Zählt wirklich jeder Klick?

Ob Buch oder Facebook – Autor Thomas Feibel ist in allen Medien zu Hause

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„Stell dir vor, du bist in der Bibliothek …“ Keine allzu schwierige Sache, die Thomas Feibel da von den Sechstklässlern der Hermann-Tast-Schule fordert. Denn gerade sitzen sie anlässlich der Kinder- und Jugendbuchwochen in der Stadtbibliothek Husum. Aber dann geht es ans Eingemachte: „Wie kannst du denn herausfinden, ob das Buch, das du aus dem Regal gezogen hast, etwas für dich ist?“ Zögern. „Na ja, vielleicht im Internet schauen…“ Der Medienexperte ist fassungslos: „Du hast das Buch in der Hand und willst im Internet schauen?“ Besser, man bildet sich eine eigene Meinung. Man könnte zum Beispiel die erste Seite lesen, ob die Geschichte einen packt. Fragen stellen, die Augen offenhalten und nicht blind auf neue Medien vertrauen – keiner kann das besser erklären als Thomas Feibel, der führende Journalist in Sachen Kinder und Computer in Deutschland, der unter anderem für „Spiegel Online“, „Die Zeit“, „c´t“ und „Familie & Co“ publiziert. Mit seinem „Kindersoftware-Ratgeber“ fing alles an – seine Rezensionen und Bewertungen (mit den berühmten „Mäusen“ als Gütesiegel) von Kindersoftware, Lernsoftware und Computer- und Konsolenspielen werden seit 1995 nicht nur von Eltern und Pädagogen geschätzt. Logische Fortsetzung ist seit 2002 der deutsche Kindersoftwarepreis „Tommi“, den Feibel als Co-Initiator zusammen mit der Elternzeitschrift „spielen und lernen“ verleiht. Für seine Verdienste im Bereich der Leseförderung und der Vermittlung elektronischer Medien für Kinder- und Jugendliche wurde der Autor am 31. Oktober 2014 mit der Karl-Preusker-Medaille ausgezeichnet.

"Like me" von Thomas Feibel

„Like me“ von Thomas Feibel

Dass die Schülerinnen und Schüler einer solchen Koryphäe gegenübersitzen, ist ihnen nicht unbedingt bewusst, aber als Thomas Feibel erzählt, wie er ganze Tage lang zu Testzwecken Computerspiele spielt („weil man vom Schreiben alleine nicht leben kann“), bekommen sie alle leuchtende Augen. Bei weitem nicht der schlimmste (Neben-)Job, den es gibt. Und nein, Thomas Feibel hat überhaupt nichts gegen das Internet oder Games oder Smartphones, so lange die Nutzer wissen, wie sie richtig damit umgehen – am besten durch einen frühzeitigen „Medienführerschein“. Damit sie nicht so rettungslos in der gleichermaßen schönen und gefährlichen Welt des Internets versinken wie Hauptfigur Karo in Feibels Jugendbuch „Like me – jeder Klick zählt“.

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Geschichtenerfinder unter sich

Leseabenteuer mit Kinderbuchautor Simak Büchel

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Der Autor und sein Publikum – nein, das mag Simak Büchel gar nicht hören, als er die Fünftklässler der Theodor-Storm-Schule in der Stadtbibliothek Husum begrüßt. Er möchte den Schülerinnen und Schülern bei den Kinder- und Jugendbuchwochen auf Augenhöhe begegnen, sich mit ihnen als Gleichgesinnten austauschen, denn immerhin durften (oder mussten?) sie alle bereits im Deutschunterricht selbst Geschichten schreiben.

