Ankommen in Schleswig-Holstein – Medien für die Integrationsarbeit

Die Nord-Ostsee Sparkasse stellt der Stadtbibliothek Husum und der Fahrbücherei Nordfriesland im Rahmen des Projekts „Ankommen in Schleswig-Holstein“ Medien für die Integrationsarbeit zur Verfügung. Initiiert wurde das Vorhaben von der Büchereizentrale Schleswig-Holstein und dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein. Die schleswig-holsteinischen Sparkassen sichern nachhaltig die Finanzierung. Die Schirmherrschaft hatte Innenminister Stefan Studt übernommen.

Jan Otzen von der Nospa bei der Übergabe der „Ankommen in Schleswig-Holstein“-Medientaschen an Susanne Luther-Feddersen

Nach der Erstaufnahme und Unterbringung zehntausender Geflüchteter in den letzten zwei Jahren heißt es nun vielerorts in Schleswig-Holstein, die Integration zu fördern und den Zusammenhalt zu stärken. Büchereien tragen bereits jetzt als offene Treffpunkte und durch die Bereitstellung geeigneter Medien zu einem guten Miteinander bei.

Mit dem Projekt „Ankommen in Schleswig-Holstein“ hat die Büchereizentrale Schleswig-Holstein in Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingsrat Schleswig-Holstein ein Medienangebot entwickelt, um Menschen zu unterstützen, die sich in der Integrationsarbeit engagieren. Die Medien sollen der Sprachförderung und der praktischen Alltagsunterstützung dienen. Die Förderung der schleswig-holsteinischen Sparkassen in Höhe von insgesamt 60.000 Euro ermöglicht die Ausstattung von 77 Büchereistandorten mit 206 Medientaschen.

Um unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, gibt es sowohl Taschen für die Arbeit mit Familien als auch mit jungen Erwachsenen. Jede Tasche umfasst 6-7 Titel. Die vom Lektorat der Büchereizentrale zusammengestellte Auswahl enthält u.a. Bildkartensets und Spiele zur Erweiterung des Wortschatzes, Basissprachkurse und Lernmaterialien zur Förderung des Spracherwerbs und leichte Sachtexte, die z.B. der beruflichen Orientierung dienen.

Das Vorhaben knüpft an das 2015 initiierte Angebot der Büchereizentrale „Willkommen in Schleswig-Holstein. Medien und Spiele speziell für Flüchtlinge“ an, das der ersten Orientierung diente und sich primär an Menschen richtete, die erst kürzlich nach Schleswig-Holstein gekommen waren. Die Sparkassen im Land standen auch bei diesem Projekt als Kooperationspartner zur Seite. (Mehr dazu steht hier im Blog unter Deutsch als Fremdsprache und die Medienbox „Willkommen in Schleswig-Holstein“)

In der Stadtbibliothek Husum überreichte Jan Otzen, Regionaldirektor der Nospa in Husum, vier Medientaschen und einen 27 Titel umfassenden Ergänzungsbestand an Büchereileiterin Susanne Luther-Feddersen. Anja Heil und Lea Gordon von der Beruflichen Schule Husum waren mit ihren DaZ-Klassen in die Stadtbibliothek gekommen, um als Erste die neuen Medientaschen für ihren Unterricht auszuleihen. „Die Medien aus dem Projekt ergänzen unseren Bestand für junge Flüchtlinge in der Berufsorientierung – da ist der Bedarf besonders groß“, erläuterte die Büchereileiterin. „Mit der Finanzierung der Medientaschen wollen die Sparkassen den Flüchtlingen helfen, in Schleswig-Holstein anzukommen und zum anderen die vielen Ehrenamtlichen unterstützen, die sich für ihre Integration einsetzen“, begründete Jan Otzen das Engagement der schleswig-holsteinischen Sparkassen.

Sowohl die Medientaschen als auch der Ergänzungsbestand sind ausleihbar und in unserem Medienkatalog über das „Schlagwort“-Suchfeld zu finden: Tragen Sie dort als Suchbegriff Ankommen in Schleswig-Holstein ein.

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Medienrückgabebox

Wer von Zeit zu Zeit den Seiteneingang der Bibliothek benutzt, hat sie schon entdeckt: Unsere Medienrückgabebox ist mittlerweile seit einigen Monaten im Einsatz und immer dann geöffnet, wenn die Stadtbibliothek geschlossen ist.

