Lesetipp des Monats Oktober – Bilderbuch

Doro Göbel, Peter Knorr: Die Flussfahrt. Eine Wimmelbilder-Geschichte.

Beltz & Gelberg (http://www.beltz.de), Weinheim 2017.

„Die Flussfahrt“ von Doro Göbel und Peter Knorr
(c) Beltz & Gelberg

Käpt’n Kate und ihre Mannschaft machen mit einer bunten Mischung von Passagieren einen Tagesausflug auf der MS Luise. Ganz ohne Text, nur in herrlich detailreichen wimmeligen Zeichnungen, in denen sich neben der aufregenden Fahrt mitsamt einem Waschbären als blindem Passagier noch unzählige weitere kleine und große Geschichten verbergen: zum Beispiel die Reinigungsfirma, die ihrem ausgebüchsten Maskottchen nachjagt, ein übermütiger Motorbootfahrer, eine clevere Geschäftsidee nach einem Tomaten-Unfall und eine Flaschenpost, die schließlich ans Ziel kommt, entwickeln sich über mehrere Seiten hinweg. Für andere kleine Geschichten reicht schon ein einziges Bild (mein Favorit: die beiden Kinder, die beim Urlaub auf dem Bauernhof ein Schlammbad in der Schweinesuhle nehmen).

Auch nach mehrmaligem Anschauen lässt sich noch immer Neues und Überraschendes im Buch entdecken, so dass beim Betrachten richtige Schatzsucher-Stimmung aufkommt. Eigentlich schade, dass die Flussfahrt am Abend schon zu Ende ist …

Doro Göbel und Peter Knorr haben sich mit ihrem preisverdächtigen neuen Wimmelbuch wieder einmal selbst übertroffen: Bei dieser genialen Schiffsreise gehen Jung und Alt gern mit an Bord!

Andrea Sondermann

 

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Literarische Geburtstagskinder – Janosch

Heute feiert der Schöpfer der unsterblichen Tigerente seinen 85. Geburtstag: Der Autor und Illustrator, der mit richtigem Namen Horst Eckert heißt, wurde am 11. März 1931 geboren. Janoschs Werk hat längst die Zahl 100 überschritten (manche Quellen sprechen von über 150 Titeln, manche von mehr als 300) und umfasst bei weitem nicht nur Kinderbücher.

Trotzdem bleibt „Oh, wie schön ist Panama“ natürlich der Klassiker schlechthin und ist unser Lesetipp für alle, die Janosch noch nicht kennen:

"Oh, wie schön ist Panama" von Janosch

„Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch

Janosch: Oh, wie schön ist Panama. Die Geschichte, wie der kleine Tiger und der kleine Bär nach Panama reisen.

Beltz & Gelberg, Weinheim 2015 (49. Auflage).

Tiger und Bär träumen vom Paradies auf Erden – es muss wohl „Panama“ heißen – und machen sich auf die Suche danach. Am Ende finden sie ihr Paradies tatsächlich. Seltsam: es sieht genauso aus wie ihr Zuhause…

In einer Zeit mit ständig bimmelnden und brummenden Smartphones empfiehlt sich aber auch „Post für den Tiger“ – einfach mal ein paar schöne, handgeschriebene Briefe als kleine Aufmerksamkeit für die Leute, die man mag! Denn „das mache ich gerade“ und „ich denke an dich“ lässt sich auch ohne SMS oder Facebook sagen. In diesem Sinne: Herzlichen Glückwunsch, Janosch! Und: Danke! Nicht nur für die Tigerente.

Alles andere als normal

Eine weitere Autorenlesung im Rahmen der Kinder- und Jugendbuchwochen hat ihren Weg in die Presse gefunden – über den Besuch von Jörg Isermeyer bei uns in der Stadtbibliothek schrieben die Husumer Nachrichten am 9.1.2016:

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„Manchmal ist es seltsam, was für Fragen bei einer Autorenlesung aufkommen. Ob Jörg Isermeyer schon mal einen echten Promi getroffen habe, wollten die Husumer Sechstklässler wissen, als der Autor in der Stadtbibliothek sein Buch „Alles andere als normal“ vorstellte. Andererseits ist die Frage gar nicht so abwegig – schließlich ist der Mann nicht nur Schriftsteller, sondern auch Musiker, Schauspieler und Regisseur. Und ja, mit einem Live-Auftritt seiner Band „Milch und Blut“ im Fernsehen vor über 20 Jahren (auch auf Youtube verewigt), ist er sicher nachhaltig in Erinnerung geblieben.

Aber es gibt noch viel mehr interessante Dinge zu erfahren. Als Straßenmusiker reiste der in Bad Segeberg geborene Isermeyer mehrere Monate lang durch Europa – warum er denn da auf der Straße leben wollte, fragt eine Schülerin. „Als Tourist lernt man ein Land immer nur von oben kennen. Mir ging es darum, Land und Leute aus der Mitte heraus zu entdecken“, lautete die Antwort.

"Alles andere als normal" von Jörg Isermeyer

„Alles andere als normal“ von Jörg Isermeyer

Isermeyer genießt es, mal nicht mit dem Theater, sondern „nur“ als Autor auf Tour zu sein: „Der Aufbau geht viel schneller, man muss nur das Buch dabei haben.“ Seine geübte Theaterstimme hat er aber auch dabei, lässt sie beim Vorlesen glänzen und zieht das Publikum restlos in seinen Bann. „Alles andere als normal“ basiert auf Isermeyers Theaterstück „Ohne Moos nix los“, das erfolgreich am Grips-Theater in Berlin gespielt wurde. Eine Geschichte, die nicht nur von den Sonnenseiten des Lebens, sondern auch von anderen Lebenswirklichkeiten erzählt – und davon, wie zwischen zwei Jugendlichen aus diesen unterschiedlichen Welten eine Freundschaft entsteht. Isermeyer, so denkt der Zuhörer, hat beide Seiten gesehen. Und kommt vielleicht gerade deshalb immer wieder gern zurück in seine Heimat Schleswig-Holstein.“