Lesetipp des Monats September – Jugendbuch

Tamara Ireland Stone: Mit anderen Worten: ich. Aus dem Englischen von Sandra Knuffinke und Jessika Komina.

Magellan, Bamberg 2016.

"Mit anderen Worten: ich" von Tamara Ireland Stone

„Mit anderen Worten: ich“ von Tamara Ireland Stone

Gedankenspiralen, die kreisen und kreisen und nicht mehr aufhören wollen. Besessenheit von der Zahl Drei. Das Leben der sechzehnjährigen Sam wird von Zwängen beherrscht, für die sie sich schämt. Um keinen Preis dürfen ihre Freundinnen, die Clique der „Verrückten Acht“, davon jemals erfahren. Aber es ist anstrengend, tagtäglich ein schützendes Lügengebilde aufrechtzuerhalten, und Sams Therapeutin hat ihr schon mehrfach dringend geraten, sich doch vielleicht einmal andere Freunde zu suchen – damit sie endlich nicht mehr nur im Schwimm-Camp während der Sommerferien sie selbst sein kann. Die große Chance zur Veränderung tut sich auf, als Sam einen geheimen Dichterclub in ihrer Schule entdeckt. Die Wirkung des Schreibens auf ihre Zwänge ist enorm: beruhigend und befreiend wie sonst nur das Schwimmen. Aber den Schlüssel zum geheimen Dichter-Treffpunkt hütet AJ Olsen, den Sam und ihre Freundinnen vor einigen Jahren so schlimm gemobbt hatten, dass er die Schule verlassen musste… ob er ihr verzeihen kann?

„Mit anderen Worten: ich“ ist ein faszinierendes und sehr bewegendes Buch, ein tiefer Blick ins Herz einer Jugendlichen, die zu gern aus ihrer Haut möchte, aber ihren Zwängen nie vollständig entkommen kann. Die Autorin Tamara Ireland Stone wurde durch eine ähnliche Diagnose im engsten Freundeskreis zu Sams Geschichte inspiriert. Sie hat ein Werk geschaffen, das Mut macht – und ganz nebenbei auch wunderbare Einblicke in die schöpferische Kraft des kreativen Schreibens vermittelt. Da möchte man nach, aber auch schon während der Lektüre am liebsten gleich selbst zu Stift und Papier greifen (oder notfalls zur Fast-Food-Verpackung als Papierersatz, so wie es Sydney aus dem Dichterclub perfektioniert hat). Also: lesen und loslegen!

Andrea Sondermann

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Lesen fesselt – Schreiben befreit

Am Sonnabend, d. 27. Juni, findet die diesjährige Lesung des Freien Deutschen Autorenverbandes Hamburg / Schleswig-Holstein in der Stadtbibliothek Husum statt.

FDALesung2015Autorinnen und Autoren aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Nord-Niedersachsen lesen Texte zum Thema „Lesen fesselt. Schreiben befreit“ – breit gefächert von mittelalterlichen Kurzkrimis und anderen Kurzgeschichten bis hin zu nachdenklich-hintersinnigen Gedichten.

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung beginnt um 15.30 Uhr und dauert bis ca. 17.30 Uhr. Eingeplant ist eine ca. 20-minütige Pause.

Begleitend zur Lesung gibt es eine Zusammenstellung von „Büchern für Autoren“ – rund um Sprache, Schreiben, Layout, Verlagssuche und Veröffentlichung.

Lesen macht Leben leichter

Alpha_KeyVisual_rgb_300dpiDer Flyer zur landesweiten Alphabetisierungskampagne „Lesen macht Leben leichter“ macht es deutlich: „In Deutschland leben 7,5 Millionen deutschsprachige Frauen und Männer, die Probleme mit dem Lesen und Schreiben haben. Das heißt: Ungefähr jeder zehnte Erwachsene hat nicht richtig lesen und schreiben gelernt oder es wieder verlernt. In Schleswig-Holstein sind es rund 250.000 Menschen. (…) Glücklicherweise kann man dieses Problem auch noch im Erwachsenenalter lösen. Es ist nie zu spät, lesen und schreiben zu lernen.“

Es gibt eine Reihe von Hilfsangeboten für Betroffene, zum Beispiel Kurse in kleinen Gruppen an den Volkshochschulen und eine Auswahl an Büchern in leichter Sprache in den Bibliotheken. Unterstützt von den Sparkassen im Land und unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Torsten Albig, ist die Kampagne „Lesen macht Leben leichter“ der Volkshochschulen und der Bibliotheken Schleswig-Holsteins im Februar 2015 gestartet. Auch in Husum nehmen die Stadtbibliothek und die Volkshochschule an diesem Projekt teil.

Die Husumer Nachrichten schrieben dazu am 09.03.2015: „Ziel des Projektes ist es, die Lesefähigkeit von Erwachsenen zu fördern und gleichzeitig das Bewusstsein und Verständnis für die Situation funktionaler Analphabeten zu wecken.“

In diesem Rahmen wurde der bisherige Bestand der Stadtbibliothek an Büchern in einfacher Sprache durch eine Alphabetisierungs-Medienbox ergänzt. Diese Medienbox enthält Bücher und Materialien in leichter Sprache, die ab sofort ausleihbar sind.

Mehr zur Alphabetisierungskampagne unter www.lesen-macht-leben-leichter.de; dort gibt es übrigens auch Filme zu den Themen „Volkshochschulkurse“, „Online-Lernportal“ und „Büchereiangebote“. Das „Bücherei“-Video wurde bei uns in der Stadtbibliothek gedreht – klicken Sie gerne mal rein!