So können ausgeliehene Medien auch außerhalb unserer Öffnungszeiten abgegeben werden:

medienboxDie linke, kleinere Schublade ist für „elektronische Medien“ (damit sind z.B. Filme und Hörbücher gemeint). Bücher kommen mit dem Buchrücken nach hinten in die rechte, größere Schublade. Achtung: für Brettspiele ist die Medienrückgabebox nicht geeignet!

Bitte die Medien immer einzeln in die jeweilige Schublade legen und diese zuschieben. Dabei „fallen“ Bücher und Co. dann ins Innere der gut gepolsterten Box, ohne Schaden zu nehmen. Nach der Rückgabe aller Medien die Schubladen bitte noch einmal kontrollieren, ob nichts liegengeblieben ist.

Auch über Weihnachten steht die Medienrückgabebox zur Verfügung und wird von uns regelmäßig geleert; zu Silvester und Neujahr ist sie allerdings aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Lesetipp des Monats Januar – Sachbuch

Christian Nürnberger: Die verkaufte Demokratie – wie unser Land dem Geld geopfert wird.

Ludwig, München 2015.

"Die verkaufte Demokratie" von Christian Nürnberger

„Die verkaufte Demokratie“ von Christian Nürnberger

Christian Nürnberger zeichnet ein Bild unseres Staates, der immer mehr zum Einflussgebiet eines aggressiven Kapitalismus geworden ist. Weltweit agierende Konzerne beuten ihre Arbeitnehmer aus, Demokratie und Menschenrechte werden mit Füßen getreten, Ressourcen verschwendet und die Meinungsbildung manipuliert. Das Ungleichgewicht zwischen Kapital und Arbeit hat einen Niedergang der demokratischen Kultur verursacht. Als Grundlage dafür sieht er eine verkrustete Parteiendemokratie. Eigentlich sollten die Parteien nur an der Willensbildung mitwirken, tatsächlich jedoch bestimmt ein kleiner Personenkreis aus Berufspolitikern. Diese sind häufig den Lobbyorganisationen verpflichtet, die ihre Kariere begleitet haben. Der Autor selbst schaffte aufgrund parteiinterner Regelungen nicht den Sprung in den Bundestag. Diese Erfahrung mag zu seiner These beitragen, dass die meisten Berufspolitiker am eigenen Machterhalt interessiert sind und weniger an der Gestaltung gesellschaftlicher Zukunft. Im Idealfall gibt es „mündige Bürger“, die durch seriöse Medien in die Lage versetzt werden, sich qualifizierte Urteile zu bilden. Da die Nachfrage nach fundierter politischer Information aber gering ist, liefert die Mehrheit der Medien Unterhaltsames und Seichtes. Privatwirtschaftlich organisierte Medien leben von Werbeeinnahmen und bevorzugen ein unkritisches und unpolitisches Umfeld. Sind die Medien öffentlich-rechtlich organisiert, nehmen Politiker Einfluss auf Journalistenkarrieren. Der Kampf um Werbung, Auflagen und Quoten ist mittlerweile beiden gemein und hat zu einer Neudefinition von Qualität geführt: gut ist, was erfolgreich ist.

Der Theologe und Publizist (u.a. schrieb er für „Die Zeit“ und die „Süddeutsche“) berichtet engagiert aus seinem persönlichen Erleben. In sehr verständlicher Sprache erläutert er, wie es so weit kommen konnte. Und er nennt sinnvolle Alternativen, die die Macht der Konzerne wie z.B. Google, Amazon u. Co. brechen könnten. Die Einflussnahme der Bürger auf die Wirtschaft durch private Kaufentscheidungen sieht er als eine Möglichkeit der Teilhabe. Ebenso plädiert er für Bürgerinitiativen, die sich für eine lebenswerte Zukunft einsetzen.

Ein wichtiges Buch für politisch Interessierte!

Auguste Carstensen-Lenz

Lesetipp des Monats November – Sachbuch

Gabriele Krone-Schmalz: Russland verstehen. Der Kampf um die Ukraine und die Arroganz des Westens.

Beck, München 2015.

