diesem Jahr Bibliotheksleiterin Susanne Luther-Feddersen und ihren Mitarbeiterinnen, diesen Ferienstart mit Comic-Spaß  als „Trostpflaster“ anbieten zu können.

Da die Plätze bei beiden Comic-Shows begrenzt sind, bitten wir um vorherige Anmeldung. Die kostenlosen Eintrittskarten liegen ab sofort bei uns in der Herzog-Adolf-Str. 25 bereit. Weitere Informationen vor Ort oder unter 04841/89186.

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Lesetipp des Monats Mai – Manga

Natsuki Takaya: Fruits Basket. 23 Bände. Aus dem Japanischen übersetzt von Nina Olligschläger.

Carlsen, Hamburg ab 2006.

"Fruits Basket" (Band 1) von Natsuki Takaya

„Fruits Basket“ (Band 1) von Natsuki Takaya

Die schön gezeichnete Manga-Reihe „Fruits Basket“ beginnt geheimnisvoll und turbulent: Als Waisenmädchen Toru Honda durch widrige Umstände vorübergehend obdachlos wird, findet sie Unterschlupf bei ihrem Mitschüler Yuki Soma (dem „Schulprinzen“) und dessen erwachsenem Cousin Shigure, der als Schriftsteller arbeitet. Dort stolpert sie allerdings über ein streng gehütetes Familiengeheimnis: Der Soma-Clan ist verflucht – manche Familienmitglieder verwandeln sich daher, sobald sie von einer Person anderen Geschlechts umarmt werden, in „Eto“ (Tiere aus dem chinesischen Horoskop)! So locker und witzig, wie das anfangs für den Leser klingt, ist es für die Fluchträger ganz und gar nicht, denn auf die eine oder andere Weise haben sie alle schwer an ihrem Schicksal zu tragen. Besonders Yukis Cousin Kyo, der als Träger des Katzenfluchs eigentlich überhaupt nicht zu den „Zwölf“ gehört, kämpft mit seiner doppelten Außenseiterrolle und der ihm vorbestimmten Zukunft in Gefangenschaft. Die warmherzige Toru fasst den Entschluss, alles in ihrer Macht stehende zu tun, damit die Somas endlich glücklich werden können. Schon bald wird klar: dazu müsste der Fluch gebrochen werden. Aber: kann Toru das überhaupt? Und auch das launische, rätselhafte und überaus tyrannische Familienoberhaupt der Somas, Akito, ist mit diesem Plan keineswegs einverstanden …

Autorin und Zeichnerin Natsuki Takaya erzählt die in 23 Bänden abgeschlossene Geschichte von Toru und den Somas über mehrere (Highschool-)Jahre hinweg, lässt ihre Charaktere dabei nach und nach an den Herausforderungen des Lebens wachsen und erwachsen werden und verliert nie den Überblick über das zahlreiche Handlungspersonal (allein die Fluchträger wären ja schon 13 …). Auch wenn der Humor nie zu kurz kommt, werden die Kapitel mit fortschreitender Geschichte doch zunehmend düsterer und dringen immer tiefer in das Gefühlsleben und auch in die seelischen Abgründe der Figuren ein. Kann es für Toru und den Soma-Clan trotz aller Widrigkeiten ein Happy-End geben?

Was es übrigens mit der zu Grunde liegenden Eto-Legende und der besonders ausgeprägten Rivalität zwischen der „Katze“ (wie erwähnt: Kyo) und der „Ratte“ (verkörpert durch Yuki Soma) auf sich hat, ist einigen Lesern vielleicht schon vorher bekannt – hier die Kurzfassung für Einsteiger: Als Gott alle Tiere zu einer Feier einlud, kamen nur 12. In der Reihenfolge ihres Erscheinens (die Ratte zuerst) wurden sie zum Dank als die zwölf Tierkreiszeichen verewigt. Der Haken an der Sache: die Katze wollte eigentlich auch zur Feier kommen, wurde aber von der Ratte überlistet, die ihr erzählte, der Termin sei verschoben worden … Mehr dazu lässt sich dann in „Fruits Basket“ nachlesen.

Und warum heißt die Reihe eigentlich „Fruits Basket“? Das basiert auf einem Kinderspiel, in dem jedem Kind eine Frucht zugeordnet wird (z.B. „Du bist die Kirsche“ oder „Du bist die Erdbeere“), ehe dann die „Früchte“ für den Korb aufgerufen werden. Dass Toru als „Reisbällchen“ nie eine Chance auf einen Platz im Früchtekorb hatte, ist ein echtes Trauma aus ihrer Kindheit, das die Somas aber heilen können, als sie Toru voller Zuneigung bei sich aufnehmen.

Herzerwärmend. Zum Lachen, zum Weinen. Ein echter Evergreen. Lesen!