"Ein rätselhaftes Päckchen" von Simak Büchel

„Ein rätselhaftes Päckchen“ von Simak Büchel

Und so lässt er zunächst die Kinder von ihren eigenen Schreiberfahrungen berichten, ehe er seine Helden vorstellt: Tammo Fistel, den größten Pechvogel der Welt, und seine ältere Schwester Dodo, die vom geheimnisvollen Bogumil einen seltsamen Auftrag erhalten. Heimlich sollen sie gemeinsam mit ihrer Mutter „ein rätselhaftes Päckchen“ im gleichnamigen Buch nach Schweden bringen, dürfen es nicht aufmachen und niemandem davon erzählen. Als Gegenleistung gibt es die Reise umsonst, ein Auto und ein nicht zu verachtendes Bündel Geldscheine. Aber warum schickt Bogumil das Päckchen nicht einfach mit der Post? Können sie ihm wirklich glauben, dass darin nichts Verbotenes ist? Auch die Husumer Schulkinder würden diesen Auftrag nicht bedenkenlos annehmen und rätseln, was es mit dem Päckchen auf sich hat. Ist da eine Bombe drin, ein Buch – schließlich sind sie in der Bibliothek -, ein Stück Pizza, Schokolade oder etwa eine aufblasbare Hüpfburg? Und wusste der Autor das überhaupt selbst, als er mit dem Schreiben seiner Bogumil-Trilogie angefangen hat?

Einige Fragen seiner jungen Schriftstellerkollegen machen sogar den lesungserfahrenen Simak Büchel beinahe sprachlos: „In Wahrheit ist Bogumil doch sicher eine Frau, oder?“ Auf diese Idee ist jedenfalls vor den Husumern noch nie jemand gekommen.

Manche Geheimnisse verrät man sich aber nicht einmal unter Kollegen. Wer also mehr über Bogumil und das „rätselhafte Päckchen“ herausfinden möchte, muss dann schon selbst nachlesen.

Applaus für die Autorin

Vorlesen ohne Schnickschnack – Nina Weger verzaubert Husumer Viert- und Sechstklässler!

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Manchmal ist Vorlesen ein bisschen wie Seiltanzen. Der Vergleich drängt sich jedenfalls auf, wenn die vorlesende Autorin, ehe sie Schriftstellerin wurde, ein Jahr lang beim Zirkus als Seiltänzerin gearbeitet hat. Nina Weger weiß genau, wie sie die Aufmerksamkeit ihres Publikums gewinnt und behält, immer in perfekter Balance zwischen Fantasie und Fakten, Lachen und Gänsehaut. Vier Kinderbücher hat sie bislang geschrieben und zwei davon bei den Kinder- und Jugendbuchwochen in der Stadtbibliothek Husum Schülerinnen und Schülern der Iven-Agßen-Schule und der Hermann-Tast-Schule vorgestellt.

"Helden wie Opa und ich" von Nina Weger

„Helden wie Opa und ich“ von Nina Weger

In „Helden wie Opa und ich“ wünscht sich Hauptfigur Nick ganz dringend einen Hund und hofft dabei auf die Unterstützung seines Opas, der außer Nick selbst der einzige normale Mensch in ihrer merkwürdigen Familie zu sein scheint. Doch aus heiterem Himmel dreht Opa durch und hält sich für den lieben Gott! Was nun?

„Natürlich sind meine Geschichten alle ausgedacht“, sagt die Autorin, „aber die Rahmenbedingungen sollen stimmen.“ Deshalb ist die Recherche so wichtig für Nina Weger, die auch schon im journalistischen Bereich und als Drehbuchautorin tätig war.

"Ein Krokodil taucht ab" von Nina Weger

„Ein Krokodil taucht ab“ von Nina Weger

Für „Ein Krokodil taucht ab“ besuchte sie Orte, die man selten besichtigt – zum Beispiel die Wiener Kanalisation, denn in ihrer Heimatstadt Hannover war das nicht erlaubt. Außerdem interviewte sie Unmengen von Krokodil-Experten, weil der beste Freund von Hauptfigur Paul ein kleiner Mississippi-Alligator ist, der versehentlich im Klo heruntergespült wird. Um ihn zu retten, muss Paul ebenfalls todesmutig in die Kanalisation steigen. Dort begegnet er einer Bande von Kindern – werden sie ihm helfen?

Ausgerechnet der Zirkus, über den Nina Weger aus eigener Erfahrung bestens Bescheid weiß, hat bislang noch keinen Weg in ihre Bücher gefunden – aber beim fünften stehen die Chancen gut. Wir dürfen gespannt sein.

Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?

Beste Freunde kann nichts trennen – oder?

Nulli und Priesemut heißen die kleinen Bilderbuchhelden von Autor Matthias Sodtke. Am Sonnabend, d. 15. November, spielen die beiden in der Stadtbibliothek Husum eine große Rolle:

 

"Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?" von Matthias Sodtke

„Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?“ von Matthias Sodtke

Hase Nulli und Frosch Priesemut sind allerbeste Freunde und machen fast alles gemeinsam. Aber sie haben sehr unterschiedliche Essgewohnheiten – lässt sich daran vielleicht etwas ändern?

BuehneBumm: "Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?"

BuehneBumm: „Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?“

Die Antwort darauf können Kinder ab 3 Jahren um 15.30 Uhr erfahren, wenn BuehneBumm im Dachgeschoss der Stadtbibliothek mit dem fröhlichen Bewegungstheaterstück „Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?“ zum Mitmachen einlädt.

Eintrittskarten sind zum Preis von einem Euro für Kinder und zwei Euro für Erwachsene in der Bibliothek erhältlich.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen der 31. landesweiten Kinder- und Jugendbuchwochen statt und wird in Husum von der Nord-Ostsee-Sparkasse unterstützt.

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Kinder- und Jugendbuchwochen 2014

Auch in diesem Jahr ist im November wieder Lesezeit: vom 10. bis zum 22.11. finden in Schleswig-Holstein die 31. Kinder- und Jugendbuchwochen statt.

kjbw2014_webbildWie gewohnt beteiligt sich die Stadtbibliothek Husum und bietet viele Lesungen für Schulklassen, die sich in diesem Jahr auf eine bunte Mischung aus bekannten Namen und solchen, die es noch zu entdecken lohnt, freuen können:

Simak Büchel bringt dem Publikum mit seinen Abenteuer-Lesungen „Im Auftrag von Bogumil“ die Faszination für Geschichten näher. Medienexperte Thomas Feibel stellt einige seiner Sachbücher und den Roman „Like me. Jeder Klick zählt“ vor. Alice Pantermüller hat gleich mehrere heiße Eisen im Feuer und neben ihren „Superhelden“ auch noch die Comic-Tagebücher „Mein Lotta-Leben“ im Gepäck. Kirsten Reinhardt erzählt „Die haarige Geschichte von Olga, Henrike und dem Austauschfranzosen“, deren Leser sich auf überraschende Wendungen gefasst machen können. Gudrun Sulzenbacher beantwortet unermüdlich alle Fragen zu ihren Sachbüchern über Ötzi und das „Büchermachen“. Nina Weger taucht mit ihren Zuhörer ab – mit Paul und seinem Krokodil in die Kanalisation („Ein Krokodil taucht ab“) und mit Nick in die (Un-)Tiefen seiner chaotischen Familie („Helden wie Opa und ich“).

Am Sonnabend, 15. November, steht um 15.30 Uhr „Gibt es eigentlich Brummer, die nach Möhren schmecken?“ nach dem gleichnamigen Bilderbuch von Matthias Sodtke auf dem Programm. Die BuehneBumm führt das fröhliche Bewegungstheaterstück für Kinder ab 3 Jahren im Dachgeschoss der Stadtbibliothek auf. Eintrittskarten sind zum Preis von 1 Euro für Kinder und 2 Euro für Erwachsene in der Bibliothek erhältlich.

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Auch während der Kinder- und Jugendbuchwochen findet dienstags von 15.30 bis 16.15 Uhr wie gewohnt der Husumer Lesespaß für Drei- bis Sechsjährige statt. Das Monatsrätsel in der Kinderbibliothek bietet für alle Kinder bis zu 13 Jahren eine neue Gewinnchance.

In einer Buchausstellung laden die für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2014 nominierten Titel zum Stöbern und Entdecken ein.

Die Kinder- und Jugendbuchwochen werden in Husum von der Nospa Jugend- und Sportstiftung unterstützt.