"Russland verstehen" von Gabriele Krone-Schmalz

„Russland verstehen“ von Gabriele Krone-Schmalz

Die bekannte Journalistin befasst sich seit vielen Jahren mit Russland. Von 1987 – 1991 war sie Moskau-Korrespondentin der ARD, danach moderierte sie den ARD-Kulturweltspiegel. In ihrem Buch kritisiert sie die einseitige Berichterstattung in westlichen Medien. Zu wenig werde auf die Ursachen derzeitiger Konflikte und die Entwicklung in der Ukraine seit dem Zerfall der Sowjetunion eingegangen. Mit dieser kompakten Nachhilfe in europäischer Politik wirkt sie diesem Manko faktenreich entgegen. Sie erinnert an das große Entgegenkommen der Sowjetunion zur Zeit der Wiedervereinigung Deutschlands und danach. Von westlichen Politikern hingegen sei Russland nach dem Untergang der Sowjetunion wie eine Konkursmasse behandelt worden. Ihren Journalisten-Kollegen weist sie in vielen Beispielen nach, wie einseitig sie in den letzten zwanzig Jahren informiert haben. Ursachenforschung und Medienvielfalt dürften nicht an Existenznot und Zeitmangel in den Fachredaktionen verkümmern. Die Sprache müsse präzise sein, der synonyme Gebrauch der Begriffe „Europa“ und „EU“ entlarve unterschwellige Wertungen. Mit ihren meinungsstarken Beiträgen zum aktuellen Journalismus hat sich die Russland-Expertin nicht nur Freunde gemacht, weshalb sie auch das Etikett „Russlandversteher“ erhalten habe. Gerade deshalb habe sie diesen Titel für ihr neues Buch gewählt.

Lebendig geschrieben lohnt sich das Buch für politisch interessierte Leser. Einige Passagen sind aus früheren Redebeiträgen eingeflochten, was jedoch im Hinblick auf die Aktualität zu verschmerzen ist.

Auguste Carstensen-Lenz

Lesen macht Leben leichter

Alpha_KeyVisual_rgb_300dpiDer Flyer zur landesweiten Alphabetisierungskampagne „Lesen macht Leben leichter“ macht es deutlich: „In Deutschland leben 7,5 Millionen deutschsprachige Frauen und Männer, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben. Das heißt: Ungefähr jeder zehnte Erwachsene hat nicht richtig lesen und schreiben gelernt oder es wieder verlernt. In Schleswig-Holstein sind es rund 250.000 Menschen. (…) Glücklicherweise kann man dieses Problem auch noch im Erwachsenenalter lösen. Es ist nie zu spät, lesen und schreiben zu lernen.“

Es gibt eine Reihe von Hilfsangeboten für Betroffene, zum Beispiel Kurse in kleinen Gruppen an den Volkshochschulen und eine Auswahl an Büchern in leichter Sprache in den Bibliotheken. Unterstützt von den Sparkassen im Land und unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Torsten Albig, ist die Kampagne „Lesen macht Leben leichter“ der Volkshochschulen und der Bibliotheken Schleswig-Holsteins im Februar 2015 gestartet. Auch in Husum nehmen die Stadtbibliothek und die Volkshochschule an diesem Projekt teil.

Die Husumer Nachrichten schrieben dazu am 09.03.2015: „Ziel des Projektes ist es, die Lesefähigkeit von Erwachsenen zu fördern und gleichzeitig das Bewusstsein und Verständnis für die Situation funktionaler Analphabeten zu wecken.“

In diesem Rahmen wurde der bisherige Bestand der Stadtbibliothek an Büchern in einfacher Sprache durch eine Alphabetisierungs-Medienbox ergänzt. Diese Medienbox enthält Bücher und Materialien in leichter Sprache, die ab sofort ausleihbar sind.

Mehr zur Alphabetisierungskampagne unter www.lesen-macht-leben-leichter.de; dort gibt es übrigens auch Filme zu den Themen „Volkshochschulkurse“, „Online-Lernportal“ und „Büchereiangebote“. Das „Bücherei“-Video wurde bei uns in der Stadtbibliothek gedreht – klicken Sie gerne mal rein!

Online-Katalog als App

Den Medienkatalog der Stadtbibliothek gibt es ab sofort auch als kostenlose App für Android-Geräte!

So können Sie starten:

Im Playstore nach dem Begriff opac app suchen.

Als Ergebnis wird an erster Stelle die kostenlose App Web Opac: 1000+ Bibliotheken von Raphael Michel angeboten.

Wenn Ihre Systemvoraussetzungen stimmen, können Sie die App herunterladen und installieren.

Dann suchen Sie die Stadtbibliothek Husum über die Liste der Bibliotheken heraus und melden sich wie gewohnt mit Ihrer Lesernummer und Ihrem Passwort an. Los geht’s!

Neben der Katalogsuche und dem Vorbestellen von Medien bietet die App Ihnen unter anderem auch Leserkonto-Funktionen wie die Anzeige und Verlängerung Ihrer ausgeliehenen Medien – und sogar Benachrichtigung bei Medien, die abgegeben werden müssen.