Andrea Sondermann

 

Lesetipp des Monats März – Agatha Christie

Im Januar 1976 starb die „Queen of Crime“ Agatha Christie im Alter von 85 Jahren. Auch vierzig Jahre nach ihrem Tod gilt sie noch als erfolgreichste Kriminalschriftstellerin der Welt.

Die Graphic Novel „Agatha Christie – das Leben ist kein Roman“ würdigt ihr Leben und Werk im Schnelldurchlauf.

"Agatha Christie - das Leben ist kein Roman"

„Agatha Christie – das Leben ist kein Roman“

Anne Martinetti, Guillaume Lebeau, Alexandre Franc: Agatha Christie – das Leben ist kein Roman. Übersetzt von Ulrich Pröfrock.

Egmont Graphic Novel, Köln 2015.

Beginnend mit dem nie restlos aufgeklärten rund zehntägigen Verschwinden der Autorin im Jahr 1926 entfaltet sich ein Kaleidoskop aus Momentaufnahmen ihrer Vergangenheit und Zukunft, häufig begleitet von Zwiegesprächen mit den fiktiven Ermittlern Hercule Poirot, Jane Marple und Tommy & Tuppence. Natürlich können dabei einzelne Themen nur kurz angerissen werden, und wer sich vorher noch nie mit Agatha Christie beschäftigt hat, ist sicherlich dringend auf die Zeittafel am Ende des Buches angewiesen, um alles gedanklich noch einmal zu sortieren. Trotzdem macht der Comic große Lust darauf, sich sowohl eingehender mit der Biografie der Autorin als auch mit ihrem Werk anzufreunden.

Dafür bieten sich beispielsweise folgende Titel an (zum Teil im Atlantik-Verlag gerade neu aufgelegt):

Das fehlende Glied in der Kette – Agatha Christies erster Roman mit dem belgischen Detektiv Hercule Poirot.

"Alibi"

„Alibi“

Das kontrovers diskutierte Alibi, in dem die Autorin doch tatsächlich (Vorsicht, Spoiler! ->) den Täter in der Ich-Form erzählen ließ und damit vermutlich das Krimi-Genre neu erfand. Die Tatsache, dass der Erzähler gleichzeitig der Täter ist, offenbart sich dem Leser erst am Ende des Buches. Meisterdetektiv Poirot kommt ihm natürlich schon vorher auf die Schliche.

 

 

"Mord im Orientexpress"

„Mord im Orientexpress“

Einer der wahrscheinlich bekanntesten Fälle für Hercule Poirot: Mord im Orientexpress – die Idee dazu kam der Autorin übrigens, während sie selbst mit besagtem Zug unterwegs war. Sehenswert ist auch die starbesetzte Verfilmung von 1974 mit Albert Finney in der Rolle des berühmten Detektivs.

 

Das Theaterstück Die Mausefalle, Rekordhalter als das am längsten ununterbrochen aufgeführte Stück weltweit: seit 1952 wird „The Mousetrap“ im Londoner West End fast täglich gespielt. Ein Ende ist nicht in Sicht – aktuell läuft das Bühnenstück im St. Martin’s Theatre.

"Die Tote in der Bibliothek"

„Die Tote in der Bibliothek“

Schon vom Titel her ein Muss: Die Tote in der Bibliothek, ein kniffliger Fall für Miss Marple. Und damit keine Missverständnisse aufkommen – es handelt sich selbstverständlich um eine Privatbibliothek, nicht um eine öffentliche! Die Bantrys verstehen allerdings trotzdem nicht, was eine Leiche in ihrer Bibliothek zu suchen hat, und werden zu Unrecht verdächtigt, mit dem Mord etwas zu tun zu haben. Das kann Miss Marple nicht tatenlos hinnehmen!

 

"Die Schattenhand"

„Die Schattenhand“

Die Schattenhand – dieser Roman hat wie „Alibi“ einen Ich-Erzähler (der in diesem Fall nicht der Täter ist): Jerry Burton wollte mit seiner Schwester eigentlich in einen ganz ruhigen und beschaulichen Ort auf dem Land ziehen, doch unter der friedlichen Oberfläche brodelt das Böse: ist die tückische Macht des Wortes in Form anonymer Briefe schuld an einem Selbstmord? Oder sind die Briefe, wie Miss Marple vermutet, nur ein Ablenkungsmanöver für ein ganz anderes Verbrechen?

Agatha Christies Kurzkrimis – beispielsweise in der Sammlung „Der Dienstagabend-Klub“ (mit Miss Marple) oder in „Der seltsame Mr. Quin“ (mal ganz was anderes!).

Natürlich ist diese Auswahl wie immer rein subjektiv!

blauEin kleiner Tipp zum Schluss: viele Werke von Agatha Christie gibt es als Hörbücher und in Hörspielfassungen – auch in der Onleihe zwischen den Meeren.

Mehr Anregungen und Informationen bietet die offizielle (englische) Internetseite www.agathachristie.com.

Andrea Sondermann