Lesetipp des Monats Januar – Thriller

Yrsa Sigurdardottir: DNA. Aus dem Isländischen von Anika Wolff.

btb, München 2016. (Der btb-Verlag gehört zur Verlagsgruppe Random House, daher ist sein Programm unter https://www.randomhouse.de/ zu finden.)

"DNA" von Yrsa Sigurdardottir

„DNA“ von Yrsa Sigurdardottir

Zwei kleine Jungen laufen an einem Wintermorgen in Schlafanzügen durch die Nachbarschaft, sie sind aus dem Fenster ihres Kinderzimmers geklettert, weil ihre Zimmertür verschlossen war und ihre Mutter und ihre Schwester nicht auf Rufe geantwortet haben.

Kommissar Huldar entdeckt, dass die junge Mutter unsagbar grausam ermordet wurde und findet die völlig verstörte siebenjährige Margret, die sich seit Stunden in Todesangst unter dem Bett versteckt hält.

Die Suche nach einem Motiv für die Tat bleibt absolut ergebnislos. Das Opfer war allseits beliebt und geachtet, keinerlei Schatten.

Um die traumatisierte kleine Tochter vernehmen zu können, bekommt Huldar Unterstützung von einer kinderpsychologischen Einrichtung, allerdings ausgerechnet durch die Psychologin Freya, mit der Huldar, wie sich peinlicherweise herausstellt, kürzlich ein Date hatte, bei dem der Kommissar allerdings seinen Beruf verschwiegen und sich „der Einfachheit halber“ als Tischler ausgegeben hatte.

Bald wird ein zweites Opfer des offensichtlich gestörten Mörders gefunden, diesmal eine pensionierte Lehrerin. Die Polizei gerät zunehmend unter Druck, und wir Leser lernen einen einsam lebenden, leidenschaftlichen Amateurfunker kennen….

„DNA“ bildet den Auftakt zu einer neuen, wie ich finde, sehr vielversprechenden Krimireihe um Kommissar Huldar und die Psychologin Freya aus Reykjavik, zwischen denen es ordentlich knistert, was uns Lesern immer wieder ein wenig „Erholung“ bietet im Verlauf der spannenden Ermittlungen.

Die Autorin gehört zu den bekanntesten Krimiautoren Islands, dieser faszinierenden Insel, auf die wir spätestens seit dem Auftreten der isländischen Fußball-Nationalmannschaft – und ihrer Fans (!) – bei der Fußball-EM im vergangenen Sommer nachdrücklich aufmerksam geworden sind!

Ein Krimi mit echtem Suchtpotential, geschickt gemacht, toll geschrieben, mit einer glaubwürdigen und doch überraschenden Auflösung. Was will man mehr?

Hedda Jensen

 

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